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Schnurlos-Telefone im Test: Worauf Sie bei DECT-Telefonen von Gigaset & Co. achten sollten

ÖKO-TEST November 2017 | Autor: Jörg Döbereiner, Kai Thomas | Kategorie: Freizeit und Technik | 26.10.2017

Schnurlos-Telefone im Test: Worauf Sie bei DECT-Telefonen von Gigaset & Co. achten sollten

Wir haben 15 Schnurlos-Telefone auf Ausstattung, Bedienbarkeit, Akustik und auch auf Strahlung getestet. In puncto Bedienung und Ausstattung überzeugen alle Geräte. In Sachen Elektrosmog allerdings die meisten nicht.

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ÖKO-TEST November 2017:

DECT-Telefone

Handys und auch schnurlose Festnetztelefone, WLAN und Bluetooth funktionieren mit hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung. Die Strahlung nimmt mit zunehmendem Abstand von der Strahlenquelle stark ab. Spitzenwerte sind im Alltag deshalb beim mobilen Telefonieren zu erwarten, wenn wir das Gerät direkt ans Ohr halten. Handys haben gegenüber DECT-Telefonen (DECT = Digital Enhanced Cordless Telecommunications) die größere maximale Sendeleistung. Abhängig von der Qualität der Verbindung kann die Strahlungsbelastung durch ein Handy aber auch unter der eines DECT-Telefons liegen.

Schnurlos-Telefone von Gigaset, Philips, Fritz!, Motorola & Co. im Test

Welche Effekte hochfrequente elektromagnetische Strahlung auf die Gesundheit des menschlichen Körpers hat, darüber sind sich Forscher nicht einig. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass starke hochfrequente elektromagnetische Strahlung das menschliche Gewebe erwärmen und so der Gesundheit schaden kann. Um das zu vermeiden, existieren in Deutschland und anderen Ländern Grenzwerte, beispielsweise SAR-Werte (Spezifische Absorptionsrate). Je höher der SAR-Wert, desto stärker erwärmt die Strahlung das Gewebe. "Grundsätzlich gilt, dass unterhalb der Grenzwerte nach aktuellem Wissensstand keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder des Mobilfunks nachgewiesen sind", heißt es vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Die Erwärmung des Gewebes sei zudem die einzige nachgewiesene gesundheitsrelevante Wirkung.

"Wir sehen es als bewiesen an, dass auch nicht-thermische Effekte von hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung verursacht werden, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche bis hin zu Fruchtbarkeitsschäden und Krebs", sagt hingegen Jörn Gutbier, Vorsitzender der Umwelt- und Verbraucherschutzvereinigung Diagnose Funk. Zahlreiche Studien hätten gesundheitliche Effekte bereits weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte nachgewiesen, so der Architekt und Baubiologe.

Test Schnurlos-Telefone: Elektrosmog, Ausstattung und Bedienbarkeit von 15 DECT-Telefonen geprüft

Was bedeutet all das für Verbraucher? Nicht in Angstzustände zu verfallen, aber vorsorglich die Belastung mit Elektrosmog zu minimieren - dazu raten selbst Vertreter der Position, Erwärmung sei der einzige gesundheitliche Effekt. Vom Bundesamt für Strahlenschutz etwa heißt es, man solle mit dem Handy nur kurz telefonieren, den WLAN-Router nachts ausschalten und strahlungsarme Geräte verwenden. 

Doch welche Geräte sind strahlungsarm, oder wenigstens strahlungsreduziert? Wir haben 15 Schnurlostelefone nicht nur auf Ausstattung, Bedienbarkeit und Akustik getestet, sondern auch auf Strahlung. 

Das Ergebnis: 13 Telefone beurteilen wir aufgrund ihrer Strahlung mit "befriedigend", zwei mit "ausreichend". In puncto Ausstattung und Bedienbarkeit schneiden alle mit "gut" oder "sehr gut" ab.

Alle schnurlosen Festnetztelefone im Test senden mit gepulster, hochfrequenter Strahlung in Größenordnungen, die stark erhöhte Spitzenwerte direkt am Ohr erwarten lassen. Dies gilt selbst für die minimalen Werte, die das Prüfinstitut unter optimalen Bedingungen in einem Meter Abstand zum Mobilteil während des Telefonats gemessen hat. Die gesundheitlichen Wirkungen dieser Art von Elektrosmog sind nicht hinreichend geklärt, deshalb beurteilen wir keines dieser Geräte besser als mit "befriedigend".

Schnurlos-Telefone im Test: wegen erhöhter Strahlung oft nur "befriedigend" oder "ausreichend"

Erfreulicherweise regeln alle Geräte ihre Leistung und damit ihre Strahlungsemission automatisch je nach Verbindungsqualität herunter. Die Unterschiede sind beträchtlich: Einen Meter vom Mobilteil entfernt maß das Prüfinstitut bei schlechtem Empfang häufig zehn-, bisweilen auch hundertmal so hohe Werte wie bei guter Verbindung. Wer Strahlung reduzieren will, sollte also auf eine gute Verbindung zur Basis achten. 

