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13 Matratzentopper im Test

ÖKO-TEST Oktober 2015
vom 25.09.2015

Matratzentopper, Schaumstoff

Die Weichmacher

Unsere Untersuchung belegt: Eine harte Unterlage wird mit einem Topper weicher und die Liegeeigenschaften verbessern sich. Doch ein "sehr gutes" Ergebnis erzielt keine einzige Auflage. Das Ikea-Modell schnitt im Praxistest am schlechtesten ab.

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25.09.2015 | Nur wer gut liegt, kann auch gut schlafen. Eine hochwertige Matratze ist das A und O, sie sollte mit Bedacht und nach ausgiebigem Probeliegen ausgewählt werden. Dennoch kann es passieren, dass man trotz sorgfältiger Auswahl mit seiner Matratze nicht mehr zufrieden ist. Vielleicht war sie von Anfang an ein Fehlkauf. Oft ändern sich jedoch im Laufe der Jahre die Bedürfnisse oder der Schläfer hat gesundheitliche Probleme bekommen. Meist ist die Matratze einfach zu hart.

Wer nicht gleich wieder Geld für eine teure Matratze ausgeben will, kann versuchen, mit einer dicken Auflage, einem Topper, die Liegeeigenschaften zu verbessern.

Auch für Schlafsofas oder Matratzen in Reisemobilen aller Art sind diese Produkte gefragt, nicht zuletzt stöhnen viele Menschen in Krankenhäusern und Kurkliniken über unkomfortable, harte Unterlagen, die Bettlägerige bis zu 24 Stunden am Tag erdulden müssen. Außerdem bringen Topper mehr Höhe, was komfortabel für ältere oder gebrechliche Menschen ist, die nicht mehr so leicht die Knie beugen und wieder auf die Beine kommen können.

Letztendlich sind Topper nichts anderes als dünne Matratzen, wobei hochwertige Modelle durchaus die stattliche Höhe von zehn Zentimetern erreichen; in der Regel sind sie jedoch vier bis acht Zentimeter dick. Meist handelt es sich um Schaummaterialien verschiedener Art, die alle aus Polyurethan bestehen, zum Beispiel aus Kaltschaum. Die Elastizität erhält er durch eine unregelmäßige, offenporige Struktur.

Vor allem aber liegt viskoelastischer Schaum im Trend, bekannt geworden durch die Marke Tempur. Der sehr dichte Schaum reagiert auf den Druck des Körpers und seine Wärme, passt sich perfekt an, doch er bewegt sich beim Ändern der Liegeposition nur sehr träge und zeitverzögert in die ursprüngliche Form zurück, was auch als Memoryeffekt bezeichnet wird. Nachteilig ist, dass man sich durch die entstehenden Mulden im Schlaf nicht frei bewegen kann. Das größte Problem liegt in der Wärme des Materials: Was einige im Winter noch schätzen mögen, ist für zum Schwitzen neigende Menschen ein Albtraum, erst recht im Sommer.

Matratzentopper aus synthetischem Latex fühlen sich weich und angenehm an, führen aber ebenfalls schnell zum Schwitzen. Auflagen aus Naturfasern haben dagegen den Nachteil, dass sie sich mit der Zeit zusammenpressen und hart werden. Daneben gibt es noch Topper mit Taschenfederkernen sowie exklusive Modelle, bei denen Mikrotaschenfederkerne in Schaummaterialien eingebettet sind. Bei Spitzenpreisen von 600 bis 800 Euro und mehr für manch hochwertige Unterlage stellt sich die Frage, ob es nicht vernünftiger wäre, eine neue Matratze zu kaufen.

ÖKO-TEST wollte wissen, wie es um die Qualität von Produkten bestellt ist, die mit bis zu 200 Euro für viele bezahlbar sind. Denn die werden von unzufriedenen Schläfern eher mal ausprobiert. Wir ließen 13 Schaumstoffmodelle einer umfangreichen ergonomischen und mikroklimatischen Prüfung unterziehen und auch testen, ob sie mit Schadstoffen belaste

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Unsere Einkäufer waren in Bettenfachgeschäften, Kauf- und Einrichtungshäusern sowie im Onlinehandel unterwegs und haben 13 Schaumstofftopper in der Größe 90 x 200 Zentimeter zu Preisen zwischen 60 und 200 Euro ausgewählt. Die Schaumstoffkerne sind zwischen drei und fünf Zentimeter dick, die Bezüge unterschiedlich stark wattiert, sodass sich Gesamthöhen von vier bis acht Zentimeter ergeben. Nur ein einziger Topper hat einen Baumwollbezug - aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA).

Die Praxisprüfung
Können die Matratzentopper wirklich die Liegeeigenschaften einer vorhandenen Matratze verbessern und haben sie auch Nachteile? In einem ergonomischen Prüfinstitut wurden die Auflagen jeweils in Kombination mit einer harten bis sehr harten Kaltschaummatratze geprüft, um den zentralen Fragen nachzugehen: Wie hart oder weich sind die Matratzen mit den Auflagen? Wie gut ist die Druckentlastung an der Oberfläche beziehungsweise in der Matratzentiefe? Kann die Schulter in Seitenlage einsinken und wird sie in Rückenlage gestützt? Und wie liegt die Wirbelsäule? Ein zweiter Teil der Prüfungen umfasste die mikroklimatischen Eigenschaften: Wie warm wird es auf den Toppern nach mehreren Nachtstunden? Und vor allem: Wie feucht wird die Oberfläche, wie gut oder schlecht wird der Schweiß abgeleitet?

Die Inhaltsstoffe
Die Matratzenkerne wurden aufwendigen Untersuchungen unterzogen, um zu sehen, ob sie problematische Weichmacher enthalten, antibakteriell oder flammhemmend ausgerüstet sind oder bedenkliche Rückstände aus der Produktion enthalten. Letzteres gilt auch für die Bezüge, denn zur Polyesterherstellung wird giftiges Antimon eingesetzt, das sich beim Schwitzen lösen kann. Auch umweltbelastende Stoffe wie optische Aufheller und chlorierte Verbindungen gehörten zum Prüfprogramm.

Die Bewertung
Ganz wichtig ist, wie gut man auf einer Matratze liegt, schließlich verbringen wir rund ein Drittel unseres Lebens darauf. Zudem sollte eine Matratze aber auch frei von Schadstoffen sein. Deshalb kann ein Topper nur so gut sein wie das schlechteste Einzelergebnis.

So haben wir getestet

Der Klimadummy verhält sich wie der menschliche Körper. Gemessen wurden Feuchte und Temperatur unter der Decke im Verlauf einer Nacht.

So haben wir getestet

Mit Puppe und Prüfstempel, der den Druck der Schulter simuliert, wurde getestet, wie gut die Schulter in Seitenlage in die Matratze einsinken kann, sodass die Wirbelsäule in die Waagerechte kommt. Ähnlich die Messung in Rückenlage, in der die Schulter gestützt werden soll.

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