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11 Fototapeten im Test

Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016

Fototapeten

Wunschwelten

New York, Birkenwälder oder Bambushaine lassen sich mit Fototapeten in die eigenen vier Wände holen. Beim Aufkleben der Fototapeten kann jedoch viel schiefgehen - das ist für den Heimwerker eine echte Herausforderung. Die meisten Fototapeten schneiden in unserem Test mittelmäßig ab. Ein Wandmotiv floppte, weil es die Raumluft verpestet.

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12.05.2016 | Fototapete? Liegestuhl unter Palmen am Strand? Oft erntet man entgeisterte Blicke bei diesen Stichworten. Dabei liegt die Fototapete wieder im Trend. Durch neue Techniken ist es möglich, auch Wunschmotive zu realisieren. Und so, wie eine farbig gestrichene Wand als Akzent im Raum sehr beliebt ist, wählen einige ambitionierte Heimwerker für ihre eigenen vier Wände ein Wandbild als Hingucker.

Der Frankfurter Fachberater Rainer Bruns vom Fachgeschäft Raum + Textil Decoration glaubt, dass sich die Menschen mit der Fototapete "eine Ideallandschaft" ins Haus holen wollen. Stefan Titze, beim Hersteller Eurographics zuständig für Fototapeten, beobachtet hingegen eine Hinwendung zu grafischen Motiven, es gehe eher um die Farbe als um das konkrete Bild. Es solle einfach farblich in die Wohnung passen. So seien Steinwände als Motiv sehr beliebt, auch New York bei Nacht sei ein Topseller. Titze berichtet, dass die Firma 2007 einen Versuchsballon mit großformatigen Fotos startete und überrascht vom Erfolg war, sodass weitere Motive aufgelegt wurden.

Gängig sind Fototapeten aus einem speziellen, reißfesten Papier oder einem Vlies. Das Papier mit blauer Rückseite, Bluebackpapier, verhindert, dass Motive oder Strukturen der Wand durchscheinen. Vliestapeten sind besonders reißfest, strapazierfähig und maßstabil. Sie haben den Vorteil, dass sie direkt auf die eingekleisterte Wand gelegt werden und so einfacher zu handhaben sind. Die preislich günstigere Papierfototapete wird dagegen eingekleistert und eingeweicht und dann erst an die Wand gebracht.

Bisher bedruckte man Fototapeten mit der auch bei Zeitschriften und Büchern verbreiteten Technik des Offsetdrucks. Damit können allerdings nur Bögen und keine Rollen bedruckt werden. Das ist der Grund, warum sich derart bedruckte großformatige Fotomotive zum Beispiel aus acht Bögen zusammensetzen, die in zwei Reihen übereinander und oft überlappend angeordnet werden. Damit sich ein solcher Druck rentiert, ist eine möglichst hohe Auflage nötig. Der Kunde hat bei offset bedruckten Tapeten deshalb die Wahl zwischen einer gewissen Zahl fester Motive, die er aber für einen relativ günstigen Preis erhält.

Doch mittlerweile sind wir im digitalen Zeitalter angekommen. Der Digitaldruck eröffnet neue Möglichkeiten und lässt Tausende von Motiven in unterschiedlichen Größen zu, die auf Bestellung gedruckt werden. Das hat aber seinen Preis. So ist es auch kein Problem, das persönliche Lieblingsfoto oder -motiv in Wahnsinnsgröße und Superqualität an die Wand zu bringen - vorausgesetzt die Vorlage hat eine ausreichende Auflösung. So bedruckt der polnische Hersteller Consalnet nach Aussagen von Mariusz Wilk, Prokurist und Gesellschafter im Unternehmen, täglich 15.000 Quadratmeter Fototapeten, also rund 15 Kilometer Bahnenlänge, auf zehn Maschinen mit wasserbasierter Latexfarbe. Gedruckt wird auf Rollen, und die Längen werden anschließend zugeschnitten. Der Unternehmer sieht vor allem die digital bedruckte Fototapete weiter auf

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Unsere Einkäufer kauften in Fachgeschäften und Internetshops elf großformatige Fototapeten aus Papier und Vlies, eine wird als Latex ausgelobt. Darunter sind Fotos von Steinwänden, die eine Ziegel- oder Bruchsteinwand imitieren, Naturmotive wie Blumen und Landschaften, und auch ein Schwarz-Weiß-Foto der Skyline von New York ist dabei. Die Preise beginnen bei 30 Euro und reichen bis über 200 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Die großformatigen Fototapeten nehmen die ganze Wand eines Raumes ein. Deshalb wollten wir wissen, ob sie Schadstoffe ausgasen und die Raumluft belasten oder zum Beispiel hormonell wirksame Weichmacher enthalten. Auch bedenkliche Farbstoffe, Schwermetalle und umstrittene halogenorganische Verbindungen standen auf dem Prüfprogramm.

Die Praxisprüfung
Eine wichtige Frage ist natürlich, wie gut sich die großformatigen Motive an die Wand bringen lassen. Wir betrauten den Maler- und Lackierermeister Peter Hoffmann von der August-Bebel-Schule in Offenbach, einer Berufsschule, mit dieser Aufgabe. Er ging dabei streng nach den Angaben der Hersteller vor, jedenfalls soweit sie vorhanden waren. Alle Tapeten wurden auf einem dafür vorbereiteten Vliesuntergrund, also einer optimalen Unterlage, tapeziert. Auch die Qualität der Verarbeitungsanleitung wurde bewertet.

Die Bewertung
Eine Tapete sollte gut zu verarbeiten sein, aber auch keine Schadstoffe enthalten oder gar ausgasen. Das Gesamturteil orientiert sich deshalb am schlechtesten Einzelergebnis. Gar nicht hinnehmen können wir eine sehr starke Raumbelastung durch ausgasende Verbindungen und besonders bedenkliche Inhaltsstoffe. Aber auch Fototapeten, die für einen Laien kaum zu handhaben sind, erhalten nur mäßige Noten. Umweltbelastende Stoffe wie PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung und optische Aufheller werten wir als Weitere Mängel; sie können das Testergebnis Inhaltsstoffe verschlechtern.

So haben wir getestet

Schatten und Stöße: Überlappende Stöße bleiben bei Lichteinfall deutlich sichtbar. Besonders heikel und schwierig hinzukriegen sind die Anschlüsse bei einer zweireihigen Anordnung der Papierbögen.

So haben wir getestet

Faltenreich: Beim Tapezieren nach Anleitung des Herstellers blieben hier etliche Falten zurück. Offensichtlich, weil keine Weichzeit vorgesehen war. Denn eine Wiederholung mit Einweichen brachte im zweiten Anlauf ein sehr gutes Ergebnis.