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20 Spieluhren im Test

Ausgedudelt

ÖKO-TEST Dezember 2015 | Kategorie: Kinder und Familie | 27.11.2015

20 Spieluhren im Test

Kinder herzen und knutschen ihre Spieluhren, während sie ihnen lauschen. Allerdings weisen viele getestete Einschlafhilfen Sicherheitsmängel auf. Fünf Uhren erhalten ein schlechtes Testurteil. Doch Eltern haben Alternativen: Fünf Spieluhren sind "sehr gut" und vier "gut".

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Babys lieben Plüschtiere. Sie finden sich in jeder Kinderstube, können über Jahre zum treuen Begleiter werden. Die ersten knuffigen Stofffreunde, die dem Nachwuchs begegnen, sind Spieluhren. Ratsch, einmal dran gezogen, dudeln ihre mechanischen Spielwerke Wiegen- und Kinderlieder. Am Gitter befestigt oder direkt im Bettchen begleiten sie die Jüngsten so mitunter jeden Abend in den Schlaf.

Qualitativ gute Stofftiere, mit oder ohne Musikbox, sind allerdings schwer zu finden. Immer wieder hapert es an einem Punkt: Die Ware hält europäische Standards nicht ein; genaustens definiert in der Spielzeugrichtlinie und der dazugehörigen Norm EN 71. Nähte platzen auf, Stoffe reißen ein, Füllung tritt aus, verschluckbare Kleinteile lösen sich. Das musste ÖKO-TEST schon häufig feststellen. Acht von 23 getesteten Stofftieren bewerteten wir im November 2014 mit "ungenügend". Auch bei Spieluhren sah es zuletzt düster aus: 2009 landeten 14 von 20 Produkten wegen Normverstößen am unteren Ende der Bewertungsskala - darunter auch bekannte Spielzeugmarken.

Woran liegt das? "Bei Spieluhren weist oft schon das Design Mängel auf. Bereits Konstruktionsvorgaben für Nahtstellen und -stärken können gegen die Norm verstoßen", erklärt Thomas Abele, verantwortlich für die Qualitätssicherung bei Steiff. Material und Nähte müssen dem Manager zufolge beim Aufziehen des Musikwerks hohe Belastungen auffangen. Dies sei nur mit hoher Garn- und Gewebequalität zu erzielen.

Anja Weidner, Geschäftsführerin des Ökospielwarenanbieters Efie, sieht ähnliche Probleme: "Die Konkurrenz produziert zum Teil sehr aufwendig gestaltete Spieluhren. Bei diesen gibt es oft schwer zugängliche Stellen, die maschinell nicht optimal vernäht werden können." So müsste etwa das Loch für die Zugschnur von Hand genäht werden. Handwerkliche Fehler seien daher immer einzukalkulieren und nur durch Mitarbeitertraining und genügend Arbeitszeit in den Griff zu bekommen.

Aber wer schaut den Herstellern eigentlich auf die Finger? Dass ein Plüschtier die Vorschriften einhält, muss im Zweifel erst bewiesen werden, wenn der Staat nachfragt. Die Produktsicherheit überwachen beispielsweise derzeit in Hessen lediglich 18, in Bayern 19 Mitarbeiter, so die zuständigen Ministerien. Und die Staatsdiener fahnden nicht nur nach mangelhaften Spielwaren. Sie untersuchen in Stichproben unter vielem anderem etwa auch Elektrogeräte, Maschinen und Arbeitsschutzausrüstungen. Im vergangenen Jahr betraf in Hessen von allen Prüfungen nur 16 Prozent Spielzeug. Wie viele davon Plüschtiere waren, ist unklar. Angesichts des riesigen Markts und solcher Löcher im Überwachungsnetz haben andere Bundesländer bereits Konsequenzen gezogen: Die Marktüberwachung sei 2014 mit einer landesweiten Zuständigkeit neu eingerichtet und mit mehr Personal ausgestattet worden, hieß es etwa aus Baden-Württemberg.

