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Baby-Sensormatten von Angelcare & Co. im Test: Erhöhter Elektrosmog bei zwei Matten

Jahrbuch Kleinkinder 2018 | Kategorie: Kinder und Familie | 18.01.2018

Baby-Sensormatten von Angelcare & Co. im Test: Erhöhter Elektrosmog bei zwei Matten

Anbieter von Babyfonen und Sensormatten haben das Wohl der Kinder und die Sicherheitsbedürfnisse der Eltern im Sinn. Warum bieten sie dann Geräte an, die jede Menge Elektrosmog produzieren?

Der plötzliche Kindstod (engl. SID, sudden infant death) ist für betroffene Familien eine grausame Tragödie. Er ist aber auch ein Geschäft mit der Angst der Eltern. Zu Babyfon, Thermometer und Überwachungskamera gesellt sich als vorläufiger Höhepunkt der vermeintlich lückenlosen Überwachung des Babys: der Bewegungssensor. Wir wollten wissen, ob gängige Babyüberwachungssets (Babyfone und Babysensormatten) verlässlich Alarm oder Fehlalarm schlagen und wie viel Elektrosmog sie in der Nähe eines Babys produzieren. 

Test Sensormatten von Angelcare, Tomy & Co.: Überwachungssets sollen plötzlichen Kindstod von Babys verhindern

Das Ergebnis: Zwei von drei Geräten funken immer noch mit gepulster elektromagnetischer Strahlung, von der Studien zeigen, dass diese Funkwellen Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen können. Auch die Vergabekriterien des Blauen Engels akzeptieren keine gepulste Funkübertragungstechnik bei Babyfonen. Nur ein Produkt legte einen fast fehlerfreien Auftritt hin. 

Zwei von drei Babyfonsendern produzieren auch noch einen Meter vom Sender entfernt eine so stark erhöhte elektromagnetische Strahlung, wie man sie auch in Wohnungen im näheren Umfeld von Mobilfunk-Basisstationen findet. Dafür ziehen wir zwei Noten ab. Nur ein Produkt bleibt deutlich unter dem aus baubiologischer Sicht empfehlenswerten Wert. Die Sensormatten selbst sorgen übrigens nicht für elektromagnetische Strahlung, da sie selbst kein Sendermodul besitzen, sondern per Kabel an die jeweiligen Babystationen (Babyfonsender) angeschlossen werden. Wir haben trotzdem prüfen lassen, ob die Sensormatten über die Kabel an den Funk der Babyfonsender ankoppeln und die Funksignale verstärken. Das ist bei keinem Produkt der Fall.

Angelcare, Tomy & Co. im Test: Nur eine Kombi aus Babyfon und Sensormatte empfehlenswert

So unnötig wie ein Kropf ist Elektrosmog, der durch elektrische Wechselfelder entsteht. Denn erstens fallen diese komplett weg, wenn die Geräte mit Batterien betrieben werden. Und zweitens lassen sich elektrische Wechselfelder mühelos auf ein unproblematisches Minimum reduzieren, wenn Netzteile und Kabel Schukostecker haben und somit abgeschirmt sind. 

Bei einem Gerät entstehen auf der Sensormatte elektrische Wechselfelder, die jenseits der TCO-Norm liegen, die sonst nur für PC-Monitore an Arbeitsplätzen gilt.

Baby-Sensormatten im Test: stark erhöhte Strahlung bei zwei Geräten

Alle drei Sensormatten erfassen die Atembewegungen, die ein Speziallabor simuliert hat, zuverlässig. Bleiben sie aus, schlägt das Wächtersystem Alarm. Zwei Geräte überwachten im Test verlässlich bis zu einem angenommenen Gewicht von 12,5 Kilogramm (kg) und eins bis zu 10,5 kg.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.



Babyfone und Babysensormatten: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Tomy Babyphone mit Sensormatte TFM575
  • Tomy

Angelcare Geräusch- und Bewegungsmelder AC403-D
  • Funny Handel

Angelcare Geräusch- und Bewegungsmelder AC701-D
  • Funny Handel

Baby-Sensormatten von Angelcare & Co. im Test: Erhöhter Elektrosmog bei zwei Matten
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 160
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 161
Jahrbuch Kleinkinder 2018 Seite 162

3 Seiten
Seite 160 - 162 im Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben auf dem Markt drei Sets gefunden, die neben einem Babyfon zur akustischen Überwachung des Babys auch eine Sensormatte enthalten, die die Bewegungen des Brustkorbs und damit die Atmung des Babys überwacht. 

