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26 Magenmittel im Test

Sau(b)er!

ÖKO-TEST Januar 2011 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 31.12.2010

26 Magenmittel im Test

Mit saurem Aufstoßen oder Sodbrennen hat wohl jeder schon mal Erfahrungen gemacht. Inzwischen gibt es eine Menge Mittel, die zuverlässig helfen.

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Salzsäure ist ein ziemlich ätzendes Zeug. Niemand möchte seine Hände drin waschen oder versehentlich einen Schluck davon trinken. Nichtsdestotrotz schwappt die Säure in unserem Magen in einer Konzentration von zirka 0,5 Prozent herum. Sie soll einen Teil der Nahrung zersetzen und eventuell krank machende Keime töten. Die Magenwand selbst schützt sich aber mittels eines Schleimüberzugs und pufferndem Hydrogencarbonat vor einem Angriff der Säure.

Unangenehm wird's, wenn der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre schwächelt und Magensäure die Speiseröhre hochsteigt. So ein saures Aufstoßen kommt gelegentlich vor, beispielsweise wenn man sich mit vollem Magen bückt oder hinlegt. Passiert dies häufiger und ist die Speiseröhre bereits gereizt oder besonders sensibel, spüren Betroffene einen brennenden Schmerz hinterm Brustbein. Sie leiden dann an Sodbrennen.

Wenn Magensaft jahrelang die Speiseröhre traktiert, steigt das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Gelangt die Magensäure gar bis zum Kehlkopf, kann Heiserkeit die Folge sein, gelangen kleinste Tröpfchen bis in die Lunge, ist mit Asthma zu rechnen.

Die Ursachen für den Rückfluss sind vielfältig. So können Alkohol, röststoffreicher Kaffee, Zwiebeln, Schokolade und großvolumige Mahlzeiten dafür sorgen, dass Magensaft in die Speiseröhre zurückfließt. Übergewicht steigert den Druck im Bauchraum und kann so Sodbrennen auslösen. Auch jede zweite Schwangere kennt das Phänomen besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Sodbrennen und saures Aufstoßen werden im Fachjargon als gastro-ösophageale Refluxerkrankung (GERD) bezeichnet. Schätzungsweise zehn bis 20 Prozent der europäischen Bevölkerung sind davon betroffen, bei den meisten sind die Beschwerden chronisch, sie leiden über Jahre darunter.

Medikamente sind keine Spielzeuge, die man auf gut Glück einmal ausprobiert

Sodbrennen ist schon lange ein Feld der Selbstmedikation. Bis Anfang der 1970er-Jahre standen praktisch ausschließlich Präparate zur Verfügung, die die überschießende Magensäure neutralisierten, die Antazida. Einen Sprung nach vorn bedeuteten die sogenannten H2-Blocker. Sie hemmen die Produktion der Magensäure. Allerdings lässt ihre Wirkung bereits nach einigen Wochen nach.

Vor ungefähr 20 Jahren haben dann Protonenpumpenhemmer (PPI) Einzug gehalten. Sie hemmen ein Enzym, das wie eine Pumpe Säure aus Zellen der Magenschleimhaut in den Magen befördert. Die Wirkstoffe in den PPI heißen Omeprazol, Pantoprazol, Esomeprazol, Rabeprazol oder auch Lansoprazol. Lange Zeit waren die Präparate ausschließlich auf Rezept erhältlich. Die Verordnungen haben sich in den vergangenen zehn Jahren um mehr als das Sechsfache erhöht, weist der Arzneiverordnungs-Report (AVP) 2010 aus. Fast zwei Milliarden Tagesdosen waren es im Jahr 2009, gegenüber 1,674 Milliarden ein Jahr zuvor.

Diese Entwicklung weckt Zweifel am Einsatz der PPI. "Zwar nimmt nach epidemiologischen Erhebungen die Refluxkrankheit in den Industrienationen zu; aber sicher nicht um das Sechsfache in den letzten zehn Jahren", heißt es im AVP. Auch ÖKO-TEST-Berater Professor Manfred Schubert-Zsilavecz warnt vor einem Übergebrauch der Präparate: "Es sind keine Spielzeuge, die man auf gut Glück einmal ausprobiert." Er empfiehlt daher dringend, vor der Einnahme fachlichen Rat bei einem Arzt oder Apotheker einzuholen.

Im Juli 2009 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Omeprazol-haltige Arzneimittel aus der Rezeptpflicht entlassen. Die Vorgaben: Das Anwendungsgebiet muss lauten "zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen", die Einzeldosis muss 20 mg betragen und darf auch als Tageshöchstdosis nicht überschritten werden, die Anwendungsdauer muss auf maximal 14 Tage beschränkt werden und eine Packung darf maximal 280 mg Wirkstoff enthalten. Fast zeitgleich hat die EG-Kommission das Inverkehrbringen eines Pantoprazol-haltigen Arzneimittels unter ähnlichen Vorgaben genehmigt, und dabei keine Rezeptpflicht vorgesehen.

