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14 Kindersandalen im Test

Alles Käse?

ÖKO-TEST Juni 2018 | Kategorie: Kinder und Familie | 24.05.2018

14 Kindersandalen im Test

Zum Glück nicht! Nach diesem Test können wir Ihnen Sandalen nennen, die robust und schadstoffarm sind. Ein edles Fußbett brauchen kleine Füße dagegen nicht.

Kinderfüße sind keine kleinen Erwachsenenfüße. Sie reifen: vom speckigen Babyplattfuß bis zum kräftig-sehnigen Wunderwerk, dessen Längs- und Quergewölbe das schmerzfreie Tragen eines großen, schweren Körpers bis ins hohe Alter ermöglichen. Sie richten sich ungefähr bis zum sechsten Lebensjahr auf. Dafür brauchen die Füße reichlich Gelegenheit, Bodenunebenheiten zu spüren und aktiv auszugleichen. Sprich: Barfuß laufen macht gesunde Füße. Wenn es draußen nicht geht, dann drinnen. Wenn es zu kalt ist, dann in Stoppersocken.

Und welche Schuhe taugen für Straße und Gelände? Der Sportwissenschaftler Dr. Wieland Kinz vom unabhängigen Forschungsteam "Kinderfüße-Kinderschuhe" in Bregenz empfiehlt, die typischen Werbeaussagen großzügig zu ignorieren: "Schon das Wort Fußbett ist Unsinn. Die Füße sollen sich ja nicht hinlegen und schlafen, sondern möglichst aktiv sein." Dafür von Vorteil sei eine biegsame Laufsohle. "Wenn Sie im Geschäft verschiedene Modelle in die Hand nehmen und biegen, merken Sie die Unterschiede." Das wichtigste Kriterium ist: Kinderschuhe müssen richtig passen.

Schadstoffarm und nicht so schnell kaputt wäre außerdem gut. Als Entscheidungshilfe für Sie in diesem Sommer, haben wir 14 Kindersandalen in die Praxis- und Chemieprüfung geschickt.

Das Testergebnis

Es geht. Zwei Sandalen können wir mit "guten" Gesamturteilen empfehlen. Fünf sind immerhin "befriedigend". Die Labore haben weder krebserregendes Chromat im Leder gefunden noch verbotene Farbstoffe. Zum Vergleich: In unserem Kindersandalentest vor fünf Jahren war "mangelhaft" das beste Gesamturteil. Auch dieses Mal gibt es jedoch drei "mangelhafte" Marken und eine "ungenügende" Kindersandale.

Vom Leder lassen? Leder muss konserviert werden. Die Fabriken setzen dafür oft Stoffe ein, die die Haut reizen oder allergische Hautreaktionen hervorrufen können. Hierzu zählen Chlorkresol und Thiocyanomethylthiobenzothiazol (TCMTB). In drei Ledersandalen summieren sich Rückstände dieser Konservierer erheblich.

Voll verchromt. Das Gerben von Leder erfolgt meist mit Chromsalzen. Kein Wunder, dass das beauftragte Labor in fast allen Schuhen mit Lederanteil Chrom nachgewiesen hat. Es ist umweltschädlich und kann Chromallergikern Probleme bereiten. Die Schuhe des schwedischen Herstellers Kavat bestehen aus chromfrei gegerbtem Leder. Die Sandalen von Keen sind zwar ohne Leder gefertigt, enthalten aber trotzdem Chrom. Es könnte aus den Farben stammen.

Krebsverdächtige Farbstoffbestandteile haben in Kinderschuhen nichts zu suchen. Wir werten deshalb den Nachweis des krebsverdächtigen Farbstoffbestandteils Anilin in drei Schuhen streng ab, auch wenn damit derzeit nicht gegen Gesetze verstoßen wird und Anilin nicht auf der Liste der verbotenen Farbstoffbestandteile steht.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) kritisieren wir in vier Produkten, drei davon enthalten die als krebsverdächtig eingestufte Verbindung Naphthalin.

Gift ist im Schuh. Die H&M-Sandalen fallen wegen


Kinderschuhe, Sandalen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

  • Crocs

  • Jack Wolfskin

  • Keen

  • Birkenstock

  • Kavat

  • Ricosta

  • Elefanten

Kangaroos Sinclair ll Sandale, dk navy/lime
  • Kangaroos

Geox JS Cuore Sandale, navy
  • Geox

Richter Tecbuk/Neopren Sandale, atlantic/apple
  • Richter

H&M Sandalen mit Applikation Silberfarben / Einhorn
  • H&M

Froddo Sandale mit Klett, rot
  • Ivancica

Superfit Fussbettpantoffel, Rosa Tecno
  • Legero

Naturino Sky Nappa Spazz. Sandalen, blau
  • Falc

14 Kindersandalen im Test
ÖKO-TEST Juni 2018 Seite 88
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ÖKO-TEST Juni 2018 Seite 95

8 Seiten
Seite 88 - 95 im ÖKO-TEST Juni 2018
vom 24.05.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Klassische Riemchen-, robuste Leder- und Trekkingsandalen, von glitzernd mit Einhorn bis schlicht dunkelblau: Wir haben 14 Modelle für Jungen und Mädchen aus verschiedenen Materialien in den Größen 30 und 31 für 18 bis 80 Euro eingekauft.

Die Gebrauchseignung

Lassen sich Riemen leicht aus- oder zerreißen? Geht nach einer kleinen Schädigung des Profils rasch die ganze Sohle kaputt? Und färben die Schuhe an schwitzende Kinderfüße ab?

Die Inhaltsstoffe

Alle chromhaltigen Lederteile haben wir auf das verbotene Chromat (Chrom VI) untersuchen lassen. Auf der langen Liste der analysierten Inhaltsstoffe standen außerdem Konservierungsmittel, Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Außerdem fahndeten die Labore nach problematischen Farbstoffen und Lösemitteln, die Allergien auslösen können.

Die Weiteren Mängel

Ein kurzes Stück Nähgarn mit optischen Aufhellern und kleine Teile am Riemen aus PVC/PVDC/chlorierten Verbindungen sind erst mal kein Problem für den Menschen. Die Umwelt wird durch die massenweise Produktion aber durchaus belastet.

Die Bewertung

Weil Sandalen oft direkten Hautkontakt haben, gewichten wir das Testergebnis Inhaltsstoffe mit 60 und das Testergebnis Gebrauchseignung mit 40 Prozent. Für ein "ungenügendes" Testergebnis Inhaltsstoffe reichen bereits fünf Noten Abwertung. Eine Kindersandale, die wir für ihre Inhaltsstoffe um mehr als zehn Noten abwerten, weist so viele gravierende Mängel auf, dass auch das Gesamturteil nicht besser als "ungenügend" sein kann.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Juni 2018
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Erschienen am 24.05.2018

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