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22 Zahnspangenmaterialien im Test

Auf den Zahn gefühlt

ÖKO-TEST Juni 2015 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 29.05.2015

22 Zahnspangenmaterialien im Test

Im Mund vieler Zahnspangenträger stecken Stoffe wie Nickel oder Latex, die Allergiker vermeiden sollten. Drei untersuchte Materialien enthalten krebserregende Nitrosamine - das geht gar nicht. Zum Glück bekommen die meisten Testprodukte aber ein "sehr gut".

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Für Millionen Deutsche symbolisiert sie wie kein zweites Produkt Fluch und Segen medizinischer Behandlung: die Zahnspange. Das Tauschgeschäft ist klar: Für die Hoffnung auf möglichst perfekte Zähne erträgt man einen Apparat im Mund, der Schmerzen, Schamgefühl und hohe Kosten verursachen kann.

Zwar sind längst alternative Methoden wie herausnehmbare Kunststoffschienen oder Spangensysteme für die Innenseite der Zähne auf dem Markt. Dennoch ist die sichtbar an den Vorderseiten der Zähne getragene Spange noch immer der flächendeckend eingesetzte Standard, wenn es darum geht, Zahnfehlstellungen zu beheben. Etwa zwei Drittel aller Behandlungen, schätzt der Berufsverband der Deutschen Kieferorthopäden (BDK), werden mit einer festsitzenden Zahnspange vorgenommen.

Für eine festsitzende Spange werden auf den Zahnflächen Brackets angebracht, kleine Plättchen aus Metall, Keramik oder Kunststoff. Üblicherweise raut der Kieferorthopäde den Zahn dafür mit einer verdünnten Säure oberflächlich auf und befestigt die Brackets mit einem Spezialkleber. Durch einen schmalen Schlitz an den Brackets läuft der sogenannte Bogen, ein Metalldraht, der aus unterschiedlichen Materialien, Dicken und Elastizitätsgraden bestehen kann. Er wird standardmäßig mit Gummiringen oder feinen Drähten an den Brackets befestigt, bei selbstligierenden Brackets mittels eines Clipmechanismus. Fixiert ist der Bogen an den hinteren Backenzähnen. Um diese zementiert der Kieferorthopäde passgenaue Metallreifen (Bänder), an deren zur Wange hin zeigenden Seite sich kleine Schlösser befinden, die Bukkalröhrchen. An ihnen findet der Bogen Halt. Über die Brackets übt der Bogen Kräfte auf die Zähne aus und führt diese so in die gewünschte Position. Für Korrekturen im Verhältnis von Ober- und Unterkiefer zueinander, etwa eines Überbisses, können zusätzlich elastische Gummizüge zwischen die Kiefer gespannt werden. Sie verschieben die Kiefer gezielt gegeneinander.

Gewöhnlicherweise handelt es sich bei den Materialien für Brackets, Bögen und Bänder um metallische Legierungen, zusammengesetzt aus Eisen, Chrom, Nickel, Molybdän, Kobalt oder Titan. Alternativen bestehen aus Keramik oder Kunststoff, sie sind jedoch deutlich teurer - die Mehrkosten trägt in der Regel der Patient. Die meisten Standardmaterialien wie Edelstahl enthalten Nickel und Chrom. Im Mund des Patienten korrodieren diese Legierungen, das heißt Metallionen lösen sich und gelangen in den Organismus. Das geschieht mehr oder weniger stark, je nach Zusammensetzung und Verarbeitung der Legierung und den Umgebungsbedingungen in der Mundhöhle.