Seitdem bieten eine ganze Reihe von Herstellern ihre Präparate rezeptfrei in der Apotheke an. ÖKO-TEST hat 26 dieser Arzneimittel mit den Wirkstoffen Omeprazol und Pantoprazol eingekauft. Unser wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Uni Frankfurt, hat sie für uns begutachtet.

Das Testergebnis

Erfreulich positiv: In der Pharmakologischen Begutachtung schneiden alle getesteten Präparate mit "sehr gut" ab. Lediglich durch problematische Hilfsstoffe landen einige Medikamente nicht auf der Bestenliste.

Die Wirksamkeit der Protonenpumpenhemmer (PPI) bei Refluxerkrankungen wie Sodbrennen und saurem Aufstoßen ist in Studien belegt. Sie hemmen die Säureproduktion in der Magenschleimhaut. Die Mittel gelten als gut verträglich und sicher. In der Begründung für die Entlassung dieser Präparate aus der Rezeptpflicht nennt die Behörde den Wirkstoff Omeprazol "eine der effektivsten Substanzen zur symptomatischen Behandlung der gastro-ösophagealen Refluxkrankheit". Zudem biete Omeprazol verglichen mit Antazida und H2-Blockern eine "nachhaltigere Beschwerdefreiheit und damit eine verbesserte Lebensqualität bei vergleichbar guter Verträglichkeit". Für Pantoprazol gilt das Gleiche. Als häufige Nebenwirkungen können sich vorübergehend Durchfall, Verstopfung und Blähungen bemerkbar machen.

Alles so schön bunt hier - nur leider mit problematischen Farbstoffen

Eingenommen werden sollten die Präparate nicht länger als 14 Tage, am besten mit viel Wasser auf nüchternen Magen vor einer Mahlzeit. Ist bis dahin keine Besserung eingetreten, sollte auf alle Fälle ein Arzt aufgesucht werden. Die Mittel sind nicht für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Kein Beipackzettel weist hierin Mängel auf.

Die Mittel werden in Form magensaftresistenter Tabletten oder Kapseln angeboten. Nach der Einnahme passieren sie unversehrt den Magen, gelangen in den Darm, dort ins Blut, passieren die Leber und gelangen erst dann an ihren Einsatzort, die Magenschleimhaut. Allerdings stecken vor allem in den Überzügen problematische Hilfsstoffe, für die es Notenabzüge gibt: der Weichmacher Diethylphthalat in den Omep Akut 20 mg, Hartkapseln von Hexal, der halogenorganische Farbstoff Erythrosin (E 127) in drei Omeprazol-Präparaten. Die Antra Omeprazol 20 mg, Tabletten von Bayer Vital enthalten Paraffin.

Helicobacter pylori

Das Nobel-Komitee hielt die Entdeckung aus dem Jahr 1982 für so "bemerkenswert und unerwartet", dass es die australischen Forscher Robin Warren und Barry Marshall 23 Jahre später mit dem Medizin-Nobelpreis auszeichnete: Die beiden hatten den Magenkeim Helicobacter pylori und seine Bedeutung für die Entwicklung von Magengeschwüren entdeckt. Heute gilt der Keim auch als Risikofaktor für Magenkrebs. Bis dahin war Lehrmeinung, dass unter anderem Stress zu einer vermehrten Salzsäureproduktion im Magen führt, die wiederum die Schleimhaut angreift und Geschwüre sprießen lässt. Marshall zeigte dann im Selbstversuch die infektiöse Entstehung von Magengeschwüren. Er schluckte eine Erregerkultur und erkrankte. Weltweit hat etwa jeder Zweite den Keim im Magen - in der Regel ohne etwas davon zu bemerken. Magengeschwüre entwickeln sich bei zehn bis 15 Prozent der Infizierten.

Alarmzeichen

Wenn zum Sodbrennen ungewollter Gewichtsverlust, Erbrechen von Blut, Blut im Stuhl, Teerstuhl, Schluckstörungen oder Schmerzen beim Schlucken hinzukommen, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen. Mittels weiterführender Diagnostik wird er bei diesen Alarmzeichen auf Magengeschwüre, Krebserkrankungen oder hochgradige Einengungen (Strikturen) des Magens untersuchen.

