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12 Wattepads im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kosmetik für 2013
vom 09.11.2012

Wattepads

Zum Abschminken!

Wattepads fehlen in fast keinem Badezimmer. Sie helfen, Make-up, Wimperntusche oder Nagellack zu entfernen oder auch den kleinen Schnitt nach der Rasur zu "verarzten". Und tatsächlich sind die Pads frei von Schadstoffen.

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09.11.2012 | Manche Menschen benutzen Wattepads, um damit Ihre Brillengläser zu reinigen. Andere tränken sie in Kamillen- oder Schwarztee und legen sie auf die Augen, um zu entspannen. Die meisten aber nehmen diese Produkte, um Make-up, Lippenstift und Wimperntusche abzuschminken. Das Pad soll - zusammen mit der Reinigungslotion - den Schmutz entfernen und dabei schön weich sein, um die empfindliche Gesichtshaut nicht zu reizen.

Wattepads bestehen meist aus reiner Baumwolle. Die Wattehersteller müssen dabei nicht etwa mit der Textilindustrie konkurrieren, sondern bekommen Fasern aus den Spinnereien, die für Kleidung weniger geeignet sind.

Sowohl beim Anbau von Baumwolle als auch bei der Reinigung und Aufbereitung von Fasern kommt jede Menge Chemie zum Einsatz. Wir wollten deshalb wissen, ob Schadstoffe in den Pads stecken, die schließlich direkt mit der empfindlichen Haut in Berührung kommen. Zwölf verschiedene Wattepads gingen in die von uns beauftragten Labore.

Das Testergebnis

So hat man's gern: Alle Produkte im Test bekommen von uns die Bestnote "sehr gut" bescheinigt.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Zum ersten Mal testet ÖKO-TEST Wattepads. Meistens sind sie aus reiner Baumwolle, manchmal ist die auch kombiniert mit Kunst- oder Holzfasern, um eine höhere Festigkeit zu erlangen. Zusätze wie Aloe vera sollen die Pads hautfreundlicher machen. Wir haben uns für die schnörkellose, reine Baumwollvariante entschieden. Die gibt es inzwischen auch schon aus Bio-Baumwolle. Klar dass wir dieses neue Marktsegment auch berücksichtigt haben.

Die Inhaltsstoffe
Die Produkte sind blütenweiß. Deshalb hat das von uns beauftragte Labor geprüft, ob dabei optische Aufheller im Spiel sind. Sie können im direkten Hautkontakt mit gleichzeitiger Sonneneinstrahlung allergische Reaktionen hervorrufen. Halogenorganische Verbindungen bleiben möglicherweise als Rückstände aus der Bleiche zurück. Da der Baumwollanbau bekannt ist für reichlichen Einsatz von Spritzgiften, ließen wir die Pads stichprobenmäßig auf ein Spektrum von über 500 Insekten-, Unkraut- und Pilzvernichtungsmitteln untersuchen. Bereits 49 Prozent der weltweiten Anbaufläche von Baumwolle sind gentechnisch verändert. Daher wollten wir die Produkte eigentlich auch auf gentechnisch veränderte Bestandteile untersuchen lassen. Das klappte aber leider nicht, weil das Ausgangsmaterial zur Untersuchung - die DNA - gar nicht zu finden war. Das liegt daran, dass die Pads hoch verarbeitet sind. Zudem werden auch bei der Reinigung und Aufbereitung und zum Verfestigen der Baumwollfasern allerlei Chemikalien eingesetzt. Sie können zum Beispiel Rückstände von krebsverdächtigem Formaldehyd oder dem ebenfalls stark umstrittenen Ersatzstoff Glyoxal hinterlassen.

Die Bewertung
Anders als normale Watte fusseln die Pads nicht. Das schaffen die Hersteller durch unterschiedliche Faserlagen und ultrafeine Wasserstrahlen, die das Gewebe sanft verfestigen. Weil die Unterschiede in der Reißfestigkeit und Reinigungsleistung minimal sind, haben wir uns auf die Prüfung möglicher Schadstoffe konzentriert. Uns kommt es darauf an, ob durch das Abschminken mit verunreinigten Wattepads Schadstoffe auf die Haut gelangen können. Die beauftragten Labore fanden nur optische Aufheller. Im Hautkontakt werden sie strenger abgewertet, als wenn sie im Bändchen der Verpackung stecken. Die Bio-Produkte werden in kompostierbaren, biologisch abbaubaren Verpackungen angeboten. Weil das gut gemeinte Konzept in der Praxis nicht funktioniert, werten wir das unter Weitere Mängel ab.