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10 Schreibtischstühle für Kinder und Jugendliche im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2017
vom 19.01.2017

Schreibtischstühle für Kinder und Jugendliche

Sitzenbleiber

In der Schule können Eltern kaum Einfluss auf die Sitzmöbel der Kinder nehmen. Daheim schon. Wir haben neun Drehstühle und einen Kufenstuhl getestet. Drei Produkte krachen mit "ungenügend" durch, vier Stühle können wir empfehlen.

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19.01.2017 | ÖKO-TEST wollte wissen, ob es den (annähernd) perfekten Schreibtischstuhl für Kinder und Jugendliche zu Hause gibt. Deshalb haben wir zehn unterschiedliche Produkte eingekauft und in Laboren genauer unter die Lupe nehmen lassen. Im Schadstofftest überprüften die beauftragten Labore die Bezugsstoffe und Polster auf unerwünschte Substanzen. Im Praxistest wurden die Produkte dann ausgiebig in Sachen Handhabung, Ergonomie und Sicherheit getestet.

Das Testergebnis

Weil sie die Teilprüfung Sicherheit mit "ungenügend" nicht bestanden haben, sind drei getestete Schreibtischstühle für Kinder und Jugendliche mit dem Gesamturteil "ungenügend" durchgefallen. Der Moll Maximo 15, grau/rot und der Paidi Pepe, silbergrau/orange/grün haben sich die Bestnote "sehr gut" verdient.

Das Umkippen des Stuhls nach vorn und/o+der hinten birgt eine enorme Verletzungsgefahr. Insgesamt fielen fünf Stühle um. Nach vorn und nach hintenüber kippten Link's Drehstuhl Pezzi, grün und der Terena Kinderstuhl 090907, pink. "Nur" nach hintenüber fielen der Jako-O Open Art Junior, schwarz/blau, der Topstar Ergokid 15 Jet, schwarz/Blumen und der Rovo Five, blau. Grundlage war die Prüfung gemäß DIN EN 1335. Zwar richten sich ihre Vorgaben an Büroarbeitsstühle und damit an die Körpermaße Erwachsener. Weil aber die getesteten Stühle laut Laborexperten auch für Jugendliche von größerer und/oder schwererer Statur geeignet sind, haben wir die Messlatte etwas höher gelegt. Immerhin: Die Hälfte der Produkte hat die strenge Prüfung bestanden. Zwei der im Kipptest durchgefallenen Stühle, der Link's Drehstuhl Pezzi, grün und der Terena Kinderstuhl 090907, pink, werben sogar mit dieser Norm. Hierzu hat das Deutsche Institut für Normung gegenüber ÖKO-TEST bestätigt: Wer mit einer DIN-Norm wirbt, hat dann auch alle ihre Vorgaben exakt einzuhalten.

Mögliche Quetschstellen für Finger, Hände, Zehen und Füße haben unsere Experten an sieben von zehn Stühlen gefunden. Hier sollten die Hersteller unbedingt nachbessern!

Kinder sitzen nicht immer still, sie rutschen auf dem Stuhl hin und her oder wechseln ihre Sitzhaltung und -position. Wenn sich ein Stuhl beim Aufstehen oder Hinsetzen dann zu leicht wegschieben lässt, kann es passieren, dass Kinder plötzlich auf dem Hosenboden landen und sich wehtun. Wir haben deshalb den Rollwiderstand überprüft. Nicht bestanden haben der Link's Drehstuhl Pezzi, grün und der Terena Kinderstuhl 090907, pink. Grund sind die ungebremsten Rollen.

Das von uns beauftragte Labor hat den Stühlen auch unter den Bezug geschaut. Den Polstern dreier Stühle attestierten unsere Experten die Gefahr des vorzeitigen Durchsitzens. An vier Modellen stellten sie fest, dass ein Hohlraum entweder unter dem Bezugsstoff oder unter dem Sitzflächenpolster besteht. Dem Verbraucher wird also eine größere Polsterdicke suggeriert, als tatsächlich vorhanden ist. Solche Mogeleien werten wir ab.

Die meisten Produkte sind nicht für alle Kinder und Jugendlichen geeignet. So müssen zum Bei

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Ein Schreibtischstuhl - als Synonym für einen Dreh- oder Multifunktionsstuhl - für Kinder und Jugendliche darf nicht der Gesundheit schaden und muss robust sein. Wir haben die Preisspanne weit gefasst. Von den zehn eingekauften Produkten kostete das billigste 26,90 Euro, das teuerste 464,55 Euro.

Der Praxistest
Ein Schreibtischstuhl muss sich gut auf die individuellen Körpereigenschaften eines Kindes abstimmen lassen können. Außerdem müssen die Stühle sicher sein, das heißt, sie dürfen weder unter dem Gewicht eines Kindes zusammenbrechen, noch beim Versuch sich draufzusetzen nach hinten wegrollen. Nach vorne oder hinten umkippen dürfen sie natürlich auch nicht. Um diese Gefahren für jeden Stuhl auszumachen, haben wir sie im Labor etlichen Prüfungen unterzogen, teilweise sogar strenger, als in der Norm vorgegeben. Außerdem haben unsere Experten das Polster, Quetschstellen für Finger und Füße sowie die verschiedenen Einstellmöglichkeiten der Stühle unter die Lupe genommen. Weil es kein für alle Stühle gleichermaßen geltendes, normiertes Testverfahren gibt, haben wir unsere Prüfung aus diversen Einzelnormen (darunter die DIN EN 1729 für Stühle in Bildungseinrichtungen sowie die DIN EN 1335 für Büro-Arbeitsstühle) zusammengestellt. Da besonders die Prüfverfahren, mit denen sich die Hersteller ein GS- oder TÜV-Siegel bestätigen lassen, möglicherweise nicht bei allen Stühlen gleich sind (Stichwort: variable Größenklassen), haben wir die Sicherheit aller Stühle nach den strengeren Vorgaben der DIN EN 1335 testen lassen.

Die Schadstoffe
Besonders im Sommer brüten Kinder häufig in kurzer Hose und T-Shirt über ihren Hausaufgaben. Weil ihre Haut dabei in Kontakt mit dem Stoffbezug kommen kann, wollten wir wissen, welche problematischen Inhaltsstoffe im Bezug und im Polster stecken. Unsere Erfahrung aus früheren Tests hat gezeigt, dass in den Textilien sensibilisierende Farbstoffe und verbotene Azo-Farbstoffe sowie halogenorganische Verbindungen enthalten sein können, von denen einige Allergien und sogar Krebs auslösen können.

Die Bewertung
Der Schadstofftest und der Praxistest mit Prüfungen zur Ergonomie, Handhabung und Sicherheit der Schreibtischstühle fließen zu je 50 Prozent in das Gesamturteil ein. Fällt ein Stuhl in dem Teilbereich Sicherheit mit "ungenügend" durch, kann er auch im Gesamturteil nicht besser abschneiden.

So haben wir getestet

Vorsichtig Quetschgefahr! Besonders im Bereich der Verstellmechanismen können Kinder sich weh tun.

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