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10 Laufräder im Test

Läuft's?

Ratgeber Kleinkinder | Kategorie: Kinder und Familie | 13.09.2018

10 Laufräder im Test

Auf Laufrädern trainieren Kinder sowohl ihre Balance als auch ihre motorischen Fähigkeiten. Grundvoraussetzung: eine gute Verarbeitung des Laufrads. Unser Test zeigt, dass die meisten Exemplare sicher sind. Sie enthalten aber zu viele Schadstoffe.

Was für ein Gefühl: Plötzlich die Balance halten, ohne Stützräder dahinrollen. Mancher Erwachsene wird sich noch an sein erstes Mal erinnern. Papa oder Mama hat das Kind mit Worten ermutigt wie: "Na los, du schaffst das!" Und tatsächlich. Irgendwann, nach langem Üben, klappte es.

Künftige Elterngenerationen mögen diesen Moment wohl als nicht mehr ganz so magisch erleben. Der Schritt zum freien Fahren ist heute nicht mehr so groß. Denn seit Ende der 90er-Jahre, seitdem die ersten Laufräder auf den Markt kamen, lernen Kinder das Fahrradfahren völlig anders. Stützräder sind out. Nach dem Bobbycar folgt heutzutage das Laufrad. Kinder lernen schon früh, die Balance auf zwei Rädern zu halten. Der Umstieg aufs Fahrrad fällt nicht mehr so schwer, einzig die Sache mit den Pedalen will noch gelernt sein.

Experten sind sich weitgehend einig: Das Laufrad schult wichtige motorische Fähigkeiten. "Es ist geeignet für Kinder ab etwa zwei Jahren, die damit Motorik und Gleichgewicht üben", heißt es etwa von der Deutschen Verkehrswacht. Die Kinder seien "auf einem Laufrad weitgehend sicher, da sie bei jeder Bewegung die Füße auf dem Boden" behielten.

Auch Frauke Mecher, Kinderphysiotherapeutin und Beiratssprecherin des Deutschen Verbands für Physiotherapie, bestätigt, dass Laufradfahren die Balance schult. Sie hat aber einen Einwand gegen zu frühes und ständiges Laufradeln: "Ich habe beobachtet, dass kleine Kinder mittlerweile viele Wege fast nur noch mit dem Laufrad zurücklegen wollen, da es schneller geht; sie werden regelrecht lauffaul." Der Bewegungsablauf beim Sitzen auf dem Laufrad gleiche aber eher einem Paddeln mit den Füßen. Das Gleichgewicht werde zwar prima geschult; für eine gute und gesunde Entwicklung des Fußgewölbes sei es jedoch unerlässlich, dass die Füße belastet und die Fußmuskeln aktiviert würden. "Dies geschieht beim Stehen und Gehen, am besten noch auf unebenen Böden", sagt Mecher.

Sie rät Eltern, darauf zu achten, dass ihre Kinder größere Strecken auch einfach mal zu Fuß zurücklegen. Häufig stiegen die Kleinen viel zu früh auf das Laufrad. Zweieinhalb Jahre sei ein gutes Alter, um anzufangen. Im Alter zwischen 10 und 18 Monaten beginnen Kinder zu laufen. "Es sollte genügend Zeit bleiben, bis sie sich auf den Sattel setzen", sagt die Bewegungsexpertin.

Um Laufrad zu fahren, müssen Kinder mehrere Dinge gleichzeitig bewältigen. Viele Zweijährige seien, was den Kopf und den Bewegungsapparat betrifft, dafür noch nicht bereit. Das Laufrad sollte daher nur abseits vom Straßenverkehr zum Einsatz kommen.

Selbst der Bürgersteig sei für Kinder nicht immer sicher. "Sie hören plötzlich ein Auto, verreißen vor Schreck den Lenker und fallen von der abschüssigen Bordsteinkante", veranschaulicht die Kinderphysiotherapeutin.

Unabdingbare Voraussetzung für ein sicheres Fahren ist, dass das Laufrad gut verarbeitet ist. Wir haben zehn Modelle eingekauft und in einem Praxislabor auf Fahrverhalten, Ausstattung und Sicherheitsmängel testen lassen. Zudem


Laufräder: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Kiddimoto Mountain Bike MT1, Matt Orange
  • Kiddimoto

Pinolino Laufrad Lino
  • Pinolino

B'Twin Run Ride 100, weiß
  • Decathlon

S'Cool Pedex 1, blau/orange matt
  • Coolmobility

Hudora Laufrad Toddler, blau/rot
  • Hudora

Smoby Laufrad, orange
  • Smoby

Kettler Laufrad Run 8'' Girl
  • Kettler

Puky Laufrad LR M Plus, Kiwi
  • Puky

Kokua Like A Bike Jumper, Black
  • Kokua

Jako-O Laufrad Holz, Pferdefreunde 112-126
  • Jako-O (Versand)

10 Laufräder im Test
Ratgeber Kleinkinder Seite 120
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5 Seiten
Seite 120 - 124 im Ratgeber Kleinkinder
vom 13.09.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben zehn Laufräder eingekauft. Acht haben einen Rahmen aus Metall, zwei sind aus Holz. Sechs besitzen Reifen aus Vollgummi oder Plastik, vier haben welche zum Aufpumpen. Für das günstigste Produkt zahlten wir rund 35 Euro, für das teuerste fast 200 Euro.

Die Praxisprüfung

Laufräder müssen viel aushalten. Die Kleinen lassen sie fallen, rasen damit gegen ein Hindernis oder Große setzen sich zum Spaß drauf. Szenarien wie diese simulierte das von uns beauftragte Praxislabor. Die Experten schauten sich die Verarbeitung und Ausstattung genauestens an: Wie stabil sind sie? Wie gut ist der Lack? Gibt es gefährliche Quetschstellen? Ist der Abstand der Sattelstütze oder des Seitenständers zum Boden hoch genug, damit Kinder nicht an der Bordsteinkante hängen bleiben? Haben die Griffenden an den Lenkern einen ausreichend großen Prallschutz, damit die Kleinen sich nicht verletzen, falls sie auf den hochgestellten Lenker fallen?

Die Inhaltsstoffe

Vor allem in Griffen und Sätteln stecken oft Schadstoffe. Wir ließen sie auf gesundheitsschädliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersuchen, die als Bestandteile von Weichmacherölen auf Mineralölbasis häufig in der Produktion von Gummi und Weichkunststoffen Anwendung finden. Zudem untersuchten die Labore Griffe und Sättel auf Phthalate und andere Weichmacher sowie auf phosphororganische Verbindungen.

Die Weiteren Mängel

Wie umständlich ist die Montage, wie verständlich die Anleitung? Stecken umweltschädliche chlorierte Verbindungen in Produktteilen?

Die Bewertung

Ein gutes Laufrad muss in erster Linie ein sicheres Fahren gewährleisten. Für das Gesamturteil ist daher das Testergebnis Praxisprüfung maßgeblich. Stecken allerdings zu viele Problemstoffe in dem Spielzeug, kann unter dem Strich kein "sehr gut" stehen.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
Ratgeber Kleinkinder
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Erschienen am 13.09.2018

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