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14 Seifen und Syndets im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012

Seifen und Syndets

Das hat sich gewaschen

Ein Stück Seife findet sich fast in jedem Badezimmer. Mit den meisten Produkten kann man sich ohne Bedenken einschäumen. Einige Testkandidaten sind aber nicht ganz sauber.

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09.11.2012 | So ein Stück Seife ist billig, praktisch und umweltfreundlich. Es reicht lange, es wird kein Wasser durch die Gegend gekarrt wie bei Duschgelen, der Verpackungsmüll hält sich in Grenzen und Seife ist gut biologisch abbaubar.

Wir haben 14 feste Waschstücke, vor allem Seifen, eingekauft. Im Test mit dabei sind auch Syndets. Wir wollten wissen, ob die Stücke ohne umstrittene oder bedenkliche Inhaltsstoffe auskommen.

Das Testergebnis

Saubere Sache: Die Hälfte der Seifen und Syndets schneidet mit "sehr gut" ab. Allerdings gibt es auch ein paar Schmutzfinken: Zwei Marken sind "mangelhaft".

Drei getestete Seifen oder Syndets enthalten Duftstoffe, die häufig Allergien auslösen, darunter das seifenfreie Waschstück von Eucerin. Nur ein Syndet, das Eubos Med Basispflege Fest Waschstück, kommt gänzlich ohne Parfüm aus.

Künstliche Moschus-Düfte stecken in der Dralle Gewürzseife und der Palmolive-Seife. Diese polyzyklischen Moschus-Verbindungen können sich im menschlichen Fettgewebe anreichern - weshalb wir sie gar nicht dufte finden.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Ein Stück Seife gibt es in fast jedem Haushalt. 76 Prozent der befragten Frauen gaben bei der Brigitte-Kommunikationsanalyse 2010 an, täglich Seife zu benutzen. Laut Industrieverband Körperpflege und Waschmittel (IKW) ist der Umsatz mit Seifen und Syndets im Jahr 2009 um 2,9 Prozent gestiegen. Der Zuwachs kommt laut IKW zwar von den flüssigen Produkten, während die klassische Seife stagniere. Dennoch haben wir uns bei diesem Test für feste Seifen und Syndets entschieden. Zum einen aus rein praktischen Gründen, weil wir Flüssigseifen erst 2009 getestet haben. Zum anderen, weil Seifenstücke unheimlich sparsam im Verbrauch sind und als gut biologisch abbaubar gelten. Neben Seifen haben wir auch feste Syndets eingekauft.

Die Inhaltsstoffe
Feste Waschstücke haben gegenüber Flüssigseifen einen großen Vorteil: Weil sie viel weniger Wasser enthalten, müssen sie in der Regel nicht konserviert werden. Problematische Konservierungsstoffe wie Formaldehyd/-abspalter oder umstrittene halogenorganische Verbindungen, von denen viele Allergien auslösen können, sind also nicht zu erwarten. Halogenorganische Verbindungen können aber auch aus den Farbstoffen der Seifen stammen. Auch der Duft der Seifen kann es in sich haben. Ein schöner Duft ist zwar angenehm, sollte jedoch möglichst ohne allergienauslösende Duftstoffe zustande kommen. Auch langlebige Moschus-Verbindungen, die ein Umweltproblem darstellen, die wie Hormone wirken und teilweise unter Verdacht stehen, Krebs auszulösen, haben in Seifen und Syndets nichts zu suchen. Wird in einem Waschstück keine Seife eingesetzt oder stecken zusätzliche weitere synthetische Tenside darin, lohnt ein Blick auf diese Stoffe. Darunter können Polyethylenglykole oder deren Abkömmlinge (PEG/PEG-Derivate) sein, die gegebenenfalls die Haut für Schadstoffe durchlässiger machen.

Die Bewertung
Selten überschreiten Kosmetika in unseren Tests gesetzliche Grenzwerte. Diesmal war das allerdings der Fall, ein solches Produkt konnte nur "ungenügend" sein. Für Duftstoffe, die Allergien auslösen, gab es eine gestaffelte Bewertung. Substanzen, die sehr starke Allergene sind, sorgten für zwei Noten Abzug, Duftstoffe die nicht ganz so oft Allergien auslösen, führten nur zur Verschlechterung um eine Note.