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8 Obstbreie im Test

Wo sind die Früchte?

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 | Kategorie: Kinder und Familie | 10.01.2014

8 Obstbreie im Test

Eigentlich sollte Obstbrei aus Früchten und sonst gar nichts bestehen. Das ist bei den Fertigbreien der Industrie aber keineswegs immer der Fall. Viele Produkte im Test sind mit Wasser gestreckt, enthalten Dickungsmittel und sind auch noch versteckt gesüßt.

Essen lernen ist ein Abenteuer. Los geht es ab dem fünften Monat mit Gemüse und Fleisch, weiter mit Milch-Getreide-Brei. Der Getreide-Obst-Brei kommt nach dem Ernährungsplan des Forschungsinstituts für Kinderernährung erst zwischen dem sechsten und siebten Lebensmonat auf den Speiseplan der Kleinen. Sehr viele der von uns getesteten Obstbreie werden von den Herstellern aber schon ab dem fünften Monat als Zwischenmahlzeit oder Nachtisch empfohlen. Sinnvoll ist das Obst als Vitamin-C-Quelle, denn Vitamin C fördert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Während Obstbrei früher überwiegend aus Banane, Apfel oder Birne gemixt wurde, packen Hersteller heute auch Erdbeeren, Heidelbeeren oder Pflaumen mit ins Glas.

Ein Blick auf die Zutatenlisten der Fruchtbreie enthüllt allerdings, dass längst nicht nur Obst enthalten ist, sondern teilweise als Hauptbestandteil sogar billiges Wasser. Damit die Masse dann wieder Konsistenz bekommt, wird mit Reismehl oder -stärke gebunden. Viele Anbieter geben auch synthetisches Vitamin C hinzu. Wir wollten wissen, wie es um die Qualität der Fruchtbreie steht, und haben acht Produkte nicht nur auf ihre Zusammensetzung geprüft, sondern auch geschaut, ob Schadstoffe wie Pestizidrückstände oder Schimmelpilzgifte darin zu finden sind.

Das Testergebnis

Die Qualität der fertigen Obstbreie kann nicht überzeugen. Viele Testprodukte bekommen nur mäßige Noten, ein Produkt von Bebivita fällt mit "mangelhaft" durch.

Schadstoffe haben wir in keinem Obstbrei gefunden. Viele Produkte verdienen ihren Namen aber nicht, weil sie zu wenig pürierte Früchte enthalten und stattdessen Wasser oder Fruchtsaftkonzentrate.

Von einem Fruchtbrei erwarten Eltern pürierte Frucht und sonst nichts. Wie viel davon im Glas steckt, können sie aber nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Beispiel: Bebivita Feines Früchte-Allerlei. Die Zutatenliste weist zwar 85 Prozent Frucht aus, doch in der Klammer dahinter steht, dass es sich dabei zu großen Anteilen um Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat handelt. Früchte machen gerade einmal 40 Prozent aus. Fruchtsaftkonzentrate sind jedoch stark verarbeitet und dadurch an wertvollen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen deutlich ärmer.

Vitamin C spielt für die Entwicklung des Kindes eine wichtige Rolle, sollte aber lieber aus Früchten ganz natürlich zugeführt werden. So kann es seine Wirkung im Körper auch besser entfalten. Zugesetztes Vitamin C werten wir deshalb ab.

Auf allen Verpackungen gibt es viel zu lesen. Die Breie sind ohne Zuckerzusatz, ohne Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Verdickungsmittel, glutenfrei, milcheiweißfrei und gentechnikfrei. Die "Ohne-Versprechen" könnten sich die Hersteller auch sparen, denn all diese "Ohne" kommen in gemustem Obst in der Regel sowieso nicht vor. Wer "ohne Verdickungsmittel" auf die Verpackung schreibt und dann doch Reismehl, -grieß oder -stärke zum Binden nutzt, veräppe


Babynahrung, Gläschenkost Obstbreie: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Holle Apfel & Banane mit Aprikose, ab 6. Monat
  • Holle Baby Food (Naturwarenladen)

