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20 Johanniskrautpräparate im Test

Wann kommt die Sonne?

ÖKO-TEST Februar 2018 | Autor: Kai Thomas | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 25.01.2018

20 Johanniskrautpräparate im Test

Johanniskraut kann gegen leichte bis mittelschwere Depressionen helfen. Wenn Extrakt und Dosierung stimmen, gilt seine Wirkung als wissenschaftlich belegt. Doch nur rund die Hälfte der Präparate im Test ist empfehlenswert.

Jeder Mensch kennt Zeiten, in denen sich die Welt grau anfühlt. Doch eine Depression im medizinischen Sinne ist mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief. Laien setzen "depressiv" häufig mit zeitweiliger Traurigkeit oder schlechter Laune gleich. So glaubt fast jeder Fünfte, dass sich Betroffene einfach zusammenreißen sollten und dass Schokolade die psychische Störung heilen kann. Das ergab eine Befragung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe von mehr als 2.000 Erwachsenen.

Schokolade hilft nichts. Aus dem Seelentief retten meist nur professionelle Hilfe und Medikamente. Den Erkrankten fällt es oft schwer, überhaupt etwas zu empfinden. Sie spüren nichts als innere Leere. Laut dem Robert-Koch-Institut zählen Depressionen zu den häufigsten psychischen Leiden. Innerhalb eines Jahres erkranken demnach bundesweit etwa 6,2 Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen depressiven Episode. Frauen trifft es häufiger als Männer. Sie suchen meist aber auch schneller Hilfe.

Eine Depression entwickelt sich meist schleichend. Betroffene sind niedergeschlagen und antriebslos. Sie leiden unter diffusen Kopf- oder Nervenschmerzen, Schlafstörungen, körperlicher Kraftlosigkeit und haben wenig Appetit. Auch Störungen von Magen, Darm sowie Herz und Kreislauf können auf die Krankheit hinweisen. Ärzte und Therapeuten sprechen erst dann von einer Depression, wenn sich jemand länger als zwei Wochen dauerhaft bedrückt und niedergeschlagen fühlt. Typisch ist es, in dieser Zeit das Interesse an ansonsten wichtigen Aktivitäten zu verlieren, die sonst Freude bereiten. Etwa an Hobbys, der Familie oder der Arbeit. Auch der innere Antrieb ist bei einer Depression zunehmend gehemmt. Betroffene ermüden bereits durch kleine Alltagsaufgaben. So fällt es ihnen etwa schwer, aus dem Bett zu kommen, zu telefonieren oder außer Haus zu gehen. Daneben leiden Depressive häufig unter verminderter Konzentration und Aufmerksamkeit. Gefühle von Wertlosigkeit, Schuld sowie Perspektivlosigkeit stellen sich ein. Die Vorstellung, der als ausweglos empfundenen Situation irgendwie zu entkommen und sei es durch Selbstmord, ist ebenfalls symptomatisch.

Eine Behandlung zielt vor allem darauf ab, die depressive Phase zu durchbrechen. Es geht darum, den oft erheblichen Leidensdruck zu mindern und die Teilnahme am Leben zu sichern. Dabei gilt es, akute Angst, Unruhe, Schlafstörungen und Suizidgefährdung zu lindern und Rückfälle zu verhindern. Wichtiger Pfeiler der Behandlung ist die Psychotherapie. Verläuft die Krankheit mittelgradig oder schwer, verschreiben Ärzte zudem chemische Antidepressiva. Für einen ersten Therapieversuch bei leichten bis mittelschweren Phasen gelten auch Extrakte aus Johanniskraut als Alternative.

Ganze 16 Millionen Euro setzte die Pharmabranche 2016 laut Ims Health mit rezeptfreien Johanniskrautmitteln um. Können sie wirklich helfen? Wir haben 20 Produkte eingekauft und einen kritischen Blick auf Wirk- und Hilfsstoffe geworfen.

Da


Johanniskrautpräparate: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Jarsin 300 mg, überzogene Tabletten
  • Cassella-med (Apotheke)

Jo-Sabona forte 425 mg, Hartkapseln
  • MIT Gesundheit (Apotheke)

Johanniskraut dura 425 mg, Hartkapseln
  • Mylan dura (Apotheke)

Laif 612, Filmtabletten
  • Bayer Vital (Apotheke)

Felis 425 mg, Hartkapseln
  • Hexal (Apotheke)

Neuroplant Aktiv, Filmtabletten
  • Dr. Willmar Schwabe (Apotheke)

Laif 900 Balance, Filmtabletten
  • Bayer Vital (Apotheke)

Johanniskraut 650 - 1 A Pharma, Filmtabletten
  • 1A Pharma (Apotheke)

Kira, überzogene Tabletten
  • Niehaus Pharma (Apotheke)

Hypericum Stada, Hartkapseln
  • Stada Vita (Apotheke)

Johanniskraut AL, Hartkapseln
  • Aliud Pharma (Apotheke)

Klein Hyperforat 250 mg, Filmtabletten
  • Dr. Gustav Klein (Apotheke)

Tetesept Johanniskraut Kapseln 500 mg
  • Tetesept Pharma

Schoenenberger Johanniskraut, Saft
  • Schoenenberger

Altapharma Johanniskraut Dragees SN
  • Rossmann

Das Gesunde Plus Johanniskraut Dragees SN
  • Dm

Kneipp Johanniskraut Dragees H
  • Kneipp

Zirkulin Johanniskraut Dragees H
  • Zirkulin

Abtei Johanniskraut, Kapseln
  • Abtei (Apotheke, Drogerie)

Dr. Dünner Hyperigold Johanniskraut-Kräutertabletten N
  • Dr. Dünner (Reformhaus)

20 Johanniskrautpräparate im Test
ÖKO-TEST Februar 2018 Seite 56
ÖKO-TEST Februar 2018 Seite 57
ÖKO-TEST Februar 2018 Seite 58
ÖKO-TEST Februar 2018 Seite 59
ÖKO-TEST Februar 2018 Seite 60
ÖKO-TEST Februar 2018 Seite 61

6 Seiten
Seite 56 - 61 im ÖKO-TEST Februar 2018
vom 25.01.2018

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 20 Johanniskrautpräparate in Apotheken und Drogerien eingekauft. Zwölf sind als pflanzliche und acht als traditionelle pflanzliche Arzneien zugelassen. Die Packungspreise reichen von 3,55 bis 36,20 Euro.

Die Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel

Wie empfehlenswert sind die Mittel bei leichten vorübergehenden depressiven Störungen, nervlicher Belastung und geistiger Erschöpfung? Wie steht es um Risiken und Nebenwirkungen? Diese Fragen hat Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt für uns beantwortet.

Die Hilfsstoffe

Stecken in den Präparaten problematische Stoffe? Wir haben die Deklarationen geprüft und unter anderem auf unnötige Farb- und Konservierungsstoffe geachtet.

Die Weiteren Mängel

Ein Labor untersuchte die Verpackungen auf umweltschädliche PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen.

Die Bewertung

Die Wirksamkeit der Johanniskrautzubereitungen in den Tabletten ist maßgeblich für unsere Bewertung. Sie gilt für die pflanzlichen Arzneimittel im Test als wissenschaftlich belegt. An den als traditionelle pflanzliche Arzneien zugelassenen Mitteln beklagen wir eine mangelhafte Studienlage und eine durchgängige Unterdosierung. Weitere Minuspunkte gibt es für problematische Farbstoffe.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Februar 2018
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Erschienen am 25.01.2018

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