Auch die Dauer der Behandlung spielt eine Rolle. "Nach sechs bis acht Monaten im Mund macht sich der Abrieb stärker bemerkbar, die Korrosion kann problematisch werden", sagt Professor Wolf-Dieter Müller, Leiter des Funktionsbereichs Biomaterialforschung und zahnärztliche Werkstoffkunde an der Berliner Charité. "Mehr und mehr Metallionen werden freigesetzt. Und ihre Ausw


Zahnspangenmaterialien: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

3M Victory Series Miniature Mesh Twin Bracket UL Centr. .022
  • 3M

Grey Power Chain I 15 ft. Roll
  • Ormco

Dentalastics Personal Bunte Ligaturenringe
  • Dentaurum

Forestadent Aesthetik-Line Brackets Standard-Edgewise .018
  • Forestadent

Stainless Steel Arch Blank Upper .019 x .025
  • Ormco

3M Clarity Aesthetic Braces Metal Reinforced Ceramic U/L
  • 3M

Dentaform Zahn 16, Gr. 27/Roth 22
  • Dentaurum

Discovery Brackets System Roth 22
  • Dentaurum

Elegance Kunststoff-Brackets, Standard Edgewise 18
  • Dentaurum

AO Natural-Bogen Form OK vierkant, .019 x .025 Form 1
  • American Orthodontics

AO Radiance Keramik-Bracket OK Zentral rechts
  • American Orthodontics

BioQuick Brackets Mc Laughlin/Bennett/Trevisi System Slot 18
  • Forestadent

3M Unitek Elastics John 3/8'' extra-heavy, Latex
  • 3M

Forestadent Gummis 5/16'' heavy, Latex
  • Forestadent

Forestadent Stahlbögen OK Maxillary  .019'' x .025''
  • Forestadent

Forestadent Molarenbänder Dura-Fit
  • Forestadent

AO Elastics Galapagos Giant Tortoise, Heavy, Latex
  • American Orthodontics

Remanium Idealbogen für Oberkiefer federhart plus
  • Dentaurum

3M Beta III Titanium Ortho Form III-Ovoid Lower
  • 3M

AO Mini MS Klebebracket OK Zentral rechts
  • American Orthodontics

Damon U1L Low Tq Slot .022
  • Ormco

Lower 1st Molar Washbon
  • Ormco

22 Zahnspangenmaterialien im Test
ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 58
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ÖKO-TEST Juni 2015 Seite 65

8 Seiten
Seite 58 - 65 im ÖKO-TEST Juni 2015
vom 29.05.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Von den unterschiedlichen Bestandteilen einer festen Zahnspange haben wir je mehrere Produkte eingekauft: neun Brackets, die direkt an den Zähnen angebracht werden, fünf Bögen, die die Brackets miteinander verbinden sowie drei Bänder, die an Backenzähnen befestigt werden und der Stabilisierung dienen. Daneben zwei Sorten Ligaturen, mit denen die Brackets am Bogen befestigt werden und drei Sorten Gummiringe, die zwischen Ober- und Unterkiefer gespannt werden. Dabei haben wir insbesondere bedeutende Hersteller wie Dentaurum, Forestadent oder Ormco berücksichtigt. Der Einkauf war nicht ganz einfach, da der Dentalfachhandel eigentlich ausschließlich Fachkreise bedient, also vor allem Zahnärzte, Kieferchirurgen, Zahntechniker und Dentallabore.

Die Inhaltsstoffe

Je nach Beschaffenheit der Zahnspangenmaterialien waren uns unterschiedliche Parameter wichtig: Die Metallteile ließen wir mit einem künstlich erzeugten Speichel darauf prüfen, wie viel Nickel sich aus ihnen löst. Außerdem wurden sie auf Blei, Cadmium und andere giftige Schwermetalle untersucht. Die Kunststoffteile unterzogen wir einem umfassenden Materialscreening, unter anderem ließen wir nach Weichmachern fahnden. Gummiringe aus Latex wurden darüber hinaus auf allergene Latexproteine und krebserregende Nitrosamine untersucht, bunte Ligaturenringe ließen wir auf krebserregende aromatische Amine prüfen.

Die Bewertung

Erfreulich für Patienten: In vielen Analysen waren die untersuchten Produkte unauffällig. Manche Materialien aus Metall gaben zwar etwas mehr Nickel ab als andere, doch nicht in auffälliger Menge. Krebserregende Nitrosamine allerdings haben in Zahnspangengummis rein gar nichts verloren, hier werten wir streng auf "mangelhaft" ab.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Juni 2015
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Erschienen am 29.05.2015

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