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20 Make-ups im Test

Teinted Love

ÖKO-TEST April 2017 | Kategorie: Kosmetik und Mode | 30.03.2017

20 Make-ups im Test

Make-up soll Pickel, Pigmentflecken und andere vermeintliche Makel abdecken, ohne wie eine Maske auf dem Gesicht zu liegen. Was man den Make-ups allerdings nicht ansieht: ob sie problematische Stoffe enthalten. Deshalb haben wir 20 Produkte in die Labore geschickt.

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ÖKO-TEST April 2017:

Make-up

Wenn Nachrichten- und Talkshowmoderatoren vor die Fernsehkameras treten, wirken sie im besten Fall ausgeschlafen, haben weder Augenringe noch Pickel und sehen trotz HD-Auflösung völlig natürlich aus. Da allerdings auch Moderatoren ganz normale Menschen mit einem ganz normalen Alltag sind, der auch in ihren Gesichtern ganz normale Spuren hinterlässt, helfen für den makellosen Teint Profis nach: die Maskenbildner. Machen sie ihren Job gut, gelten sie mit Fug und Recht als Künstler - nicht umsonst heißen sie im Englischen Make-up Artists. Und doch bemisst sich die Qualität ihrer Arbeit abseits der Spezialeffektsparte nicht daran, wie viel, sondern wie wenig zum Schluss von ihr zu erkennen ist.

Aber was macht eigentlich eine gute Profischminke aus? Bernd Bauer kennt die Herausforderungen, die mit der Einführung hochauflösender Kameratechnologien noch gestiegen sind. Der Maskenbildner und seine Kollegen aus der Agentur Die Maske in Köln (www.die-maske.de) schminken regelmäßig Menschen, die für TV-Produktionen jeglicher Art vor die Kameras treten. Entsprechend hohe Ansprüche hat Bauer an seine Arbeitsmaterialien: "Wir benutzen Spezialprodukte, HD-Make-ups, die speziell für Film und Fernsehen entwickelt wurden. Diese Make-ups sind so fein, dass man sie eigentlich kaum sehen kann - die Hautstrukturen sollen sichtbar bleiben und nicht zugepappt werden", erklärt der Profi.

Während Frauen im asiatischen Raum für einen hellen, porzellanartigen Teint nicht selten sogar zur Bleichpaste greifen und US-Amerikanerinnen gar keinen Hehl daraus machen, ordentlich in die kosmetische Trickkiste zu greifen, ist in unseren Breiten eher Natürlichkeit angesagt: "Bei der deutschsprachigen Frau ist immer der Wunsch da, so geschminkt zu sein, dass man die Schminke nicht erkennt. Der Traum jeder Frau: Man soll zu ihr sagen, sie sehe gut aus, nicht ‚das Make-up sieht gut aus'", sagt Bauer.

Für TV-Moderatoren sei das ein besonders wichtiger Aspekt, der den Anspruch an die Maskenbildner noch verstärkt: "Bei Schauspielern, die in eine Rolle geschminkt werden, sind Veränderungen üblich. Aber ein Moderator ist er selbst und kann niemand anderen spielen - deshalb mag er es nicht, wenn er sich verfremdet vorkommt."

Für eine möglichst natürliche Wirkung verwenden die Profis deshalb mehrere Farbtöne - mindestens drei verschiedene Nuancen. "Wir arbeiten immer mit einer Grundierung, einer Aufhellung und einer Schattierung - dann gibt es meistens noch eine Belebung, indem wir einen Rotton hinzufügen. Auch wenn das für viele schwer vorstellbar ist: Rot wird überall mit hineingearbeitet, wie ein Zwischenton, der verhindert, dass das Gesicht wie eine Maske wirkt."