Brennendes Herz

Schmerzen hinterm Brustbein - das brennende Herz - können verschiedene Ursachen haben. Da ist zum einen die Speiseröhre: Sodbrennen, bedingt durch Säurerückfluss aus dem Magen, tritt vor allem nach dem Essen oder im Liegen auf; Begleitbeschwerden sind Magenschmerzen und Husten. Zum anderen kann das Herz selbst Probleme bereiten: Durchblutungsstörungen am Herzen verursachen Angina-pectoris-Anfälle, häufig nach Anstrengung oder bei Kälte. Sie werden begleitet von Schwäche, Schwitzen, Übelkeit und Atemnot.

Internet

Unter www.gastro-liga.de hat die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber, kurz Gastro-Liga, auch einige Informationen zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen abgelegt. Das Stichwort -> Publikationen führt zu einer Reihe von Broschüren, die zum kostenlosen Download bereitstehen und thematisch über Magenerkrankungen hinausgehen. Recht ausführlich bearbeitet auch die Seite http://sodbrennen-welt.de das Thema Sodbrennen, etwas knapper geht es auf www.sodbrennen.net zur Sache.

Schmerzmittel

Anti-Schmerzwirkstoffe wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac können bei Dauergebrauch Magen-Darm-Geschwüre verursachen. Die gleichzeitige Einnahme von H2-Blockern (mit Wirkstoffen wie Ranitidin oder Cimetidin) oder Protonenpumpenhemmern kann diese Gefahr verringern, insbesondere wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen: Alter über 65 Jahre, frühere Magengeschwüre, gleichzeitige Einnahme von Kortikoiden oder Blutgerinnungshemmern.

So haben wir getestet

Der Einkauf

Ob ein zu fettes Essen, Ärger im Büro oder in der Partnerschaft: Es kann einem so einiges auf den Magen schlagen. Kein Wunder also, dass es in der Apotheke vor Magenmitteln nur so wimmelt. Auch ÖKO-TEST hat diese Präparate schon diverse Male getestet. Seit Mitte 2009 sind mit Omeprazol und Pantoprazol zwei Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten Protonenpumpenhemmer nicht mehr rezeptpflichtig. Da auch der Patentschutz für diese Wirkstoffe abgelaufen ist, haben inzwischen etliche Hersteller diesen Markt für sich entdeckt. Wir haben eine große Auswahl dieser Arzneimittel in der Apotheke eingekauft.

Inhaltsstoffe und Deklaration

Wie üblich bei Arzneimitteltests hat sich unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt, der Frage der Wirksamkeit der Produkte angenommen. Zudem schaute er sich die Gebrauchsinformationen hinsichtlich der Angaben zur Anwendungsdauer, zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und zu Gegenanzeigen näher an. Dabei entpuppten sich gerade die Beipackzettel als sehr einheitlich gestaltet - nicht zuletzt deshalb, weil das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit dem Wegfall der Rezeptpflicht einen Mustertext vorschlug und einheitliche Packungsbeilagen anstrebte.

