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18 Trinkpäckchen im Test

Unsaftig

Ratgeber Kleinkinder 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 08.09.2016

18 Trinkpäckchen im Test

Portionspäckchen mit Fruchtgetränken sind beliebt für Schule und Freizeit. Leider stecken darin nicht so viel Obst, dafür oft zusätzlicher Zucker und zum Teil Aromen. An drei Produkten haben wir wenig auszusetzen.

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Kinder sind Meister darin, kleinste Mäkel an Früchten aufzuspüren: leichte Verfärbungen, winzige Löcher, vermeintliche Wurmspuren. Argwöhnisch wandern ihre Blicke über die Frucht. Auf die Frage, warum sie etwa den leckeren Pfirsich nicht essen möchten, folgt prompt die Antwort: "Da sind so komische Flecken dran."

Eltern können darüber schier verzweifeln. Immer wieder predigen Ernährungsexperten, wie gesund frisches Obst und Gemüse doch für Kinder seien. Und dann das! Nicht wenige Eltern weichen deshalb auf flüssiges Obst aus. Fruchtsaft, egal in welcher Form, ist unter Kindern meist beliebt. Eltern, die ihren Kindern ein Trinkpäckchen mit in den Ranzen geben, machen sich schnell kleine Freunde.

Mit richtigem Obst kann Fruchtsaft zwar nicht mithalten. Doch immerhin steckt in ihm noch einiges an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen drin, trotz der nicht gerade schonenden Verarbeitungsprozesse wie dem Erhitzen. Selbst die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) findet es in Ordnung, wenn eine der von ihr empfohlenen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag "durch 200 Milliliter Fruchtsaft ersetzt werden". Wenngleich die DGE auch betont, dass frisches, unverarbeitetes Obst vorzuziehen sei. Denn: "Der Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen ist höher als bei Saft oder Smoothies und die Energiedichte in aller Regel niedriger." Frische ganze Früchte trügen stärker zur Sättigung bei, auch weil durch das Kauen der Vorgang des Essens länger dauere als beim raschen Hinunterschlucken. "Der Verzehr von Convenience-Produkten bedeutet auch einen Verlust von Esskultur", so die DGE weiter. Der Bezug zu natürlichen Lebensmitteln gehe verloren, wenn sie "ausschließlich in (hoch) verarbeiteter Form konsumiert werden".

Fruchtsafthersteller geben sich dennoch reichlich Mühe, ihren Produkten ein natürliches Image zu verleihen. Doch viele Fruchtsaftgetränke für Kinder enthalten gerade einmal zwölf Prozent Fruchtsaft. Eltern sollten deshalb schon sehr genau hinsehen, wie viel Obst wirklich in den Trinkpäckchen steckt. Säfte mit geringen Fruchtanteilen haben zudem meist noch ein weiteres Manko: Der fehlende Geschmack wird häufig mit Zucker und anderen Süßungsmitteln oder Zitronensäure und Aromen ausgeglichen.

ÖKO-TEST hat 18 verschiedene Trinkpäckchen für Kinder eingekauft, um sich einmal genauer anzuschauen, wie viel Frucht, Zucker und Aromen in den Getränken stecken.

Das Testergebnis

Bio liegt vorn. Sechs der Trinkpäckchen schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab, der überwiegende Teil davon Bio-Produkte. Doch auch unter den konventionellen Erzeugnissen gibt es zwei "sehr gute" Produkte. Sie alle bieten sich als gelegentliche, schnelle und bequeme Alternative zu einer Obstportion an.

Unterschiede im Fruchtgehalt. Fast alle "sehr guten" und "guten" Produkte haben einen Fruchtgehalt von 50 Prozent und mehr. Allein das Hipp Bio-Apfel mit stillem Wasser, Erfrischungsgetränk enthält nur 33 Prozent


Kindergetränke, Trinkpäckchen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Babydream Minis Durstlöscher, Früchtetee mit Mehrfruchtsaft
  • Rossmann