Bebivita Feines Früchte-Allerlei
  • Bebivita

Bebivita Feine Früchte Himbeere in Apfel
  • Bebivita

Hipp Frucht-Pause Erdbeere in Apfel
  • Hipp

Hipp Pfirsich mit Apfel
  • Hipp

Sunval Bio Bambini Fruchtbecher Birne-Apfel
  • Sunval (Naturwarenladen)

Babylove Erdbeere und Himbeere in Apfel
  • Dm

Pro-Bijo Pur Apfel-Banane, Bioland
  • Bioturm (Naturwarenladen)

8 Obstbreie im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 8
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 9
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 10
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 Seite 11

4 Seiten
Seite 8 - 11 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014
vom 10.01.2014
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben hauptsächlich Breie für die Jüngsten ab dem fünften Monat ausgewählt, ergänzt mit einigen ab dem sechsten Monat. Die Geschmacksrichtungen mischten wir bewusst, so wie Müttern es auch für die Ernährung ihrer Kinder empfohlen wird. Auch verschiedene Angebotsformen - im Glas oder im Kunststoffbecher - haben wir berücksichtigt. Gekauft wurden die Produkte in Drogerien, Supermärkten und Bio-Läden.

Problematische Inhaltsstoffe

Babynahrung muss ganz besonderen Anforderungen genügen und strenge Grenzwerte für Schadstoffe einhalten. Wir lassen das durch Speziallabore überprüfen. Die Fruchtbreie wurden auf Rückstände von zirka 500 unterschiedlichen Pestizidwirkstoffen geprüft. Beispielsweise sorgen Wachstumsregulatoren dafür, dass Apfel- oder Birnbäume nicht allzu hoch wachsen, um die Früchte besser ernten zu können. Das gefährliche Schimmelpilzgift Patulin gehört zum Prüfprogramm, weil es sich in braunen Stellen der verwendeten Früchte bilden und unbemerkt ins Produkt gelangen kann. Auch auf Keime, die den Verderb fördern oder die Gesundheit gefährden können, haben wir untersuchen lassen. Die krebserregenden Stoffe Furan und Benzol, die in Gemüsebrei für Babys ein Problem sind, haben wir hingegen nicht überprüft. Aufgrund der Zusammensetzung der Produkte bilden sich darin keine relevanten Mengen. Ähnlich sieht es bei gesundheitsschädlichen Weichmachern aus. Sie neigen dazu, sich in Fett zu lösen. Die Breie enthalten aber nur minimale Fettanteile.

Sonstige Inhaltsstoffe

Außerdem haben wir die Zutatenliste und die Werbung auf den Produkten genauestens studiert. In der Zutatenliste findet man die enthaltenen Komponenten wie Früchte, Fruchtsaftkonzentrate, Wasser oder Reisgrieß in absteigender Reihenfolge ihrer Zugabemenge. Wenn die einzelnen Zutaten nicht in Prozentzahlen gekennzeichnet waren, fragten wir nach. Nicht immer erhielten wir eine Antwort. Doch auch keine Antwort lässt tief blicken. Der Verbraucher hat ein Recht darauf zu erfahren, ob er hauptsächlich pürierte Frucht oder verarbeitetes Saftkonzentrat kauft. Wird Vitamin C zugefügt, erkennt man das ebenfalls in der Zutatenliste.

Die Bewertung

Wo "Pfirsich mit Apfel" oder "Apfel & Banane mit Aprikose" draufsteht, sollte das auch drin sein und nicht etwa stark verarbeitetes Konzentrat oder viel Wasser. Ein Gehalt an Frucht und Püree von weniger als 80 Prozent führt zum Notenabzug. Auch Vitamin C sollte aus den guten Zutaten des Produktes kommen. Unter Weitere Mängel werden Deklarationsmängel bewertet. Die Aussage "ohne Verdickungsmittel" stimmt nicht, wenn Reismehl oder Reisstärke zugesetzt sind.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014

Erschienen am 10.01.2014

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