Die Bewertung

Dass die Protonenpumpenhemmer die Säureproduktion der Magenschleimhaut vermindern, haben verschiedene Studien gezeigt. Da zudem die Beipackzettel alle relevanten Informationen klar benennen und somit nicht zu bemängeln sind, ergibt sich in der pharmakologischen Begutachtung bei allen getesteten Präparaten ein erfreulich positives Ergebnis. Unnötig erscheint uns allerdings die Verwendung einiger problematischer Hilfsstoffe wie Diethylphthalat oder der Farbstoff E 127, eine halogenorganische Verbindung.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Omeprazol AL akut 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Omeprazol AL akut 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Aliud Pharma
sehr gut
Omeprazol Stada protect 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Omeprazol Stada protect 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Stadapharm
sehr gut
Pantoprazol AbZ Protect 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Pantoprazol AbZ Protect 20 mg, magensaftresistente Tabletten
AbZ Pharma
sehr gut
Pantoprazol AL 20 mg bei Sodbrennen, magensaftresist. Tabl.
Pantoprazol AL 20 mg bei Sodbrennen, magensaftresist. Tabl.
Aliud Pharma
sehr gut
Pantoprazol-CT protect 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Pantoprazol-CT protect 20 mg, magensaftresistente Tabletten
CT Arzneimittel
sehr gut
Pantoprazol-Ratiopharm SK 20 mg, magensaftresist. Tabletten
Pantoprazol-Ratiopharm SK 20 mg, magensaftresist. Tabletten
Ratiopharm
sehr gut
Pantoprazol Stada protect 20 mg, magensaftresistente Tabl.
Pantoprazol Stada protect 20 mg, magensaftresistente Tabl.
Stadapharm
sehr gut
Pantoprazol TAD 20 mg bei Sodbrennen, magensaftresist. Tabl.
Pantoprazol TAD 20 mg bei Sodbrennen, magensaftresist. Tabl.
TAD Pharma
sehr gut
Pantozol Control 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Pantozol Control 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Nycomed
sehr gut
Buscogast Omeprazol, magensaftresistente Hartkapseln
Buscogast Omeprazol, magensaftresistente Hartkapseln
Boehringer Ingelheim
gut
Omeloxan 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Omeloxan 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Winthrop
gut
Omeprazol AbZ Protect 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Omeprazol AbZ Protect 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
AbZ Pharma
gut
Omeprazol-Biomo Akut 20 mg, magensaftresistente Kapseln
Omeprazol-Biomo Akut 20 mg, magensaftresistente Kapseln
Biomo Pharma
gut
Omeprazol-CT akut 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Omeprazol-CT akut 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
CT Arzneimittel
gut
Omeprazol Heumann Akut, magensaftresistente Hartkapseln
Omeprazol Heumann Akut, magensaftresistente Hartkapseln
Heumann Pharma
gut
Omeprazol-Ratiopharm SK 20 mg, magensaftresist. Hartkapseln
Omeprazol-Ratiopharm SK 20 mg, magensaftresist. Hartkapseln
Ratiopharm
gut
Ome TAD 20 mg bei Sodbrennen, magensaftresist. Hartkapseln
Ome TAD 20 mg bei Sodbrennen, magensaftresist. Hartkapseln
TAD Pharma
gut
Pantoprazol - 1A Pharma 20 mg bei Sodbrennen, magensaftres.
Pantoprazol - 1A Pharma 20 mg bei Sodbrennen, magensaftres.
1A Pharma
gut
Pantoprazol beta 20 mg acid, magensaftresistente Tabletten
Pantoprazol beta 20 mg acid, magensaftresistente Tabletten
Betapharm
gut
Pantoprazol Heumann 20 mg bei Sodbrennen, magensaftres. Tabl
Pantoprazol Heumann 20 mg bei Sodbrennen, magensaftres. Tabl
Heumann Pharma
gut
Pantoprazol Hexal bei Sodbrennen 20 mg, magensaftres. Tabl.
Pantoprazol Hexal bei Sodbrennen 20 mg, magensaftres. Tabl.
Hexal
gut
Antra Omeprazol 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Antra Omeprazol 20 mg, magensaftresistente Tabletten
Bayer Vital (Apotheke)
befriedigend
Omebeta 20 acid, magensaftresistente Hartkapseln
Omebeta 20 acid, magensaftresistente Hartkapseln
Betapharm
befriedigend
Omep Akut 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Omep Akut 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Hexal
befriedigend
Omeprazol dura S 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Omeprazol dura S 20 mg, magensaftresistente Hartkapseln
Mylan dura
befriedigend
Ulcozol Protect 20 mg, magensaftresistente Hartapseln
Ulcozol Protect 20 mg, magensaftresistente Hartapseln
Mibe
ausreichend

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Ob ein zu fettes Essen, Ärger im Büro oder in der Partnerschaft: Es kann einem so einiges auf den Magen schlagen. Kein Wunder also, dass es in der Apotheke vor Magenmitteln nur so wimmelt. Auch ÖKO-TEST hat diese Präparate schon diverse Male getestet. Seit Mitte 2009 sind mit Omeprazol und Pantoprazol zwei Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten Protonenpumpenhemmer nicht mehr rezeptpflichtig. Da auch der Patentschutz für diese Wirkstoffe abgelaufen ist, haben inzwischen etliche Hersteller diesen Markt für sich entdeckt. Wir haben eine große Auswahl dieser Arzneimittel in der Apotheke eingekauft.

Inhaltsstoffe und Deklaration

Wie üblich bei Arzneimitteltests hat sich unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt, der Frage der Wirksamkeit der Produkte angenommen. Zudem schaute er sich die Gebrauchsinformationen hinsichtlich der Angaben zur Anwendungsdauer, zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und zu Gegenanzeigen näher an. Dabei entpuppten sich gerade die Beipackzettel als sehr einheitlich gestaltet - nicht zuletzt deshalb, weil das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte mit dem Wegfall der Rezeptpflicht einen Mustertext vorschlug und einheitliche Packungsbeilagen anstrebte.

Die Bewertung

Dass die Protonenpumpenhemmer die Säureproduktion der Magenschleimhaut vermindern, haben verschiedene Studien gezeigt. Da zudem die Beipackzettel alle relevanten Informationen klar benennen und somit nicht zu bemängeln sind, ergibt sich in der pharmakologischen Begutachtung bei allen getesteten Präparaten ein erfreulich positives Ergebnis. Unnötig erscheint uns allerdings die Verwendung einiger problematischer Hilfsstoffe wie Diethylphthalat oder der Farbstoff E 127, eine halogenorganische Verbindung.