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24 Magnesium-Präparate im Test

So ein Krampf

ÖKO-TEST Juli 2018 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 28.06.2018

24 Magnesium-Präparate im Test

"Kann ja nicht schaden", denken sich viele, die zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Stimmt nicht. Zu viel Magnesium kann schaden. Wir haben 24 Magnesiumpräparate begutachten lassen und geben Antworten auf die Fragen: Wer benötigt zusätzliches Magnesium? Wie viel ist zu viel?

Hilft gegen Krämpfe, ist gut für ältere Menschen, Sportler brauchen besonders viel davon: Um Magnesium ranken sich etliche Mythen. Richtig ist: Magnesium zählt wie Calcium und Eisen zu den Mineralstoffen und ist an vielen Vorgängen im Körper beteiligt. Es spielt im Zell- und Knochenaufbau eine Rolle und ist wichtig für die Nerven- und Muskeltätigkeit. Genügend Magnesium aufzunehmen, ist daher lebensnotwendig.

Zwischen 300 und 400 Milligramm Magnesium pro Tag sollen wir zu uns nehmen, so lautet die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Männer benötigen dabei mehr als Frauen, Jugendliche mehr als Erwachsene. Viel Magnesium steckt in pflanzlichen Lebensmitteln wie Nüssen, Vollkorngetreide oder Bananen. Auch Mineralwasser kann eine gute Quelle sein. Die Gehalte variieren dabei stark, magnesiumreiche Mineralwässer kommen auf mehr als 200 Milligramm pro Liter.

Obwohl sich der Magnesiumbedarf gut über die gewöhnliche Ernährung decken lässt, greifen viele Menschen zu Nahrungsergänzungsmitteln. Magnesiumpräparate sind ein Kassenschlager. Kein Mineralstoff wird häufiger in Form von Pulver, Tabletten oder Kapseln verkauft.

Doch was ist dran an den von den Herstellern befeuerten Mythen, dass Sportler, Schwangere oder ältere Menschen von einer Extraportion Magnesium profitieren?

Auf der Verpackung prangt das Bild eines Joggers, im Produktnamen findet sich der Zusatz "aktiv". Brauchen Sportler und Menschen mit starker körperlicher Belastung mehr Magnesium als andere?

"Hierzulande hält sich das Gerücht, dass wir über den Schweiß viel Magnesium verlieren und stark schwitzende Personen daher zusätzliches Magnesium benötigen", sagt Dr. Frank Hülsemann, Experte für Nahrungsergänzungsmittel an der Sporthochschule Köln. "Das stimmt nicht." Denn: "Über den Schweiß geben wir hauptsächlich Natriumchlorid, also Kochsalz ab, aber kaum Magnesium." Sportler bräuchten daher keine Nahrungsergänzungsmittel, wenn sie sich normal ernährten.

Natürlich: Wer viel Energie verbraucht, hat auch einen höheren Nährstoffbedarf. Aber durch eine höhere Kalorienzufuhr ist auch die Versorgung mit Magnesium und allen anderen Mineralstoffen über die Nahrung gewährleistet. Das gilt sowohl für Hobbysportler als auch für Leistungssportler. "Magnesium vorsorglich über Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, kann sogar kontraproduktiv sein", sagt Hülsemann. Sehr hoch dosierte Präparate könnten zu Durchfall führen. Und dies sei natürlich nicht gerade leistungsfördernd.

In der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folsäure oder auch an Eisen erhöht. Gilt dies auch für Magnesium?

Nein. Schwangere brauchen nicht mehr Magnesium. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt der Referenzwert für Schwangere bei 310 Milligramm Magnesium pro Tag. Dieser Wert gilt auch für Frauen im Allgemeinen: Sie sollen je nach Alter 300 bis 310 Milligramm Magnesium zu sich nehmen. In der Stillzeit steigt der Wert auf 390 Milligramm pro Tag. Stillende verlieren Magnesium über die Mut


Magnesium-Präparate: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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24 Magnesium-Präparate im Test
ÖKO-TEST Juli 2018 Seite 130
ÖKO-TEST Juli 2018 Seite 131
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ÖKO-TEST Juli 2018 Seite 136
ÖKO-TEST Juli 2018 Seite 137

8 Seiten
Seite 130 - 137 im ÖKO-TEST Juli 2018
vom 28.06.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Was Mineralstoffe angeht, sind Magnesiumpräparate die beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel. Dementsprechend viele Produkte gibt es auf dem Markt. Die von uns eingekauften enthalten ausschließlich Magnesium. Zusätzliche Mineralstoffe wie Calcium und Zink oder Vitamine sind nicht beigemischt. Eingekauft haben wir in Discountern, Apotheken, Reformhäusern, Drogerien und Supermärkten.

Die Maßgeblichen Inhaltsstoffe und die Deklaration

Muss ich Magnesium über Nahrungsergänzungsmittel zu mir nehmen, um ausreichend versorgt zu sein? Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Uni Frankfurt ging der Frage nach und begutachtete die Produkte außerdem hinsichtlich der Dosierung und der Deklaration.

Die Weiteren Inhaltsstoffe

Neben Magnesium enthalten die Nahrungsergänzungsmittel häufig Zusatzstoffe, die die Produktform, die Farbe oder auch den Geschmack verbessern sollen. Die allermeisten sind dabei unbedenklich. Abzug erhalten die Präparate aber dann, wenn Phosphate deklariert sind. Diese werden meist als Füllstoffe eingesetzt.

Die Weiteren Mängel

Hier werten wir den Nachweis von PVC/PVDC/chlorierten Verbindungen in den Verpackungen ab, da sie die Umwelt belasten.

Die Bewertung

Der Nutzen der Präparate für den gesunden Verbraucher steht bei der Bewertung im Vordergrund. Auch zu hohe Dosierungen, keine Altersbeschränkung oder fehlende Warnhinweise werten wir unter dem Testergebnis "Maßgebliche Inhaltsstoffe und Deklaration" ab. Bedenkliche Inhaltsstoffe wie Phosphate oder umweltschädigende Stoffe in der Verpackung fallen etwas weniger ins Gewicht.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Juli 2018
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Erschienen am 28.06.2018

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