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Eisenpräparate im Test: Was bei Eisenmangel in der Schwangerschaft hilft

ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik | Autor: Christine Throl | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 25.10.2018

Eisenpräparate im Test: Gegen Eisenmangel in der Schwangerschaft?
Eisenpräparate im Test: Gegen Eisenmangel in der Schwangerschaft? (Foto: Pixabay)

Schwangere können ihren erhöhten Eisenbedarf meist über eine ausgewogene Ernährung leicht decken. Was ist also von den vielen Eisenpräparaten aus Apotheken und Drogeriemärkten zu halten? Wir haben 28 Produkte getestet: Elf Nahrungsergänzungsmittel enttäuschen auf ganzer Linie.

Wird eine Frau schwanger, verdoppelt sich ihr Eisenbedarf. Schwangere brauchen mehr Eisen, weil sie mehr Blut bilden. Das Baby holt sich den Mineralstoff zudem für den Aufbau seines Skeletts und Zentralnervensystems und um eigene Eisenspeicher anzulegen. Viele schwangere Frauen stellen sich deshalb die Frage, ob sie schon einmal vorbeugend eines der zig rezeptfreien Eisenpräparate aus Drogerien, Supermärkten und Apotheken einnehmen müssen. Nein, sagen wir.

Eisenmangel in der Schwangerschaft: Was wirkt wirklich?

Hierzulande überwachen Frauenärztinnen und Frauenärzte den Eisenstatus in der Schwangerschaft regelmäßig und raten gegebenenfalls, Eisen einzunehmen. Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Dr. Christian Albring, erläutert: „Entsprechend der Mutterschaftsrichtlinien wird gleich zu Beginn der Schwangerschaft der Eisenstatus indirekt über den Hämoglobinwert kontrolliert. Das Hämoglobin ist der eisenhaltige Blutfarbstoff, der roten Blutkörperchen ihre Farbe verleiht. Ist der Hämoglobinwert normal, wird er erneut im sechsten Monat und anschließend alle vier Wochen gemessen.“

Bei Anzeichen für eine Blutarmut wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel prüfen Gynäkologin oder Gynäkologe den Eisenwert bereits früher. Ist der Hämoglobinwert zu niedrig, verordnet der Arzt meist ein hoch dosiertes Arzneimittel. ÖKO-TEST empfiehlt dafür Eisenpräparate, die in unserem Test „sehr gut“ abgeschnitten haben. Albring erklärt: „Eine Ernährungsumstellung allein oder ein Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen würde einen Mangel viel zu langsam beseitigen.“

Eisenpräparate für Schwangere haben mitunter Nebenwirkungen

Wichtig ist die Rücksprache mit dem Arzt auch, weil die Präparate bei einigen Schwangeren zu Übelkeit, Durchfällen oder Verstopfung führen können. Teilweise hilft es, sie morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück mit viel Wasser oder Orangensaft einzunehmen. Bessert das nicht die Verträglichkeit, dann können die Ärzte das Eisen auch als Infusion in der Praxis verabreichen.

Eine unkontrollierte vorsorgliche Einnahme von Eisen ist Schwangeren mit normalen Blutwerten nicht zu empfehlen. Denn eine unnötige dauerhafte hohe Zufuhr kann schaden. Mögliche Risiken sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Diabetes. Das zeigt die Auswertung einer großen Zahl von Studien durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Auch das BfR empfiehlt Schwangeren grundsätzlich keine unkontrollierte Eisensupplementierung. Die Behörde ist auch mit Zufuhrempfehlungen für Menschen, die nicht schwanger sind, sehr zurückhaltend: gesunde erwachsene Männer oder Frauen jenseits der Wechseljahre sollten Eisenpräparate nur nach einem vom Arzt diagnostizierten Mangel und unter ärztlicher Kontrolle einnehmen. Sinnvoll sei eine Supplementierung nur für Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter, die bei ihrer Menstruation Eisen verlieren.

Eisenpräparate im Test

Wir haben


Eisenpräparate für Schwangere: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Eisen Verla 35 mg, überzogene Tabletten
  • Verla-Pharm (Apotheke)

Eisensulfat Lomapharm 50 mg, Filmtabletten
  • Lomapharm (Apotheke)

Eisentabletten AbZ 50 mg, Filmtabletten
  • AbZ Pharma (Apotheke)

Eisentabletten-Ratiopharm N 50 mg, Filmtabletten
  • Ratiopharm (Apotheke)

Ferro Sanol Duodenal Mite 50 mg Hartkapseln
  • UCB Pharma (Apotheke)

Ferrogamma, Weichkapseln
  • Wörwag (Apotheke)

Ferrum-Hausmann, Retardkapseln
  • Vifor Pharma (Apotheke)

Lösferron 80,5 mg Brausetabletten
  • Mibe (Apotheke)

Plastufer Mite 50 mg Weichkapseln
  • Meda Pharma (Apotheke)

Salus Kräuterblut Floradix mit Eisen, Lösung
  • Salus Haus

Tardyferon, Retardtabletten
  • Pierre Fabre (Apotheke)

Taxofit Eisen + Vitamin C, Kapseln
  • MCM Klosterfrau

Vitaferro Brause 80,5 mg, Brausetabletten
  • Dr. Kade (Apotheke)

Dreisafer 100 mg, Filmtabletten
  • Teva (Apotheke)

Lichtenstein Ferrlecit 2, überzogene Tabletten
  • Sanofi-Aventis

Plastulen Eisen 55 mg, Hartkapseln, retardiert
  • Stada (Apotheke)

Herbaria Blutquick, Flüssigkeit
  • Herbaria

Altapharma Eisentabletten
  • Rossmann

Das gesunde Plus Eisen + Vitamin C + B-Vitamine, Tabletten
  • Dm

Doppelherz Aktiv Eisen-Femin Direkt, MicroPellets-Beutel
  • Queisser

Ferrotone flüssiger Eisenlieferant, Beutel
  • Nelsons

Fit & Vital Eisen-Tabletten
  • Müller Drogeriemarkt

Fitne Eisen Komplex Kapseln
  • Fitne

Gall Pharma Eisen Chelat 14 mg + Vitamin C, GHP Kapseln
  • Gall-Pharma (Apotheke)

Hübner Eisen Vital F, Flüssigkeit
  • Anton Hübner

Multinorm Eisentabletten mit Folsäure, Vitamin C, B6 und B12
  • Aldi Süd

Rotbäckchen Mama Eisen+, Saft
  • Haus Rabenhorst

Sanotact Eisen Plus, Mini-Tabletten
  • Sanotact

Eisenpräparate im Test: Was bei Eisenmangel in der Schwangerschaft hilft

8 Seiten
Seite 54 - 61 im ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
vom 05.11.2018
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Erschienen am 05.11.2018

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