1. oekotest.de
  2. Tests
  3. 20 Kinderjeans im Test

20 Kinderjeans im Test

Hosen runter!

ÖKO-TEST Mai 2013 | Kategorie: Kinder und Familie | 26.04.2013

20 Kinderjeans im Test

Jeans sind praktisch, robust. Doch viele Testmodelle strotzen nur so vor Schadstoffen. Wenn es um Informationen zu Lieferanten und Arbeitsbedingungen geht, lassen nur wenige Anbieter die Hosen runter.

Neuer Artikel vorhanden: 21 Kinderjeans im Test

Kinderkleidung kaufen macht Spaß. Kinderjeans sehen großartig aus, fast so wie die Modelle für Erwachsene - mit aufwendigen Waschungen, Spezialeffekten wie ausgebleichten Oberschenkeln, Flicken, aufgerautem Gewebe oder Knitterlook. Teuer sind sie auch nicht - beim Textildiscounter sind Kinderjeans für rund zehn Euro zu haben.

Doch die Freude an den günstigen schicken Hosen wird getrübt, wenn man sich vor Augen führt, unter welchen Bedingungen die Kinderkleidung hergestellt wird und wie hoch der Preis ist, den die Arbeiterinnen in Entwicklungsländern für unsere billigen Jeans bezahlen müssen: Im November 2012 kamen bei einem Brand in einer Textilfabrik in Bangladesch 112 Arbeiterinnen und Arbeiter ums Leben - die Sicherheitsstandards waren nicht eingehalten worden.

Brandkatastrophen wie diese kommen immer wieder vor. Sie sind die tragischste Konsequenz aus den miserablen Zuständen in vielen Produktionsstätten. Obwohl sich die meisten Unternehmen der Textilbranche mittlerweile soziale Verantwortung auf die Fahnen geschrieben haben, sieht die Realität für die Arbeiterinnen und Arbeiter vielerorts immer noch düster aus. Nichtregierungsorganisationen wie die Kampagne für saubere Kleidung beklagen Lohndumping, Diskriminierung und die Missachtung von Arbeitnehmerrechten. "Die sogenannten Verhaltenskodexe der Unternehmen sind oft das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind", sagt Gisela Burckhardt, Vorstandsvorsitzende von Femnet, einer Trägerorganisation der Kampagne für saubere Kleidung. In der Praxis würde das Recht auf Organisationsfreiheit verletzt und Zwangsüberstunden angeordnet. Die Diskriminierung von Frauen sei in Ländern wie Indien oder Bangladesch an der Tagesordnung.

Um in den Bekleidungsfabriken der Welt bessere Bedingungen zu erreichen, muss noch viel getan werden. Ein erster, wichtiger Schritt auf dem Weg dahin ist mehr Transparenz. Die Anbieter müssen ihre Lieferanten nennen und sich der Kontrolle der Öffentlichkeit stellen. Zu den Überprüfungen vor Ort sollten Trainings und Schulungen für die Mitarbeiter kommen. Zudem brauchen die Textilanbieter eine faire Einkaufspolitik: Wer immer billiger und schneller produzieren lässt, setzt seine Lieferanten unter enormen Druck und fördert miserable Arbeitsbedingungen. Gefragt sind aber auch die Konsumenten: Wer es immer noch billiger haben will, fördert das Leid all jener Menschen, die unter unwürdigen Bedingungen und oft für einen Hungerlohn schuften müssen.

Wir haben bei unserem ÖKO-TEST von 20 Kinderjeans auch die Produktionsbedingungen der Hosen unter die Lupe genommen und uns dabei auf die Bewertung der transparenten Darstellung der angestrebten Arbeitsbedingungen konzentriert. Außerdem haben wir prüfen lassen, ob die Jeans schädliche Substanzen enthalten.

Das Testergebnis

Tote Hose. So schlecht waren die Ergebnisse bei einem ÖKO-TEST Jeans noch nie. Keine einzige Kinderjeans ist "gut" oder "sehr gut". Vier Hosen schaffen ein "befriedigendes" Gesamturteil. Mehr als die Hälf


Jeans, Kinder: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

TGKP Organic Clothing Jeans Indigo Style 11-0611
  • Ernemann Design

Okay Basic Mädchenjeans
  • KiK

Mexx Slim Fit Straight Leg Boys
  • Mexx

Palomino Bootcut Leg Regular Waist Bio-Cotton
  • C & A

Topolino Jungenjeans Denim Collection Rook 76
  • Ernsting's Family

Jako-O Jeans Gummibund  Normal
  • Jako-O

Serendipity Loose Pants, Denim, GOTS
  • Serendipity

Frugi Boys Jeans, Denim Organic Clothing
  • Frugi

Primark Denim Co. 05-10-45, 3236356
  • Primark

CFL Basic Jeans, Dark Blue
  • Otto (Versand)

Benetton Jeans Stretch Sporty Spring
  • Benetton

Tom Tailor Regular Tim Extra Skinny, Denim
  • Tom Tailor

Levi's San Francisco Pant Nos Jael Slim, Indigo
  • Levi Strauss

Zara Boys Denim Slim
  • Zara

Esprit Jeans Boys, Superdark Denim
  • Esprit

H&M Jeans Slim & Denim
  • H&M

B.P.C. Girls Jeans Darkblue
  • Bon Prix Handelsgesellschaft

Name It Andi Kids Slim Dnm Pant 113 Noos
  • Bestseller

S. Oliver Made for Boys Denim Pelle Regular
  • S.Oliver

Dopo Dopo Girls 40 Light Blue Denim Little Miss Chic
  • Takko

20 Kinderjeans im Test
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 94
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 95
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 96
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 97
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 98
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 99
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 100
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 101
ÖKO-TEST Mai 2013 Seite 102

9 Seiten
Seite 94 - 102 im ÖKO-TEST Mai 2013
vom 26.04.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 20 Bluejeans für Kinder in Größen von 116 bis 122 eingekauft, darunter etliche Modelle mit Bleich- und Wascheffekten. Bei der Auswahl haben wir traditionelle Jeansmarken ebenso berücksichtigt wie Hosen von Textildiscountern und Versandunternehmen sowie von Anbietern zertifizierter Naturtextilien.