Die Strahlenmessung: Wir wollten wissen, ob die Babyfone Dauersender sind, also auch dann unnötig elektromagnetische Strahlung abgeben, wenn es überhaupt kein Geräusch zu übertragen gibt. Und wir ließen prüfen, ob sie dies mit gepulster Strahlung tun, die Hirnströme verändert und das Krebsrisiko erhöhen kann. Deshalb ließen wir die Babyfone und Sensormatten unter normalen Raum- und Nutzungsbedingungen senden und jeglichen Elektrosmog messen: die elektrischen und magnetischen Wechselfelder, die von Kabeln und Geräten im Netzbetrieb ausgehen genauso wie die elektromagnetische Strahlungsstärke in der Nähe des Kindes. 

Die Geräte:
Akustik Babyfon:
Der Sender muss empfindlich genug sein, um auch ein leises Weinen übertragen zu können. Andersherum sollte die Ansprechschwelle individuell regelbar sein. Außerdem prüften die Experten auch die Sprachqualität des Senders und inwieweit Verzerrungen die Wahrnehmung des Tonsignals stören. 

Technik/Sicherheit Babyfon: Was hören Mama und Papa vom Liebling, wenn vier Wände zwischen ihnen stehen oder 200 Meter zwischen Babys Schlafplatz und der Gartenparty liegen? Wie lange bleibt der batteriebetriebene Empfänger im Praxistest "auf Sendung"? Im Falltest zeigten die Geräte, ob sie auch nach mehreren Stürzen aus einem Meter Höhe noch funktionieren. 

Funktionstest Sensormatten: Voraussetzung für den Funktionstest war die realistische Simulation der Atmung eines Babys. Als Grundlage dienten hierfür Probemessungen an einem Kleinkinderbett, während ein Baby darin schlief. Daraus entwickelte ein Speziallabor den Versuchsaufbau für den Funktionstest. Die Sensormatten wurden wie in den jeweiligen Anleitungen beschrieben installiert und mit einem Oszilloskop verbunden. Es wurde ein kleines Luftkissen auf die Matratze gelegt und mit einem Wasserkissen beschwert. Das Gewicht eines Babys im vom Hersteller empfohlenen Altersbereich wurde mit genau abgewogenen Gewichten in Form von feinem Kies simuliert, schwerere Körperteile wie der Kopf wurden dabei etwas stärker belastet als der Bereich der Lunge. Das Luftkissen wurde pneumatisch befüllt und entleert und so ein realitätsnaher Atemzyklus eines Babys simuliert. Wir ließen so prüfen, ob die Sensormatten bei aussetzender Atmung verlässlich Alarm geben oder ob es zu Falschdetektierungen kommt: Verhindern von außen einwirkende Vibrationen / Schwingungen das Auslösen des Warnsignals, obwohl die Atmung des Babys ausgesetzt hat? Während des Einsatzes von Störgrößen ruhte das pneumatische System, um erkennen zu können, ob diese das Sensorsystem derart stören, dass es die Atemaussetzung nicht registriert und kein Warnsignal gibt. Eingesetzte Störgrößen: zwei Lautsprecher mit Musik mittlerer Lautstärkeeinstellung, Erschütterungen durch umhergehende Personen im Raum, Beschallung über vier Lautsprecher mit gepulstem Rauschen bei 63 Hz und einer Lautstärke von 75 dB. 

Die Weiteren Mängel
Bromierte Flammschutzmittel auf den Platinen der Geräte, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in den Produkten oder Verpackungen werden spätestens zum (Umwelt-)Problem, wenn die Babyfone und Sensormatten einmal im Müll landen. 

Die Bewertung
Ein Babyfon-Sensormatten-Set muss im Test Geräte glänzen, um ein "sehr gut" zu erhalten. Doch produzieren die Geräte zu viel Elektrosmog, nützt auch ein mit Bravour gemeisterter Praxistest nichts. Denn das Gesamturteil kann nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
Zugehörige Ausgabe:
Jahrbuch Kleinkinder 2018
Jahrbuch Kleinkinder 2018

Erschienen am 18.01.2018

Jahrbuch Kleinkinder 2018
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