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19 Allzweckcremes im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012

Allzweckcremes

Passt immer

Wer von all den Tuben und Tiegeln im Bad die Nase voll hat, kann auch auf eine gute Allzweckcreme zurückgreifen. Aber ausgerechnet die bekannten Marken, darunter Nivea Creme, Creme 21 und Dove, konnten nicht rundum überzeugen. Sie enthalten problematische Duftstoffe und künstliche Öle.

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09.11.2012 | Allzweckcremes sind nicht speziell für Gesicht, Hände oder Körper entwickelt worden. Sie sind in der Regel eher reichhaltig und feuchtigkeitsspendend, aber klar definiert ist das nicht. Inzwischen sind auch sogenannte Softcremes auf dem Markt - eher leichte, schnell einziehende Cremes. Jedoch auch hier verwendet jeder Hersteller den Begriff anders. ÖKO-TEST hat 19 Cremes ohne spezielle Auslobung in die Labore geschickt. Darunter finden sich die Klassiker Nivea Creme und die 2003 wiedereingeführte Creme 21 ebenso wie vier zertifizierte Naturkosmetikprodukte

Das Testergebnis

Die meisten Cremes sind empfehlenswert, viele sogar "sehr gut" - darunter alle zertifizierten Naturkosmetikprodukte. Drei Marken gehören mit einem "ausreichenden" Gesamturteil zu den Schlusslichtern.

Auffallend ist, dass viele fettreiche Allzweckcremes mit einem beachtlichen Anteil an Erdölprodukten, Paraffinen und/oder Silikonen hergestellt werden. Diese künstlichen Fette und Öle integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut wie natürliche Öle.

In drei Cremes stecken Butyl- beziehungsweise Propylparabene, die im Verdacht stehen, hormonell zu wirken.

Nur Hersteller Bioturm verzichtet in der Bio Creme auf Parfüm. Ausgerechnet in der Bebe Zartpflege Zartcreme, die für die empfindliche junge Haut entwickelt wurde, wird der Duftstoff Cashmeran eingesetzt, der den polyzyklischen Moschus-Verbindungen ähnelt und sich wie diese im Fettgewebe anreichert. In den Cremes der Marken Creme 21, Dove und Nivea kritisieren wir Duftstoffe, die Allergien auslösen können.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Unter Allzweckcremes versteht man in erster Linie solche Cremes, die nicht für einen speziellen Zweck und nicht gezielt für Gesicht, Hände oder anderes ausgelobt sind. So wie man es von den Klassikern wie Nivea Creme und Creme 21 kennt. Nach diesen und ähnlichen Pflegeprodukten schauten unsere Einkäufer in den Regalen. In der Regel sind das eher reichhaltige und feuchtigkeitsspendende Rezepturen. Ob es sich aber wirklich um eine Wasser-in-Öl-Emulsion oder doch um eine leichtere Öl-in-Wasser-Emulsion handelt, ist für den Verbraucher normalerweise nicht zu erkennen. Zunehmend kommen auch sogenannte Softcremes auf den Markt von eher leichter, schnell einziehender Konsistenz. Zwei der 19 Produkte, die wir im Test haben, sind als solche ausgelobt. Neben sehr preiswerten Cremes für 50 Cent pro 100 Milliliter gibt es auch teure Marken: Hier kostet die gleiche Menge bis zu 15 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Kosmetikprodukte bringen laut Hersteller nur Gutes für die Haut. ÖKO-TEST sieht das etwas kritischer. Denn etliche Inhaltsstoffe - meist Konservierungsmittel und Duftstoffe - können der Haut und der Gesundheit durchaus zusetzen. Wie immer haben wir die Cremes deshalb auf bedenkliche und umstrittene Stoffe untersuchen lassen. Besonders kritisch sehen wir Formaldehyd/-abspalter, denn Formaldehyd ist krebsverdächtig, reizt zudem die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Andere Konservierungsmittel aus der Gruppe der Parabene stehen im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken. Auch vor einigen Duftstoffen sollten die Verbraucher auf der Hut sein. Denn polyzyklische Moschus-Verbindungen und Cashmeran können sich im menschlichen Fettgewebe anreichern - und einige der deklarierungspflichtigen Duftstoffe wirken sensibilisierend. Außerdem prüften wir, inwieweit die Hersteller auch künstliche Fette wie Paraffine/Erdölprodukte/Silikone einsetzen, die sich weniger gut ins Gleichgewicht der Haut einfügen wie die Bestandteile natürlicher Öle. So weit möglich, sagen wir Ihnen auch, ob es sich bei den Rezepturen eher um reichhaltige, fettreiche Emulsionen (Wasser-in-Öl) oder um leichtere Cremes (Öl-in-Wasser) handelt. So können Sie besser entscheiden, welche Creme zu Ihnen und Ihrer Haut passen könnte.

Die Bewertung
Unser Schwerpunkt liegt auf den Inhaltsstoffen und ihrer möglichen gesundheitlichen Auswirkungen. Die Cremes versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und pflegen sie, ansonsten versprechen die Hersteller bei Universalcremes keine Wunder. Eine kurzfristige Feuchtigkeitsanreicherung könnte man wohl messen. Sie sagt aber nichts über die mittel- und langfristige Wirkung aus, auf die es letztendlich ankommt, und auch die Tatsache, ob die Werte überhaupt positiv für den jeweiligen Hautzustand sind, wird nicht berücksichtigt. Wenn die Pflege oder die Anwendung beispielsweise mit Silikonen/Erdölprodukten/Paraffinen verbessert werden soll, liefert die Creme der Haut keine natürlichen Fettsäuren. Bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe haben in Kosmetikprodukten nichts verloren, noch dazu wenn diese - wie bei einer Creme - auf der Haut bleiben und lange einwirken können. Je nachdem ob sie gesundheitlich bedenklich oder umstritten beziehungsweise für sensible Menschen problematisch sind, bekommt die Bewertung ein mehr oder weniger großes Gewicht. So sehen wir beispielsweise Cashmeran kritischer als die in diesem Test analysierten allergisierenden Duftstoffe.

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