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20 Tattoofarben im Test

ÖKO-TEST Januar 2013
vom 28.12.2012

20 Tattoofarben im Test

Abwiegeln, wegschieben, vertuschen

Seit Jahren schlagen deutsche Behörden Alarm, weil in Tattoofarben krebserregende und verbotene Stoffe stecken. Doch getan hat sich seither nicht viel, wie unser Test zeigt. Daran sind die Untersuchungsämter und nicht zuletzt das Verbraucherschutzministerium schuld, die Verbraucher eigentlich vor gesundheitsschädlichen Stoffen schützen sollen: Lesen Sie das Tagebuch eines Behördenskandals.

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28.12.2012 | Erhebliche Regelungslücken bei Tattoofarben konstatierte schon im Jahr 2000 die Kosmetik-Kommission des heutigen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Denn bereits damals zeichnete sich ein starker Trend zum bleibenden Hautschmuck ab. Die Empfehlung des Europarats zu Tätowierfarben im Jahr 2003 war ein Schritt in die richtige Richtung: Per Negativlisten wurden erstmals eine Reihe von gesundheitsschädlichen Substanzen verboten. Die Empfehlung wurde 2008 überarbeitet und 2009 zum Teil in die deutsche Tätowiermittel-Verordnung übernommen. Die Kontrollen der Untersuchungsämter von 2010 bis heute zeigen jedoch, dass immer noch viele Tattoofarben randvoll mit verbotenen Stoffen sind. Die Situation ist so prekär, dass sich das BfR an ÖKO-TEST wandte und vorschlug, das Thema Tätowiermittel aufzugreifen.

Doch welche Hersteller waren nach den Ergebnissen der amtlichen Kontrollen bei der Herstellung von Tattoofarben besonders nachlässig? Und wurden für Tattoofarben mit verbotenen Stoffen Verkehrsverbote verhängt? Dies wollten wir von den Landesuntersuchungsämtern wissen und schrieben eine Reihe von ihnen in ganz Deutschland an.

Montag, 12. November 2012: Per E-Mail bitten wir fünf Landesuntersuchungsämter, uns Ergebnisse zur Kontrolle von Tätowierfarben inklusive Produktnamen und Hersteller mitzuteilen: das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Niedersachsen (LAVES), das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt in Baden-Württemberg (CVUA), die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen in Sachsen (LUA), das Landeslabor in Schleswig-Holstein (LVUA) sowie das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Mecklenburg-Vorpommern (LALLF).

Dienstag, 13. November 2012: Das LALLF lässt uns wissen, dass man die Rechts- und Datenlage prüfe. Eine Antwort sei frühestens am Freitag, den 23. November möglich. An diesem Freitag und damit elf Tage nach unsere Anfrage vom 12. November schreibt man uns aus Mecklenburg-Vorpommern: "Wir stecken in der Endabstimmung auf Ihre Anfrage zu Tätowierfarben." Am Dienstag, den 27. November, signalisiert uns das LALLF endlich grünes Licht für unsere Anfrage. Vor Herausgabe der Infos müssten wir jedoch nochmals schriftlich begründen, inwiefern die von uns begehrte Auskunft zum Verbraucherschutz beitragen könne sowie mögliche Gesundheitsgefahren abwehre. Die Begründung schicken wir unmittelbar ans LALLF. Doch statt uns endlich Auskunft zu geben, erhalten wir vom LALLF am Tag darauf wieder nur eine Rückfrage: "... bitte noch mitteilen ..., was konkret mit den Untersuchungsergebnissen geschehen soll bzw. wird (Publikation, wo, wann)."

Am Mittwoch, den 14. November 2012, teilt uns das CVUA mit, die Zusammenstellung der Daten werde noch einige Zeit dauern. Vor der Herausgabe von Daten müssten die betroffenen Tattoofarbenhersteller angehört werden. Im Jahr 2010 hatte die Baden-Württemberger Behörde bunte Tattoofarben kontrolliert. Ein Drittel enthielten nicht zug


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Seite 94 - 101 im ÖKO-TEST Januar 2013
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben je zehn farbige und schwarze Tattoofarben, die nach unseren Recherchen in Tattoostudios verwendet werden, über spezielle Onlineshops eingekauft. Eine klassische Marke haben wir zudem im Ausland einkaufen lassen, weil sie häufig auf Tätowiermessen verwendet wird.

Die Inhaltsstoffe
Ein Hauptproblem bei den Tattoofarben sind verunreinigte Pigmente. Die farbigen Pigmente können krebserregende Farbbausteine, aromatische Amine genannt, abspalten. Mit dem als Schwarz eingesetzten Rußpigment CI 72266 können problematische polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in die Farben gelangen.

Die Bewertung
Ein sehr gutes Gesamturteil haben wir selbst dann nicht an Tattoofarben vergeben, wenn keine Problemstoffe nachgewiesen wurden. Schließlich gibt es noch viele Unklarheiten darüber, was mit den Tattoofarben im Körper passiert. Verbleiben sie unter der Haut oder verteilen sie sich im Körper? Was passiert mit den Farben in der Haut durch Sonnenbäder oder bei ihrer Entfernung mit einem Laser? Farben ohne Schadstoffe erhielten von uns daher das Urteil "unbelastet". Hingegen sind Tattoofarben mit krebserregenden und -verdächtigen Stoffen "sehr hoch belastet" und in der Regel "nicht verkehrsfähig".

So haben wir getestet

Wie in Kosmetika auch können umstrittene PEG/PEG-Derivate und problematische Konservierer in den Farben stecken.