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16 Computerspiele im Test

ÖKO-TEST Januar 2013
vom 28.12.2012

Computerspiele 38

Let's play

Über Chancen und Risiken von Computerspielen wird viel diskutiert. Wir stellen 16 Programme für PC, Konsole oder Handy vor, die Kindern und Jugendlichen Spaß machen und empfehlenswert sind.

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28.12.2012 | Blassgesichtige Söhne oder Töchter, die bis spät nachts vor dem Rechner sitzen und ihre Zeit mit Computerspielen verdaddeln - eine Horrorvision vieler Eltern. Aber komplett verbieten geht nicht. Man will ja kein Spielverderber sein. Außerdem haben die Zeiten sich geändert. Der Deutsche Kulturrat hat Computerspiele als Kulturgut anerkannt. Gleichwohl ahnen Mütter und Väter, dass es nicht gerade förderlich sein kann, wenn der Nachwuchs am liebsten am Computer zockt.

"Das Märchen von den verblödeten Computer-Spielern", titelte "Die Welt" vor einem Jahr und bezog sich auf eine Studie von Wissenschaftlern der Berliner Charité, nach der moderate Computerspieler über mehr Hirnvolumen verfügen. Allerdings geht daraus nicht hervor, ob die Jugendlichen, die mehr spielen, schon immer mehr "Hirn" hatten oder ob dieses erst durchs Spielen gewachsen ist. Bislang weiß keiner so genau, ob Computerspiele die Gehirnstruktur verändern, ob sie dumm oder schlau machen können.

Auch auf die Frage, ob Computerspiele den Schulerfolg gefährden, gibt es keine Pauschalantwort. Einige Forscher sind der Meinung, dass gerade bei jüngeren Kindern, die nach der Schule mit sehr aufwühlenden medialen Inhalten konfrontiert werden, der Lernstoff dadurch verdrängt wird. Das klingt logisch, ist aber wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Natürlich haben Computerspiele immer dann negativen Einfluss auf die schulischen Leistungen, wenn andere wichtige Bereiche darunter leiden, etwa die Erledigung der Hausaufgaben oder der für die Wissensverarbeitung so bedeutsame Schlaf.

Schnell ist dann die Rede von Computerspielsucht. Doch nicht jeder, der Nächte lang vor dem Computer sitzt, ist gleich süchtig. Umstritten ist auch, ob es sich um eine eigenständige Sucht handelt oder die Folge anderer psychischer Probleme. Suchtberatungsstellen berichten allerdings von einer wachsenden Zahl an Fällen, in denen Spieler ihr Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle haben. Problematisch wird es vor allem dann, wenn sich Kinder und Jugendliche aus der realen Welt zurückziehen und mithilfe der Spiele Bedürfnisse befriedigen, die eigentlich auf andere Art gestillt werden müssten, zum Beispiel Anerkennung und Zuneigung von Eltern und Freunden.

Eine Sogwirkung geht besonders von onlinebasierten Rollenspielen aus, in denen der Spieler mit anderen eine Gruppe bildet und gemeinsam Aufgaben meistert. "Der Spieler ist mit Glücksspiel-Elementen konfrontiert, die ihn ähnlich fesseln können wie der Roulette-Tisch den Kasinobesucher", beschreibt Regine Pfeiffer, eine ehemalige Lehrerin und freie Mitarbeiterin des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem bekannten Onlinerollenspiel "World of Warcraft". Zu gewinnen gibt es mehr als Geld. "Es sind magische Gegenstände, die die Spielfigur stärken, damit für die Gruppe wichtiger machen und dem Spieler erlauben, sich der Illusion hinzugeben, all dies geschähe ihm als Person." Problematisch sei auch bei vielen anderen Browserspielen im Internet, dass der Spieler Gefahr laufe, alles zu verlieren, wenn er offline ist, etwa im Schlaf - "Schiffe könnten zerstört, Besitztümer geraubt werden", so Pfeiffer.

