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13 Fahrradhelme im Test

ÖKO-TEST Juni 2013
vom 31.05.2013

13 Fahrradhelme im Test

Sturz und gut

Karosserie, Anschnallgurte und Airbags schützen einen Autofahrer beim Unfall. Fahrradfahrer haben für den Fall des Fallens nur den Fahrradhelm. In unserem Test zeigen zwölf Helme und ein leichter Kopfschutz, wie belastbar sie sind.

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31.05.2013 | Oben ohne - so mögen es die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer auf deutschen Straßen. Für das Jahr 2011 bestätigt die jährliche Erhebung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) einmal mehr: Der Fahrradhelm, ob als Klassiker mit großen Belüftungsschlitzen oder als cooler Schalenhelm im Skateboarderlook, begeistert nur die wenigsten. Gerade einmal elf Prozent über alle Altersgruppen hinweg tragen laut BASt Helm. 2010 waren es sogar nur neun Prozent. Dabei verhält sich das Helmtragen umgekehrt proportional zum Alter. So setzten sich im Jahr 2011 rund 56 Prozent der sechs- bis zehnjährigen Kinder einen Helm auf. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2010 (38 %). Doch je älter Mädchen und Jungen werden, desto weniger folgen sie dem Sicherheitsbedürfnis der Eltern. Denn bei den 11- bis 16-Jährigen treten nur noch 19 Prozent (2010: 15 %) behelmt in die Pedale. Ab 17 liegt die Helmträgerquote in den jeweiligen Altersgruppen dann nur noch bei vier bis elf Prozent.

Und die Gruppe der Helmverweigerer ist uneinheitlich: Es gibt die Ästheten, die platt gedrücktes Haar und eine unvorteilhafte "Gesichtsperformance" aufgrund eines Helms mehr fürchten als Schädelbruch und Platzwunde. Dann gibt es die Analytiker, die auf die Schwächen der Studien verweisen, die zu dem Schluss gelangen, dass Fahrradhelme vor schweren Kopfverletzungen schützen. Deren Anlaufpunkt im Netz: www.cyclehelmets.org. Der Betreiber dieser Internetseite hat es sich zum Ziel gesetzt, die Schwächen und Fallstricke aller jemals durchgeführten Fall-Kontroll-Studien zum Thema Fahrradhelmsicherheit aufzuzeigen. Zu erwähnen ist, dass die kritisierten Studien praktisch alle zu dem Ergebnis gekommen sind, dass Helme nutzen!

Schließlich gibt es auch die Gruppe der Ideologen. Die lehnt Fahrradhelme und erst recht die von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gewünschte Fahrradhelmpflicht mit dem Verweis auf einen mehrfach vom Bundesverfassungsgericht (BVG) geurteilten Grundsatz ab: Gefährdungen sind beim Gefährder abzustellen. Die Ideologen unterstützen ihre Position mit Verweis auf die jährlichen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes. Die weisen aus, dass Radfahrer zwar überdurchschnittlich oft Hauptverursacher von Unfällen mit Fußgängern sind, Unfälle zwischen Fahrern mehrspuriger Kraftfahrzeuge und Radfahrern aber mehrheitlich von den Kraftfahrern verursacht werden. Deshalb müssten nach dem BVG-Grundsatz scharfe Geschwindigkeitsbegrenzungen und sicherere Fahrradwegeplanung Fahrradfahrer schützen und nicht eine Helmpflicht, argumentieren die Ideologen.

In Internetforen wird derweil akribisch gerechnet, bei welchem Wert im Vielfachen der Erdbeschleunigung trotz Helms das Gehirn schwer geschädigt wird, weil es einfach zu ruckartig beschleunigt bzw. durch einen Aufprall zu plötzlich abgebremst wird. Manche sprechen Fahrradhelmen gerade einmal eine Schutzfunktion zu, wie etwa Handschuhe für die Gartenarbeit sie bieten: gegen Kratzer und leichte Wunden. Zur Beurteilung der Diskussion reich


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13 Fahrradhelme im Test
ÖKO-TEST Juni 2013 Seite 136
ÖKO-TEST Juni 2013 Seite 137
ÖKO-TEST Juni 2013 Seite 138
ÖKO-TEST Juni 2013 Seite 139
ÖKO-TEST Juni 2013 Seite 140
ÖKO-TEST Juni 2013 Seite 141

