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Kreidefarbe im Test: Die besten Farben für Möbel im Shabby Chic

Ratgeber Bauen und Wohnen 2019 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 16.05.2019

Kreidefarbe im Test: Die besten Farben für Möbel im Shabby Chic
(Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/Shutterstock)

Der pudrig-matte Ton von Kreidefarben lässt etwa Möbel optisch altern. In unserem Test sehen leider viele der Farben auch bei der Schadstoffbelastung alt aus. Immerhin eine Farbe ist „sehr gut“.

Macken und Kratzer gehören beim Einrichtungsstil "shabby chic" zum guten Ton. Pudrig-matte Anstriche und Verzierungen sollen Möbel und Wohnaccessoires zusätzlich alt und gebraucht wirken lassen.

Kreidefarbe im Test: Bondex & Co. im Vergleich

Das Imperfekte macht den Charme aus. Vor allem für Weiß- und Pastelltöne eignen sich Kreidefarben: Sie decken stark, haben eine samtweiche Optik und haften praktisch auf jedem Material – anders als Kalkfarben, die sich eher nur für mine­ralische Untergründe (Putz, Beton) eignen. Auch bilden Kreidefarben in der Regel keinen glatten Schutzfilm wie viele Acryllacke, weshalb die Oberfläche selbst bei starker Abnutzung nicht reißt. Und sie lassen sich gut verarbeiten.

In Feuchträumen wie Bad und Küche und auf stark beanspruchten Flächen wie Treppen und Böden ist von Kreidefarben eher abzuraten, da viele nur bedingt wischfest sind. Schutzversiegelungen nach dem Anstrich seien deshalb auch bei Möbeln sinnvoll. Um den matten Shabby-Chic-Look zu erhalten, eigneten sich Wachse dafür meist besser als Lacke.

Nur zwei Kreidefarben im Test empfehlenwert

Im Test: Wir wollten wissen, was in den Produkten steckt und haben insgesamt zehn Kreidefarben und vier Wachse in die Labore geschickt.

Das Ergebnis: Von zehn Kreidefarben können wir nur eine mit „sehr gut“ empfehlen, eine weitere ist „gut“. Vier schneiden „befriedigend“ oder „ausreichend“ ab und weitere vier fallen mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch. Das Hauptproblem, die Inhaltsstoffe ­betreffend, ist: In etlichen Farben steckt einiges an flüchtigen organischen Verbindungen, darunter problematische Glykole und Formaldehyd-/abspalter. ­Damit sind die Kreidefarben stärker belastet als etwa Wandfarben, die ÖKO-TEST zuletzt untersucht hat. Besser schneiden zumindest drei der vier getesteten Wachse ab.

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Krebserregender Stoff in einigen Kreidefarben

Krebserregend: Formaldehyd/-abspalter hat das von uns beauftragte Labor in einem Wachs und in drei Farben nachgewiesen. Formaldehyd ist krebs­erregend, wenn es eingeatmet wird. Es kann zudem die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Der Stoff ­gehört zur Gruppe der flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) – wie auch die problematischen Glykole, die in zwei Farben stecken. Die analysierten Glykole können unter anderem die Haut oder die Augen reizen.

Damit Farben nicht verkeimen und länger haltbar bleiben, konservieren die Hersteller sie – häufig mit allergieauslösenden Isothiazolinonen. Laut Experten ist die Zahl entsprechender Reaktionen, zum Beispiel Ekzeme, in den vergangenen Jahren extrem angestiegen. Vier Produkte werten wir wegen erhöhter Gehalte ab.

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Kreidefarben: Oft zu wenig Infos über Inhalt

Inhaltsstoffe, Konservierer, Reichweite – wen interessiert denn ­sowas? Das zumindest scheinen einige Hersteller zu denken. Anders lässt es sich nicht erklären, warum auf vielen Etiketten eine beeindruckende Informationsarmut herrscht. Schade! Und ­unnötig: Das Gesamtresultat hätte vielfach besser ausfallen können, wenn die Etiketten informativer gewesen wären. Das gilt auch für ein Wachs, das sich ein besseres Gesamturteil durch Deklarationsmängel verhagelt.

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Testverfahren

Der Einkauf: In Onlineshops und Baumärkten haben wir insgesamt zehn Kreidefarben und vier Wachse eingekauft, die sich unter anderem für die Anwendung auf Möbeln eignen sollen.

Die Inhaltsstoffe: Flüchtige organische Verbindungen (VOC) belasten die Umwelt und den Menschen beim Einatmen. Sie stecken auch in wasserbasierten Farben und Wachsen. Fraglich ist aber, ob es sich um besonders problematische VOC handelt: etwa Formaldehyd und bestimmte Glykolether. Interessiert hat uns zudem, inwieweit die Hersteller ihre Farben mit allergieauslösenden Isothiazolinonen konservieren oder Kobalt zusetzen, damit sie schneller trocknen.

Die Deklaration: Etiketten sollten Verbrauchern ein gewisses Maß an Informationen bieten: Dazu gehören auf Farb- und Wachsgebinden etwa Angaben zu Inhalts- und Konservierungsstoffen und zur Reichweite - selbst wenn sie der Gesetzgeber nicht vorschreibt.

Die Bewertung: Das Hauptaugenmerk liegt auf bedenklichen und problematischen Inhaltsstoffen. Deklarationsmängel fließen weniger stark gewichtet ins Gesamturteil ein.

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