Startseite
10 Fischstäbchen im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014
vom 10.01.2014

Fischstäbchen

Stäbchenprobe

Für kleine Kinder ist klar: Wenn es schon Fisch sein muss, dann am liebsten länglich, eckig und knusprig. Und natürlich ohne Gräten. Wer aber auch qualitativ gute Fischstäbchen haben will, muss beim Einkauf aufpassen. Denn manches Testergebnis kann die Vorfreude auf das Familiengericht kräftig schmälern.

416 | 16

10.01.2014 | Sie "sehen nicht nach Fisch aus", haben eine "bequeme Form", "riechen nicht nach Fisch" und schmecken durch die krosse Panade auch nicht nur danach - so erklärt Tiefkühlhersteller Apetito die Beliebtheit von Fischstäbchen. Und Panade ist bei Kindern bekanntermaßen beliebt, ganz gleich, ob sich unter ihr Hähnchennuggets, Schnitzel oder eben Fisch verstecken.

Bis aber das Messer die knusprige Hülle durchteilt und das darunterliegende Fischfilet freigibt, ist viel Technik nötig: Am Anfang stehen Fischfilets, die noch auf dem Fangschiff in Behältern zu dicken Platten gefroren werden. Erst in der Fabrik werden diese dann in Fischstäbchengröße zersägt. Der Rohling wandert anschließend durch ein "Nasspanadebad", eine Art flüssigen Teig, um anschließend mit der "Trockenpanade", also Paniermehl, überzogen zu werden. Schließlich werden die Stäbchen in heißem Fett vorfrittiert. Und zwar genau so lange, dass Fisch und Panade gerade so verbacken, das Innere aber tiefgefroren bleibt.

Wir wollten wissen, ob das Lieblingsfischgericht auch weiterhin bedenkenlos auf den Familientisch kommen kann. Darum haben wir zehn Produkte eingekauft und in Laboren auf problematische Inhaltsstoffe testen lassen. Außerdem wurden die Hersteller aufgefordert, zu Fragen der Nachhaltigkeit und Transparenz Auskunft zu geben.

Das Testergebnis

Fischstäbchen können weiter auf den Tisch kommen. Nur zwei Produkte schaffen es nicht über ein mittelmäßiges Gesamturteil hinaus. Hauptkritikpunkt sind die enthaltenen Fettschadstoffe.

Alles in allem sind wir der Meinung, dass die konkret verwendete Fischart der getesteten Fischstäbchen nachhaltig gefangen wurde und dass die Anbieter sich Mühe geben, Transparenz zu schaffen. Alle Anbieter haben auf unsere Fragebögen ausführlich geantwortet und uns umfangreiche Daten und Zertifikate zur Verfügung gestellt. Das heißt nicht, dass alle Probleme und Kritikpunkte aus der Welt geschafft sind. Es gibt Umweltauswirkungen der Fischereien und es gibt verschiedene Meinungen dazu, wie sich die entsprechenden Fischbestände entwickeln und wie ihre Größe einzuschätzen ist. Doch nach allem, was wir uns zum Thema angesehen haben, können wir für die untersuchten Produkte sagen: Es gibt für die Fischereien ein verlässliches Management und es wird daran gearbeitet, die Auswirkungen auf das Öko-System im Griff zu behalten. Einige Hersteller im Test verwenden für ihre Produkte mitunter andere Fischarten. Über diese Fischarten sagt unser Testurteil nichts aus.

In zwei Produkten hat das von uns beauftragte Labor erhöhte Mengen des Fettschadstoffs 3-MCPD-Ester nachgewiesen. Dieser Stoff ist deshalb ein Problem, weil er sich im Körper möglicherweise in einen anderen Stoff umwandelt, der in Tierversuchen die Nieren geschädigt hat und in hohen Dosen zur Bildung gutartiger Tumore geführt hat. Schadstoffe wie 3-MCPD- und auch der wahrscheinlich noch problematischere Glycidyl-Ester entstehen unbeabsichtigt, wenn Fett raffiniert wird. Werden Fischstäbchen in be

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014

Online lesen?

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014 für 7.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet


Der Einkauf
Die 10 Fischstäbchenprodukte haben wir in Supermärkten, Discountern und Bio-Läden eingekauft. Außerdem bestellten wir beim Tiefkühl-Heimlieferservice Bofrost. Die Panade der Produkte von Followfish und Wild Ocean sind aus Bio-Zutaten hergestellt.

Die Inhaltsstoffe
In spezialisierten Laboren ließen wir auf eine Reihe von Stoffen untersuchen, die in einem Fischstäbchen am besten gar nicht oder höchstens in kleinsten Mengen vorkommen sollten. Dazu gehören zum Beispiel die Fettschadstoffe aus der Gruppe der 3-MCPD-Ester und der wahrscheinlich noch gefährlicheren Glycidyl-Ester, aber auch unerwünschte Keime.

Nachhaltiger Fischfang und Transparenz
Ein nachhaltig bewirtschafteter Fischbestand muss ausreichend groß sein und es dürfen nicht zu viele Fische aus dem Wasser gezogen werden. Die Umweltauswirkungen der Fischereien müssen möglichst klein gehalten werden und die Behörden müssen schnell und zuverlässig reagieren, wenn sich Probleme abzeichnen. Wir haben mit Experten gesprochen und Daten zu Fischbeständen und Umweltauswirkungen gesichtet. Zudem verschickten wir an alle Anbieter der Fischstäbchen umfangreiche Fragebögen.

Die Bewertung
Das Testergebnis Inhaltsstoffe bildet die Basis unserer Bewertung. Weil aber ein Fischprodukt nur dann ein gutes Gesamturteil bekommen kann, wenn der Fisch auch nachhaltig gefischt wurde und der Hersteller es mit der Transparenz ernst meint, fließt das Testergebnis nachhaltiger Fischfang und Transparenz mit in die Bewertung ein.

So haben wir getestet

Massen an Fisch werden zu Fischstäbchen verarbeitet. Nur wenn nachhaltig gefangen wird, bleibt noch etwas für die kommenden Generationen.

Online abrufbar