Deutsche Spielzeuganbieter lassen ihre Stofftiere überwiegend im Ausland nähen. Sie stammen laut Statistischem Bundesamt derzeit vorrangig aus China,


Spieluhren: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Die Spiegelburg Baby Glück Spieluhr Bärchen
  • Coppenrath Verlag

Heros Softspieluhr Hasenkopf, bunt
  • Simba Toys

Bambia Spieluhr Mond mit Schaf, gelb
  • Sunkid

Babyfehn Spieluhr Eule Sleeping Forest
  • Fehn

Oetinger Natur Meine Bio Spieluhr Eule
  • Verlag Friedrich Oetinger

Babydream Spieluhr Schaf
  • Rossmann

Kallisto Spieluhr Liegebär, weiß
  • Kallisto

Käthe Kruse Waldorf Spieluhr Wichtel blau
  • Käthe Kruse

Steiff Jocko Äffchen Spieluhr 22 braun/beige
  • Margarete Steiff

Trousselier Engelshase, puderrosa
  • Trousselier

Topomini Spieluhr Reh, rosa
  • Ernsting's Family

Baby Club Spieluhr Frosch, grün
  • C & A

Nattou Spieluhr Arthur das Zebra
  • Nattou

Ravensburger Ministeps Spieluhr Schlummer-Schäfchen
  • Ravensburger

Fisher-Price Spieluhr Zebra
  • Fisher-Price

Haba Spieluhr Elefant Egon
  • Habermaaß

Efie Spieluhr Fisch, rosa/hellblau
  • Efie

Solini Spieluhr Eule, rosa
  • Baby Walz

Sigikid Spieluhr Rainbow Rabbit
  • Sigikid

Sterntaler Spieluhr Drache Danny
  • Sterntaler

20 Spieluhren im Test
ÖKO-TEST Dezember 2015 Seite 126
ÖKO-TEST Dezember 2015 Seite 127
ÖKO-TEST Dezember 2015 Seite 128
ÖKO-TEST Dezember 2015 Seite 129
ÖKO-TEST Dezember 2015 Seite 130
ÖKO-TEST Dezember 2015 Seite 131

6 Seiten
Seite 126 - 131 im ÖKO-TEST Dezember 2015
vom 27.11.2015
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Fisch, Frosch, Hase und Co.: Wir haben 20 Spieluhren für Kleinkinder eingekauft. Die billigste für 6,99 Euro, die teuerste für 39,90. Unterwegs waren unsere Einkäufer dafür unter anderem in Kaufhäusern, Onlineshops, Drogerien sowie im Spielzeugfachhandel. Der Test umfasst sowohl Plüschspieluhren bekannter Marken als auch preiswerte Ware.

Die Inhaltsstoffe

Spieluhren sind so liebevoll gestaltet, dass der Nachwuchs kaum von ihnen lassen kann. Wir wollten deshalb wissen, ob sie voller Schadstoffe stecken. Die von uns beauftragten Labore fahndeten nach krebserregenden Farbstoffen, PVC/PVDC/chlorierten Verbindungen, hautreizendem Antimon sowie optischen Aufhellern. Auch auf der Checkliste der Labore: verbotene Weichmacher, umweltschädliche bromierte Flammschutzmittel in den mechanischen Spielwerken sowie halogenorganische Verbindungen, von denen einige Allergien und Krebs verursachen können.

Praxistest

Spieluhren fallen unter die europäische Spielzeugnorm EN 71. Sie legt genau definierte Tests fest, die Spielwaren bestehen müssen. Zentrale Frage daher: Halten die Uhren die EU-Vorgaben ein? Reißen die Nähte, wenn das Kuscheltier gedrückt, geschlagen, gedreht und gezogen wird? Möglicherweise lösen sich dabei Kleinteile, die Kinder verschlucken können. Kritisch sind auch zu lange Fäden oder Schnüre, von denen eine Strangulationsgefahr ausgeht. Wir haben ebenfalls nachmessen lassen, ob die eingesetzten Spielwerke lauter als erlaubt tönen. Sicher sind Kuscheltiere zudem nur dann, wenn sie nicht leicht entflammbar sind. Ferner ließen wir prüfen, ob die verarbeiteten Gewebe in Speichel- und Schweißsimulanzien abfärben.

Die Bewertung

Geht es um die Gesundheit von Kleinkindern, gibt es keine Kompromisse. Sowohl im Praxistest als auch bei den Inhaltsstoffen legen wir die Messlatte deshalb teils höher als geltendes Recht. Für die Bestnote müssen die Spieluhren unseren hohen Ansprüchen in beiden Kategorien gleichermaßen genügen.

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ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Dezember 2015
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Erschienen am 27.11.2015

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