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21 Sonnenschutzmittel im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012

Sonnenschutzmittel

Weiß nich

Beim Eincremen sollte man nicht geizen. Es lohnt sich aber, das richtige Mittel auszuwählen, denn die Unterschiede in Bezug auf problematische Inhaltsstoffe sind enorm und die teuren nicht unbedingt die besten.

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09.11.2012 | Sonnenschutzmittel gehören zu den wenigen Kosmetikprodukten, die der Mensch unbedingt braucht. ÖKO-TEST empfiehlt seit Jahren Sonnenschutzmittel mit mineralischen statt chemischen UV-Filtern, weil von einigen chemischen Filtern hormonelle Wirkungen bekannt sind, die Sicherheit von anderen in diesem Punkt noch schlecht erforscht ist. Wer chemische UV-Filter meiden wollte, musste früher allerdings einen starken Weißeffekt in Kauf nehmen, da die mineralischen Filter nicht in die Haut einziehen, sondern die Strahlung schon vorm Eindringen in die Haut an der Oberfläche reflektieren sollen.

Inzwischen haben die Naturkosmetikanbieter den Anwendungskomfort aber deutlich besser im Griff. Die meisten Produkte sind zwar trotzdem sichtbarer auf der Haut als viele konventionelle, aber dies deutlich weniger als früher.

Wir wollten wissen, welche Sonnenschutzmittel aktuell empfehlenswert sind und haben 21 Marken mit mittlerem Schutz zwischen 15 und 25 in die Labore geschickt, darunter vier Naturkosmetika mit rein mineralischem Lichtschutz. Außer den Testprodukten von Spirig, Ladival und Eucerin enthalten alle konventionellen neben chemischen Filtern auch den mineralischen Lichtschutzfilter Titandioxid.

Das Testergebnis

Rund die Hälfte der Testprodukte können wir als "sehr gut" oder "gut" empfehlen. Der Preis ist dabei kein sicherer Indikator: Es gibt Produkte, die weniger als drei Euro pro 200 ml kosten und mit "gut" abschneiden, aber auch Marken für 30 Euro und mehr, die "mangelhaft" und "ungenügend" sind.

Ohne bedenkliche UV-Filter, die unter Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken, kommen nur die zertifizierten Naturkosmetikprodukte im Test aus. Für den chemischen Filter Octocrylene, der in den meisten Mitteln steckt, gibt es Hinweise auf eine hormonelle Wirksamkeit aus Zellversuchen. Vier Produkte enthalten Ethylhexyl Methoxycinnamate, für den eine hormonelle Wirkung im Tierversuch gezeigt wurde. Zwei Hersteller kombinieren beide bedenklichen Filter.

Auch Parabene, die in Kosmetika als Konservierer eingesetzt werden, werden durch die Haut im Körper aufgenommen. Einige stehen ebenfalls unter Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen.

Die Creme von Garnier und die Nivea Sun Pflegende Sonnenmilch enthalten den Duftstoff Lyral, der Allergien auslösen kann. Noch kritischer sehen wir die in der Biotherm Lait Solaire nachgewiesenen polyzyklischen Moschus-Verbindungen. Sie reichern sich im menschlichen Fettgewebe an.

Wenn der Schutzfaktor auf der Packung dazu führt, dass man sich in Sicherheit wiegt und seine empfindliche Haut von heute auf morgen extremen Belastungen aussetzt, dann geht der Schuss nach hinten los. Sonnenschutzmittel sollen deshalb nach einer EU-Empfehlung mit einer Reihe von Warn- und Anwendungshinweisen versehen sein. Wenn davon welche fehlen oder unvollständig sind, gibt es bei uns Punktabzug unter Weitere Mängel. Besonders problematisch: Anstatt den vorgeschriebenen Hinweis zu bringen, dass das Mittel mehrfach aufgetragen w

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Sonnenschutzmittel sind ein Kosmetikprodukt, das jeder braucht, der sich im Sommer im Freien aufhält. Umso wichtiger, sie zu testen. Die Mittel sind nahezu überall gut im Regal vertreten: in der Drogerie, im Supermarkt, in der Apotheke, in der Parfümabteilung im Kaufhaus. Unterschiedlich wie das Ambiente am Verkaufsort sind auch die Preise. Sie liegen bei unseren Testprodukten zwischen 1,95 und 39,80 Euro pro 200 ml Sonnenschutzmittel. Wir haben Produkte mit dem für viele Menschen in unseren Breiten empfehlenswerten mittleren Schutzniveau von Lichtschutzfaktor (LSF) 15 bis 25 ausgewählt.

Praxistest
Entscheidend für den Schutz der Haut vor Sonnenbrand ist die Art und Weise, wie der Verbraucher das Produkt anwendet - also ob er ausreichende Mengen an Creme aufträgt und den richtigen Zeitpunkt erkennt, wann er besser wieder aus der Sonne geht. Deshalb haben wir in diesem Test auch Wert auf die vollständigen Anwendungs- und Warnhinweise gelegt. Kosmetikfirmen müssen ihre Werbeaussagen zum LSF gegenüber Behörden belegen können. Dazu lassen sie unter anderem Untersuchungen durchführen, in denen bei Menschen künstlich ein echter Sonnenbrand erzeugt wird. Da jeder Sonnenbrand eine Belastung für die Haut ist, verzichtet ÖKO-TEST auf die Überprüfung der exakten Lichtschutzfaktoren. Verbraucher sollten die über den LSF errechnete Aufenthaltsdauer in der Sonne ohnehin nicht voll, sondern höchstens zu 60 bis 70 Prozent ausschöpfen.

Die Inhaltsstoffe
Neben chemischen UV-Filtern stehen auch Konservierungsstoffe wie Butyl- und Propylparaben unter Verdacht, wie Hormone zu wirken. Hierauf ließen wir ebenso testen wie auf Konservierer, die krebsverdächtiges Formaldehyd abspalten und den in Kosmetika verbreiteten Weichmacher Diethylphthalat (DEP). Wichtig war auch die Analyse auf allergieauslösende Duftstoffe, da viele Menschen im Zusammenhang mit Sonne und Sonnenschutzmitteln unter Hautreizungen und Unverträglichkeiten leiden.

Die Bewertung
Von den chemischen UV-Filtern und Parabenen werten wir diejenigen ab, bei denen es deutliche wissenschaftliche Hinweise auf eine hormonähnliche Wirkung gibt. Von den deklarierten und nachgewiesenen Duftstoffen führen nur diejenigen zu einem Notenabzug, von denen bekannt ist, dass sie häufiger Allergien auslösen. Die nicht gefetteten Duftstoffe in der Tabelle sind nur vergleichsweise schwache Allergene und werden deshalb nicht abgewertet.

So haben wir getestet

Sonnenbrand entsteht leicht durch falsche Anwendung der Mittel.