Alete Frucht & Mineral Birne-Apfel, Fruchtsaftgetränk
  • Alete

Karli Kugelblitz Orangen Drink, Fruchtsaftgetränk
  • Netto Marken-Discount

Die Maus Vitaldrink, Mehrfruchtgetränk
  • Limuh

Happy Zoo Multifruits Drink, Erfrischungsgetränk
  • Holmac

Mogli Dschungel-Drink Apfel, Banane und Ananas, Nektar
  • Damia

Erdbär Freche Freunde Apfel & Birne im Wasser, Fruchtgetränk
  • Erdbär

Bebivita Kinderschorle Birne & Apfel, Erfrischungsgetränk
  • Bebivita

Rio D'Oro Orange Flipper, Fruchtsaftgetränk
  • Aldi Süd

Capri-Sonne Orange, Fruchtsaftgetränk
  • Deutsche SiSi-Werke

Höllinger Bio Birne mit stillem Wasser
  • IMS Höllinger

Gut & Günstig Orange, Fruchtsaftgetränk
  • Edeka

Capri-Sonne Bio-Schorly Rote Früchte, Fruchtschorle
  • Deutsche SiSi-Werke

Sonniger Orange, Erfrischungsgetränk
  • Aldi Nord

Fine Life Orange, Fruchtsaftgetränk
  • Metro

Hipp Bio-Apfel mit stillem Wasser, Erfrischungsgetränk
  • Hipp

Solevita Orange, Fruchtsaftgetränk
  • Lidl

K-Classic Orangen Drink, Erfrischungsgetränk
  • Kaufland

18 Trinkpäckchen im Test
Ratgeber Kleinkinder 2016 Seite 56
Ratgeber Kleinkinder 2016 Seite 57
Ratgeber Kleinkinder 2016 Seite 58
Ratgeber Kleinkinder 2016 Seite 59
Ratgeber Kleinkinder 2016 Seite 60
Ratgeber Kleinkinder 2016 Seite 61

6 Seiten
Seite 56 - 61 im Ratgeber Kleinkinder 2016
vom 08.09.2016
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Drollige Dschungeltiere, knuffige Südfrüchte und bekannte Kinderhelden wie Mogli oder Die Maus: Trinkpäckchen für Kinder locken mit bunten Packungen und fruchtigen Versprechen. Wir haben 19 Produkte meist in Mehrfachpacks in Super-, Bio- und Drogeriemärkten eingekauft, darunter Eigenmarken und sieben Bio-Produkte, fünf sind auch für Kleinstkinder ab einem Jahr ausgelobt. Überwiegend handelt es sich um Orangen-, Apfel- und Mehrfruchtsaftgetränke aus Konzentraten, teilweise aber auch aus Direktsaft oder Mischungen mit Früchtetees. Die Portionsgröße der Tetrapaks und Trinkbeutel liegt, abgesehen von drei Ausnahmen, bei jeweils 200 Millilitern.

Die Inhaltsstoffe

Wie viel Frucht und wie viel Zucker stecken wirklich drin? Die von uns beauftragten Labore überprüften die Getränke auf ihren Saftanteil und unterzogen die "natürlichen" Frucht-Aromen einer genauen Analyse, um herauszufinden, ob die Angaben der Hersteller über deren Herkunft auch wirklich zutreffen. Zudem ließen wir die Getränke auf ihren Gesamtzuckergehalt sowie auf Pestizide und Schwermetalle untersuchen.

Die Deklaration

Wir verglichen die vom Labor ermittelten Zuckergehalte sowie die Aromenanalysen mit den Angaben auf den Verpackungen. Die Zutatenlisten klopften wir auf Inhaltsstoffe ab, welche die Qualität der Erzeugnisse mindern, etwa zugesetzte Zitrone, Vitamine und Mineralstoffe sowie umstrittene Konservierungsmittel. Zudem hielten wir Ausschau nach unzutreffenden Angaben auf den Verpackungen.

Die Bewertung

Ob zur Erfrischung in den Schulpausen oder in der Freizeit: Ein guter Fruchtsaft für Kinder sollte möglichst viele natürliche Bestandteile enthalten und möglichst wenig zugesetzte Stoffe. Deshalb basiert das Gesamturteil auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Unnötig viel Zucker, der nicht aus Obst kommt, sowie andere Süßungsmittel, die nur dazu dienen, das Getränk noch süßer zu machen, werten wir ab. Deklarationsmängel führen wir unter den Weiteren Mängeln. Sind es zu viele, verschlechtern sie das Gesamturteil.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
Zugehörige Ausgabe:
Ratgeber Kleinkinder 2016
Ratgeber Kleinkinder 2016

Erschienen am 08.09.2016

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