Bei allen Diskussionen über Computerspiele sollte man allerdings nicht vergessen: Die Daddelei macht ja gerade deshalb so viel Spaß, weil sie nichts mit Lernen zu tun hat, sondern Unterhaltung, Abwechslung oder Zeitvertreib ist. Es gibt auch jede Menge Spiele, die unproblematisch sind und weitgehend frei von Gewaltinhalten und süchtig machendem Charakter, wie unser Test zeigt.

Unser Experte

Volker Zwick (42) ist freier Computerjournalist aus Ziemetshausen bei Augsburg. Als seine Tochter begann, sich für PC-Spiele zu interessieren, kam er auf die Idee, die Programme genauer unter die Lupe zu nehmen. Seitdem hat er unter anderem einen Softwareratgeber für Eltern geschrieben und mehr als 250 Computerspiele für ÖKO-TEST getestet.

Wissenswert

Gewalt im Spiel? Knapp zwei Drittel der Gamer geben an, dass in ihrem Freundeskreis besonders brutale Spiele gespielt werden, mehr als ein Drittel der Befragten bestätigen, selbst solche Spiele zu spielen. Übrigens: Der Konsum von Ballerspielen allein macht junge Menschen zwar nicht gewalttätig. Aber deren Wirkung ist nicht zu unterschätzen. Die Psychologin Ingrid Möller von der Uni Potsdam wies in Studien nach, dass durch Mediengewalt die Fähigkeit zum Mitleiden sinkt.

Ein Milliardengeschäft: Laut Marktzahlen des Bundesverbandes Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) wurden alleine im ersten Halbjahr 2012 rund 850 Millionen Euro für Computer- und Videospielsoftware ausgegeben. Im Durchschnitt besitzen Kinder, die zumindest selten spielen, mehr als zehn Spiele.

Die durchschnittliche Spieldauer bei Jugendlichen ist 56 Minuten an Wochentagen und 77 Minuten am Wochenende - seien es Computer-, Konsolen- oder Onlinespiele. Bereits 20 Prozent der Sechs- bis Siebenjährigen spielen länger als eine Stunde pro Tag. Das ist natürlich deutlich zu viel.



So haben wir getestet

Auswahl

Auf Spiele mit problematischen Gewaltinhalten haben wir bewusst verzichtet und uns stattdessen auf unbedenkliche Alternativen konzentriert. Die Palette reicht von Rätsel- und Geschicklichkeitsspielen für unterwegs über komplexe Simulationen bis hin zu Action- und Strategiespielen. Mit dabei sind auch das Fußballspiel Fifa und die Echtzeitsimulation Sims, die bei Jungs beziehungsweise Mädchen besonders beliebt sind.

Alterseignung

Geht es nach den Spieleherstellern, sollen schon Zwei- bis Dreijährige auf dem Touchscreen eines Tablet-PCs herumtatschen. Im Kita-Alter haben Kinder jedoch genug damit zu tun, die wirkliche Welt zu entdecken und "reale" Erfahrungen zu sammeln. Deshalb stellen wir nur Spiele vor, die frühestens für Kinder im Vorschulalter (ab fünf bis sechs Jahre) geeignet sind. Und außerdem jede Menge Programme für ältere Kids und Jugendliche.

Plattformen

Computer gibt es in nahezu jedem deutschen Haushalt mit Kindern. Deshalb sind zwei Drittel der Spiele im Test für den PC. Außerdem stellen wir Software für die gängigste tragbare Konsole (Nintendo DS) vor. Hinzu kommen mehrere Programme für Handys oder Tablet-PCs. Denn die Nachfrage für sogenannte Apps, die sich speziell an Kinder wenden, wächst rasant.

Beurteilung

Wir ließen jedes Spiel von dem Kindersoftwareexperten Volker Zwick checken - passt die Rahmenhandlung zur Altersangabe? Sind die gestellten Aufgaben vielfältig? Sonst wird's Kindern schnell langweilig. Ist die Grafik stimmig? Kann man das Spiel auch mit mehreren spielen? Das fördert Geselligkeit und Teamgeist. Verschiedene Schwierigkeitsgrade stellen sicher, dass ältere und jüngere Geschwister etwas mit dem Spiel anfangen können.

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