Die Inhaltsstoffe

Klassischerweise werden Jeans zwar mit dem unproblematischen Farbstoff Indigo gefärbt. Die beauftragten Labore haben dennoch untersucht, ob in den Jeans auch gefährliche Farbstoffbestandteile stecken - krebserregende oder krebsverdächtige aromatische Amine etwa oder allergieauslösende Dispersionsfarbstoffe. Außerdem wollten wir wissen, ob sich in den Hosen halogenorganische Verbindungen finden, die zum Beispiel aus einer bleichenden Behandlung mit Chlor stammen können, oder ob die Jeans überflüssige optische Aufheller enthalten.

Die Materialeigenschaften

Dass Bluejeans nach und nach an Farbe verlieren und ausbleichen, liegt an ihrer speziellen Färbung. Zu stark sollte der Farbverlust aber nicht sein, sonst hinterlassen die Jeans leicht Spuren auf hellen Kissen oder Sofas. In einem Test auf Reibechtheit wurde daher mit einer Maschine ein Stückchen heller Baumwollstoff in trockenem und nassem Zustand über den Jeansstoff gerieben und danach überprüft, wie stark der Jeansstoff Farbe abgegeben hat.

Transparente Darlegung der angestrebten Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen in vielen Textilfabriken der Welt sind katastrophal. Ein wichtiges Mittel, um daran etwas zu ändern, ist Transparenz: Nur wer darlegt, wo und wie er produziert, kann durch unabhängige Dritte kontrolliert werden und stellt sich dem Urteil der Öffentlichkeit. Wir wollten von den Anbietern wissen, inwieweit sie Verantwortung dafür übernehmen, wie ihre Textilien produziert werden. In einem umfangreichen Fragebogen haben wir Informationen und Nachweise zur gesamten Produktion der getesteten Jeans angefordert: vom Baumwollanbau über die Spinnereien bis zur Konfektionierung, also dem eigentlichen Nähen der Jeans. Wir wollten wissen, ob die Anbieter mit ihren Vertragspartnern Regelungen zu Mindestlöhnen und zu wichtigen Arbeitsnormen, wie der Vereinigungsfreiheit, getroffen haben und wie sie die Einhaltung der Regeln kontrollieren. Wir haben zudem gefragt, welche Methoden und Chemikalien für Spezialeffekte an den Jeans zum Einsatz kommen, welche Arbeitsschutzmaßnahmen es dafür gibt und wie es um den Brandschutz bestellt ist.

Die Bewertung

Schadstoffe haben in Kinderkleidung nichts verloren. Besonders streng bewerten wir Farbstoffbestandteile, die unter Krebsverdacht stehen oder gar als krebserregend eingestuft sind. Weniger streng beurteilen wir Stoffe, die für Allergien verantwortlich sein können wie halogenorganische Verbindungen.

Hersteller, die unseren Fragebogen gar nicht oder nur sehr lückenhaft beantwortet haben, bewerten wir in der Darlegung der Arbeitsbedingungen als "intransparent". Als "kaum transparent" bezeichnen wir die Antworten von Herstellern, die nur sehr wenige oder nicht zuordenbare Nachweise vorgelegt haben. So schickte uns H&M zwar eine von einem Jeanshersteller unterzeichnete Erklärung zu, wonach es die Vertragsbedingungen akzeptiere, auf unsere Frage nach Sitz und Ort der an der Lieferkette beteiligten Firmen schrieb H&M aber, darauf wolle man aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht antworten. Es geht auch anders, das zeigen die "weitgehend transparenten" Antworten von sechs Herstellern. Doch auch hier gab es noch Lücken, sodass wir das Gesamturteil um eine Note heruntersetzen mussten. Die Hersteller mit "kaum transparenten" und "intransparenten" Antworten müssen sich hier zwei Abstufungen gefallen lassen. Auch eine "weitgehend transparente" Darlegung der Arbeitsbedingungen bedeutet ausdrücklich nicht, dass die Situation vor Ort von der Darstellung nicht abweichen kann.

Aktuelle Ausgabe
Spezial Energie
Spezial Energie
Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Mai 2013
ÖKO-TEST Mai 2013

Erschienen am 26.04.2013

Informationen zum Abruf bei United Kiosk
So funktioniert der Artikel-Abruf
Wenn Sie zum ersten Mal Artikel bei unserem Service-Partner United Kiosk abrufen, lesen Sie bitte vorab unsere Anleitung zum Abruf von Tests, Ratgebern, Einzelseiten und ePapern durch. Gekaufte Artikel, ePaper oder eBundles können Sie im Fall eines Verlustes nur dann wiederherstellen, wenn Sie sich zuvor registriert haben.