6 Seiten
Seite 136 - 141 im ÖKO-TEST Juni 2013
vom 31.05.2013
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben zwölf City-Fahrradhelme eingekauft. Dabei sind Modelle in klassischer Form mit großen Belüftungsöffnungen, aber auch Schalenhelme, die im Design BMX- oder Skateboardhelmen ähneln. Mit im Test ist auch ein leichter Kopfschutz, der die Anforderungen an Persönliche Schutzausrüstung der Kategorie I erfüllt. Die Schutzschale dieses Kopfschutzes mit trendigem textilem Aufsatz ist flexibler als die harte Styropor-/Kunststoffstruktur von Fahrradhelmen und deshalb vielleicht eine Alternative für Radfahrer, die ansonsten überhaupt keinen Kopfschutz tragen würden, da ihnen gängige Helme vielleicht wegen ihrer Härte zu unkomfortabel und wegen ihres klobigen Aussehens zu uncool sind.

Der Praxistest
Schutzfunktion: Die internationale Norm EN 1078 definiert für diese Prüfungen den Mindeststandard, den Fahrradhelme erfüllen müssen. Wir haben es den Helmen schwerer gemacht: So ließ das beauftragte Fachlabor die Testhelme aus größerer Höhe (1,56 Meter, nicht 1,1 Meter), gefüllt mit schwererem Prüfkopf auf den Untergrund fallen, der einer Bordsteinkante nachempfunden ist. Auch die Tests Belastbarkeit von Riemen und Schloss und den Abstreiftest führte das Labor unter verschärften Bedingungen durch: Die Gewichte, die während der Prüfungen an Haltesystem und Helm zerrten, ließen wir eine gegenüber der Norm um zehn Prozent verlängerte Strecke fallen, bevor der Zug auf Helm bzw. Haltesystem einsetzte.

Handhabung und Komfort: Die Tester nahmen sich die Gebrauchsanweisung vor, kontrollierten, ob die von der Norm geforderten Informationen an Helm oder Verpackung angebracht sind und ob sich das Schloss unter Belastung noch mit einer Hand öffnen lässt.

Ausstattung: Fahrradhelme sollten mit Reflektoren und - zumindest an den vorderen Belüftungsöffnungen - mit Insektenschutz ausgestattet sein. Beides trägt zur Sicherheit bei.

Der Test Inhaltsstoffe
Wir schickten die Helmelemente, mit denen es zu andauerndem Hautkontakt kommt, zur Schadstoffanalyse ins Labor. Kunststoffteile ließen wir unter anderem auf schädliche Phthalate, die Polster auf verbotene Azo-Farbstoffe untersuchen.

Die Weiteren Mängel
Ein Labor untersuchte, ob die Platinen der Rücklichter, mit denen einige Helme ausgestattet sind, mit bromierten Flammschutzmitteln behandelt worden sind. Die werden spätestens bei der Entsorgung eines alten Helms zum Umweltproblem.

Die Bewertung
Fahrradhelme sollen schwere Verletzungen mildern und leichte verhindern. Deshalb fließt das Teilergebnis Schutzfunktion zu 60 Prozent in das Testergebnis Praxisprüfung ein. Da für eine Kaufentscheidung auch Kriterien wie Wärmedurchlässigkeit, Verarbeitung und eine vollständige Gebrauchsanweisung zur Praxisprüfung gehören, bestimmt das Ergebnis der Praxisprüfung das Gesamturteil zu 70 Prozent. Mit 30 Prozent trägt das Testergebnis Inhaltsstoffe zur Note bei.

So haben wir getestet

Während der Prüfung des Stoßdämpfungsvermögens stürzt der Helm an einem Schlitten auf eine Kante.

So haben wir getestet

Um die Belastbarkeit von Riemen und Schloss zu prüfen, zerrt ein Gewicht nach freiem Fall am kompletten Haltesystem.

So haben wir getestet

Entscheidend für den Komfort: Wie stark heizt sich der Kopf unterm Helm auf? Dort, wo die Farbe Rot erscheint, wird's warm.

So haben wir getestet

Bleibt der Helm auf dem Kopf oder lässt er sich zu einfach runterziehen? Die Antwort liefert der Abstreiftest.