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15 Schnurlostelefone im Test

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ÖKO-TEST November 2017 | Kategorie: Freizeit und Technik | 26.10.2017

15 Schnurlostelefone im Test

Keines der Schnurlostelefone im Test können wir aufgrund ihrer elektromagnetischen Strahlung empfehlen. Immerhin haben sich die Geräte gegenüber früheren Tests etwas verbessert. In puncto Bedienung und Ausstattung sind alle "gut" oder "sehr gut".

Video

ÖKO-TEST November 2017:

DECT-Telefone

Es kam durchaus überraschend, das Urteil eines italienischen Arbeitsgerichts vom Frühjahr 2017. Die Richter sahen eine extreme Nutzung des Mobiltelefons als Ursache einer Tumorerkrankung an und lösten damit ein erhebliches Medienecho aus. Roberto Romeo, ehemaliger Angestellter eines italienischen Kommunikationsunternehmens, hatte 15 Jahre lang mehrere Stunden täglich für seine Firma mit dem Handy telefoniert. Er entwickelte einen Tumor, sein Hörnerv musste entfernt werden. Das Gericht sah einen direkten Zusammenhang mit dem vielen Telefonieren und sprach ihm eine monatliche Invalidenrente von 500 Euro zu. Diese Entscheidung brachte erneut die Frage aufs Tapet, wie gesundheitsschädlich Elektrosmog tatsächlich wirken kann.

Handys und auch schnurlose Festnetztelefone, WLAN und Bluetooth funktionieren mit hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung. Die Strahlung nimmt mit zunehmendem Abstand von der Strahlenquelle stark ab. Spitzenwerte sind im Alltag deshalb beim mobilen Telefonieren zu erwarten, wenn wir das Gerät direkt ans Ohr halten. Handys haben gegenüber DECT-Telefonen (DECT = Digital Enhanced Cordless Telecommunications) die größere maximale Sendeleistung. Abhängig von der Qualität der Verbindung kann die Strahlungsbelastung durch ein Handy aber auch unter der eines DECT-Telefons liegen. Von WLAN-Routern, DECT-Basisstationen und Babyfonen, aber auch weiter entfernten Mobilfunkantennen sind geringere Strahlungswerte zu erwarten, dafür kann Dauerbelastung bestehen.

Welche Auswirkungen hochfrequente elektromagnetische Strahlung auf die Gesundheit des menschlichen Körpers hat, darüber sind sich die Forscher nicht einig. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass starke hochfrequente elektromagnetische Strahlung das menschliche Gewebe erwärmen und so der Gesundheit schaden kann. Um das zu vermeiden, existieren in Deutschland und anderen Ländern Grenzwerte, beispielsweise SAR-Werte (Spezifische Absorptionsrate). Je höher der SAR-Wert, desto stärker erwärmt die Strahlung das Gewebe. "Grundsätzlich gilt, dass unterhalb der Grenzwerte nach aktuellem Wissensstand keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder des Mobilfunks nachgewiesen sind", heißt es vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Und das Amt geht noch weiter: Die Erwärmung des Gewebes sei zudem die "einzige nachgewiesene gesundheitsrelevante Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder".

Auch Dr. Sarah Drießen sieht das so. Sie ist Mitarbeiterin am Forschungszentrum für Elektro-Magnetische Umweltverträglichkeit an der RWTH Aachen und Mitglied der Strahlenschutzkommission. "Es gibt in dieser Frage zwei wissenschaftliche Lager", sagt sie. "Die mehrheitliche Meinung ist: Abgesehen von den thermischen Effekten gibt es keine weiteren wissenschaftlich bewiesenen gesundheitlichen Effekte. Die andere Meinung besagt, dass weitere Effekte auftreten."

Diese andere Meinung vertritt beispielsweise Jörn Gutbier. Er ist Vorsitzender der Umwelt- und Verbrauc


Telefone, DECT: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Grundig D3145 mit AB, schwarz
  • Grundig

Philips Linea Lux M3451B/38 mit AB
  • Gibson Innovations

Gigaset S850 A Go mit AB, Platin - Schwarz
  • Gigaset Communications

Fritz! Fon C5
  • AVM

Philips D6351B mit AB
  • Gibson Innovations

AEG Lloyd 15 mit AB
  • AEG

Motorola T311 Single mit AB, schwarz
  • Motorola

Speedphone 11, Grafit
  • Telekom

Panasonic KX-TGJ320 mit AB, schwarz
  • Panasonic

Peaq DECT Phone PDP170-B mit AB
  • Imtron

Sinus A 207 (mit AB), schwarz
  • Telekom

Panasonic IP-Phone KX-TGQ400GB
  • Panasonic

Gigaset C430 HX, schwarz
  • Gigaset Communications

Medion Life E63190 (MD 84830) mit AB, schwarz
  • Medion

Speedphone 31 mit Basis und AB, Schiefer
  • Telekom

15 Schnurlostelefone im Test
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ÖKO-TEST November 2017 Seite 147
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ÖKO-TEST November 2017 Seite 149

8 Seiten
Seite 142 - 149 im ÖKO-TEST November 2017
vom 26.10.2017
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben elf DECT-Telefone mit Basis und Anrufbeantworter sowie vier Mobilteile für Router mit DECT-Basis eingekauft. Alle Geräte kosten unter 100 Euro, die günstigsten knapp 30 Euro.

Die Strahlungsmessung

Ein Prüfinstitut analysierte, wie sich Basisstationen und Mobilteile in puncto hochfrequenter Strahlung verhalten. Wir ließen für verschiedene Geräteeinstellungen und Verbindungsqualitäten im laufenden Betrieb messen - und auch im Stand-by. Gemessen wurde jeweils die Leistungsflussdichte in Mikrowatt pro Quadratmeter (µW/m²).

Der Praxistest

Ein weiteres Prüfinstitut checkte wichtige Ausstattungsmerkmale der Geräte und wie gut sie sich bedienen lassen. Die Experten überprüften unter anderem Energieverbrauch, Reichweite und Akkulaufzeit. Die Akustikprüfungen umfassten sowohl subjektive Eindrücke während des Telefonierens als auch Analysen mit technischen Messgeräten.

Die Weiteren Mängel

Hierzu zählen Schadstoffe wie chlorierte Verbindungen, die in Herstellung und Entsorgung die Umwelt belasten, und Hinweise auf umweltschädliche bromierte Flammschutzmittel. Auch wenig gravierende Kritikpunkte wie Deklarationsmängel fallen darunter.

Die Bewertung

Die gesundheitlichen Auswirkungen hochfrequenter Strahlung sind noch immer nicht zufriedenstellend geklärt. Deshalb ist das Testergebnis Strahlungsmessung so wichtig, dass das Gesamturteil nicht besser sein kann als jenes. Ausstattung und Handhabung des Geräts sowie weitere Mängel können die Gesamtnote allenfalls verschlechtern.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST November 2017
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Erschienen am 26.10.2017

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