Damit das auch zu Hause gelingt, bietet der Kosmetikhandel ein riesiges Sortiment an Produkten, in dem sich ebenfalls der Wunsch nach Natürlichkeit spiegelt: "Hauttonangleichende" Foundations im "Nude-Look" sollen einen möglichst natürlich wirkenden Teint zaubern und Rötungen und Unrege


Make-up: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Trend it Up Sheer Nude Make-up, 020
  • Dm

Benecos Natural Light Fluid Foundation, Dune
  • Cosmondial

Yves Rocher Pure Light Make-up-Fluid, 200, Beige
  • Yves Rocher

Maybelline Fit me! Luminous + Smooth, 120, Classic Ivory
  • Maybelline

Manhattan 3in1 Easy Match Make Up, 34, Soft Beige
  • Manhattan

Sante Soft Cream Foundation, No. 02, Light Beige
  • Logocos

Lavera Nude Effect Make-Up Fluid, Ivory Nude, 02
  • Laverana

Artdeco Nude Foundation, 75, Natural Chiffon
  • Artdeco

Astor Skin Match Protect Foundation, 103, Porcellaine
  • Astor

Essence Pure Nude Make-up, 20, Pure Sand
  • Cosnova

NYX Stay Matte But Not Flat, 05, Soft Beige
  • Nyx

Max Factor Miracle Match Foundation, Beige 55
  • Coty

Douglas Ultralight Foundation, 5, Beige Moyen
  • Douglas

Dr. Hauschka Foundation, 03
  • Wala

Alterra Nude & Matt Make-up, 02, Sand
  • Rossmann

Rival de Loop Liquid Make-up, 02, Rose Beige
  • Rossmann

Terra Naturi Nude Perfection Foundation, 03, Natural Beige
  • Müller Drogeriemarkt

L'Oréal Perfect Match, 3.N, Beige Creme
  • L'Oréal

Vichy Teint Idéale Make-up Fluid, 25, Sand
  • Vichy (Apotheke)

Alverde Mineral Make-Up, 03, Beige Rose
  • Dm

20 Make-ups im Test
ÖKO-TEST April 2017 Seite 68
ÖKO-TEST April 2017 Seite 69
ÖKO-TEST April 2017 Seite 70
ÖKO-TEST April 2017 Seite 71
ÖKO-TEST April 2017 Seite 72
ÖKO-TEST April 2017 Seite 73
ÖKO-TEST April 2017 Seite 74

7 Seiten
Seite 68 - 74 im ÖKO-TEST April 2017
vom 30.03.2017

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Der Trend beim Make-up geht zur Natürlichkeit: Geschminkt sein, ohne geschminkt auszusehen. Deshalb werden die Teintschmeichler immer häufiger als "leichte Foundation", "hauttonangleichend" oder mit dem "Nude-Look" beworben. Solche haben wir in Naturwarenläden, Drogerien und Parfümerien eingekauft. Die Preisspanne, umgerechnet auf 30 Milliliter, reicht von 1,99 bis 34,48 Euro.

Die Inhaltsstoffe

Wichtige Bestandteile aller Make-ups sind mineralische Farbstoffe wie Titandioxid oder Eisenoxide. Sie sind natürlichen Ursprungs und können mit Schwermetallen wie Blei, Chrom und Cadmium oder mit Aluminium und Nickel belastet sein. Darauf ließen wir sie im Labor untersuchen. Außerdem wurden sie zum Beispiel auf problematische Duftkomponenten, krebsverdächtige Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen überprüft.

Die Weiteren Mängel

Auf vielen Packungen ist nur eine allgemeine Auflistung von Farbstoffen angegeben, die in allen angebotenen Nuancen enthalten sein können - aber nicht müssen: Diese sogenannte May-contain-Deklaration sollten die Hersteller aufschlüsseln, da wir wissen wollen, welche Stoffe exakt in dem von uns getesteten Farbton eingesetzt werden. Taten sie es nicht, sorgte das für Punktabzug. Steckt das Make-up im Plastikspender, kann uns kein Hersteller glaubhaft machen, dass zum Schutz auch noch ein Karton nötig ist. Den tolerieren wir nur, wenn er einen Glasbehälter vor dem Zerbrechen schützt.

Die Bewertung

Wiesen die Labore problematische Substanzen nach, schlug sich das im Testergebnis nieder. Die meisten konventionellen Make-ups enthalten PEG/PEG-Derivate und Silikonverbindungen, die nicht förderlich für das empfindliche Hautgleichgewicht sind. Kritischer noch sehen wir Konservierungsmittel und UV-Filter, die in Tier- oder Zellversuchen hormonwirksame Eigenschaften gezeigt haben, und gesundheitsschädliche Duftstoffe.

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