Neun von elf Basisstationen strahlen nach dem Gespräch überhaupt nicht mehr. Das ist positiv zu werten und ein klarer Fortschritt gegenüber früheren Tests. Zwei Modelle im Test reduzieren allerdings die Strahlung nur, wenn das Mobilteil in der Basis steckt, und auch dann bleibt ein Rest. Nutzer bekommen davon jedoch nichts mit, weil beide Anbieter in der Gebrauchsanleitung kein Wort darüber verlieren.

Test DECT-Telefone: alle "gut" bis "sehr gut" bei Ausstattung und Bedienung

Die Akkus der meisten Geräte im Test reichen für 13 Stunden Gespräch oder mehr. Ein Gerät schafft sogar für mindestens 20 Stunden. Aber einige Telefone im Test haben auch eher kurz Akkulaufzeiten von weniger als 13 Stunden. In puncto Reichweite dringen alle Telefone durch mindestens vier Wände, die meisten sogar durch fünf oder sechs, gemessen im Vollabschaltmodus ohne reduzierte Reichweite.

An sieben Telefonen kritisieren die Prüfer im Hörerbetrieb leichte störende Geräusche wie Rauschen oder auch leichte Aussetzer. Zwei Modelle fallen in der Sprachqualität im Freisprechbetrieb ab. Gravierende Mängel zeigten sich im Test aber nicht.

Schnurlos-Telefone von Gigaset & Co. im Test: Unterschiede bei der Akkuleistung

Auch bei der Tastenergonomie und dem Display gibt es Unterschiede. Mal lässt der Komfort bei der Bedienung der Tastatur zu wünschen übrig, weil die Tasten nicht hervorstehen, sondern eingelassen sind. Mal zeigt das Display die Ziffern nicht sehr benutzerfreundlich an.

Das gesamte Ergebnis im Detail sowie die Testtabelle lesen Sie im ePaper.


Telefone, DECT: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Grundig D3145 mit AB, schwarz
  • Grundig

Philips Linea Lux M3451B/38 mit AB
  • Gibson Innovations

Gigaset S850 A Go mit AB, Platin - Schwarz
  • Gigaset Communications

Fritz! Fon C5
  • AVM

Philips D6351B mit AB
  • Gibson Innovations

AEG Lloyd 15 mit AB
  • AEG

Motorola T311 Single mit AB, schwarz
  • Motorola

Speedphone 11, Grafit
  • Telekom

Panasonic KX-TGJ320 mit AB, schwarz
  • Panasonic

Peaq DECT Phone PDP170-B mit AB
  • Imtron

Sinus A 207 (mit AB), schwarz
  • Telekom

Panasonic IP-Phone KX-TGQ400GB
  • Panasonic

Gigaset C430 HX, schwarz
  • Gigaset Communications

Medion Life E63190 (MD 84830) mit AB, schwarz
  • Medion

Speedphone 31 mit Basis und AB, Schiefer
  • Telekom

Schnurlos-Telefone im Test: Worauf Sie bei DECT-Telefonen von Gigaset & Co. achten sollten
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ÖKO-TEST November 2017 Seite 146
ÖKO-TEST November 2017 Seite 147
ÖKO-TEST November 2017 Seite 148
ÖKO-TEST November 2017 Seite 149

8 Seiten
Seite 142 - 149 im ÖKO-TEST November 2017
vom 26.10.2017
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben elf DECT-Telefone mit Basis und Anrufbeantworter sowie vier Mobilteile für Router mit DECT-Basis eingekauft. Alle Geräte kosten unter 100 Euro, die günstigsten knapp 30 Euro. 

Die Strahlungsmessung: Ein Prüfinstitut analysierte, wie sich Basisstationen und Mobilteile in puncto hochfrequenter Strahlung verhalten. Wir ließen für verschiedene Geräteeinstellungen und Verbindungsqualitäten im laufenden Betrieb messen - und auch im Stand-by. Gemessen wurde jeweils die Leistungsflussdichte in Mikrowatt pro Quadratmeter (µW/m²). 

Der Praxistest: Ein weiteres Prüfinstitut checkte wichtige Ausstattungsmerkmale der Geräte und wie gut sie sich bedienen lassen. Die Experten überprüften unter anderem Energieverbrauch, Reichweite und Akkulaufzeit. Die Akustikprüfungen umfassten sowohl subjektive Eindrücke während des Telefonierens als auch Analysen mit technischen Messgeräten. 

Die Weiteren Mängel: Hierzu zählen Schadstoffe wie chlorierte Verbindungen, die in Herstellung und Entsorgung die Umwelt belasten, und Hinweise auf umweltschädliche bromierte Flammschutzmittel. Auch wenig gravierende Kritikpunkte wie Deklarationsmängel fallen darunter.

Die Bewertung: Die gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter Strahlung sind noch immer nicht zufriedenstellend geklärt. Deshalb ist das Testergebnis Strahlungsmessung so wichtig, dass das Gesamturteil nicht besser sein kann als jenes. Ausstattung und Handhabung des Geräts sowie weitere Mängel können die Gesamtnote allenfalls verschlechtern.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST November 2017
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Erschienen am 26.10.2017

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