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8 Schnullerketten im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2014
vom 10.01.2014

Schnullerketten

Bleib hier!

Der Schnuller bleibt am besten in Greifnähe, sonst ist Alarm angesagt. Schnullerketten schützen vor dem Verlust des liebsten Begleiters. Viele Produkte im Test erfüllen alle Anforderungen, von einem müssen wir allerdings eindeutig abraten.

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10.01.2014 | Wir wollten herausfinden, welche Schnullerketten so sorgfältig verarbeitet sind, dass sie einen hohen Sicherheitsstandard erfüllen und frei von Schadstoffen sind. Dazu haben wir acht Produkte in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Immerhin sechs Schnullerketten sind "gut" oder "sehr gut". Sie haben die harte Praxisprüfung tadellos bestanden und auch in Bezug auf die Inhaltsstoffe ist fast alles in Ordnung. Anders der "ungenügende" Ausreißer von Käthe Kruse: Er weist Sicherheitsmängel auf.

Bei der Käthe Kruse Schnullerkette Igel, Textil riss das Band am Holzknopf mit Metallclip durch. Das ist ein Verstoß gegen die Schnullerhalternorm, nach der kein Teil brechen, reißen oder sich lösen darf.

Bei allen geprüften Schnullerketten sind die Farben speichel- und schweißecht. Weichmacher oder krebserregende Farbstoffe haben die Labore erfreulicherweise nicht gefunden. Das schlechteste Testergebnis Inhaltsstoffe ist das "ausreichende" der Haba Schnullerkette Fido Fauch: Hier störten uns optische Aufheller und die krebsverdächtige Verbindung Naphthalin, die zu den PAK gehört. Optische Aufheller können mit dem Schweiß auf die Haut gelangen und bei gleichzeitiger Sonneneinstrahlung allergische Reaktionen hervorrufen. Sie finden sich noch in einigen anderen Schnullerketten. Ein weiterer Kritikpunkt bei zwei Produkten sind umstrittene halogenorganische Verbindungen.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Schnullerketten gibt es mit Plüschtierelementen, aus bunt lackiertem Holz mit Tier- oder Eisenbahnfigürchen oder auch ganz schlicht funktional als einfarbiges textiles Band mit Kunststoffclip. Wir haben ganz unterschiedliche Modelle eingekauft, die es in Drogeriemärkten, im Babyfachhandel und in Online-Spielwarenshops gibt. Zwischen 2,45 und 11,95 Euro kosten die Schnullerketten im Test.

Die Inhaltsstoffe
Ähnlich wie in Plüschtieren oder Holzspielzeug können in Schnullerketten alle möglichen Schadstoffe stecken und deshalb ist ein umfangreiches Prüfprogramm notwendig. So ließen wir die Labore auf bedenkliche Weichmacher, problematische Farbstoffe, antibakterielle Ausrüstungen und krebsverdächtige polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) testen. Bei den unlackierten Metallteilen ließen wir prüfen, ob sich Nickel löst.

Die Praxisprüfung
Bei den praktischen Sicherheitsanforderungen nach Schnullerhalternorm DIN EN 12586 von April 2011 geht es darum, dass Kinder sich nicht verletzen können, etwa durch Schnüre oder verschluckbare Kleinteile. Die Befestigung der Schnullerkette an der Kleidung wird 1.000-mal geöffnet und wieder geschlossen. Auch sonst soll sich so leicht nichts abreißen oder abbrechen lassen. Teile, die sich lösen, dürfen nicht durch eine Prüfform passen, die die Größe eines Kindermundes berücksichtigt. Bei solchen Teilen prüfte das Labor zusätzlich noch, ob sie auch in den Zylinder für Kleinteile nach der Spielzeugnorm EN 71 passten.

Die Bewertung
Produkte, die nicht verkehrsfähig sind, fallen in unseren Tests durch. Aber auch Babyprodukte mit Sicherheitsmängeln, zu denen die Überwachungsbehörden sich nicht äußern wollen, ohne das konkrete Produkt vorliegen zu haben, erhalten bei uns höchste Abwertungen. Ein Untersuchungsamt würde im Einzelfall entscheiden, ob der Hersteller das Produkt vom Markt nehmen muss. Wir als Test-Zeitschrift empfehlen Verbrauchern einfach, bei Babyprodukten keine Kompromisse einzugehen.

So haben wir getestet

Detailarbeit: Im Labor wurde gemessen, ob die Löcher in den Clips groß genug sind, um dadurch zu
atmen.

Online abrufbar