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19 Holzlasuren für innen und außen im Test

Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016

19 Holzlasuren für innen und außen im Test

Undurchsichtig

Holzlasuren schützen das Holz und polieren es optisch auf. Häufig sind die Informationen auf den Verpackungen jedoch gerade für Allergiker und sensibilisierte Menschen unzureichend. Verbraucher, die weniger empfindlich reagieren, haben die Auswahl unter einigen "sehr guten" und "guten" Produkten.

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12.05.2016 | Nach der Renovierung oder dem Bezug der neuen Wohnung beginnt für manche eine Leidenszeit: Schleimhäute von Augen, Mund und Nase sind gereizt, dann kommen Kopfschmerzen hinzu und eventuell Flecken auf der Haut. Offensichtlich reagiert der Betroffene auf einen der Inhaltsstoffe der eingesetzten Farben, Lacke und Lasuren oder auf die Summe der ausgasenden Stoffe. "Doch jeder Allergiker reagiert anders", erläutert Josef Spritzendorfer, Geschäftsführer der Europäischen Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene (Eggbi). Und nicht bei allen Beschwerden handelt es sich um eine Allergie, betont Professor Axel Schnuch vom Informationsverbund Dermatologischer Kliniken (IVDK). Vor allem wenn ausgasende Lösemittel empfindliche Atemwege reizen.

Mögliche Problemstoffe in wasserbasierten Farben, Lacken und Lasuren sind Konservierungsmittel, die dafür sorgen sollen, dass der Inhalt nicht schon im Topf umkippt. Sehr verbreitet sind für diesen Zweck Isothiazolinonverbindungen. Die Zahl der Allergiker, die auf diese Stoffe reagieren, steigt. Denn der Verbraucher kommt immer häufiger mit diesen Stoffen in Berührung. So wird Methylisothiazolinon auch in Kosmetika eingesetzt. Ein besonders hohes allergenes Potenzial haben die chlorierten Isothiazolinone wie Chlormethylisothiazolinon.

Lösemittelbasierte Rezepturen bergen andere Probleme. Hier kann allein schon der hohe Gehalt an ausgasenden Verbindungen gesundheitliche Probleme verursachen. Zudem werden auch hier allergieauslösende Stoffe eingesetzt. So das Hautverhinderungsmittel Butanonoxim, das darüber hinaus sogar als krebsverdächtig gilt. Naturfarbenhersteller verwenden zusammen mit Naturharzen teilweise auch das aus Baumharz gewonnene Kolophonium. Hauptbestandteil des Kolophoniums ist die sensibilisierende Abietinsäure. Zudem können Kobaltsalze, die die Trocknung beschleunigen sollen, Allergiker belasten. Sie kommen vor allem in lösemittelbasierten Rezepturen zum Einsatz, weil diese schlechter trocknen.

ÖKO-TEST hat 19 Holzlasuren eingekauft, die für innen und außen gedacht sind. Wir wollten wissen, ob die Lasuren allergieauslösende oder sonstige problematische Inhaltsstoffe enthalten, und haben dazu auch die Deklarationen eingehend unter die Lupe genommen, vor allem auch im Hinblick auf eine gute Verbraucherinformation.

Das Testergebnis

Allergiker hab acht. In sämtlichen Produkten sind Stoffe vorhanden, die für sensibilisierte Menschen zum Problem werden können. Und oft sind die Deklarationen, die vor diesen Inhaltsstoffen warnen müssten, unserer Meinung nach unzureichend. Doch weniger empfindlich reagierende Personen können mit einigen empfehlenswerten Produkten arbeiten. Unter den Schlusslichtern finden sich sowohl eine wasserbasierte als auch eine lösemittelhaltige Lasur.

Da liegt was in der Luft. Beim Trocknen der Lasuren gasen Lösemittel aus. Besonders stark natürlich dort, wo die Inhaltsstoffe nicht in Wasser gelöst sind. Sie könnten allein deshalb niemals das Gütezeichen Der Blaue


Wir haben 19 Produkte für Sie getestet
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Auro

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Swingcolor Holzlasur, palisander 8415
Bahag (Bauhaus)

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Biofa Holzlasur lösemittelfrei, eiche hell
Biofa

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Brillux Lacryl Holzlasur 235, eiche 1410
Brillux

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Caparol

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Hornbach

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Kreidezeit Holzlasur für innen und außen, Eiche hell
Kreidezeit

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Livos Kaldet Holzlasur, Eiche
Livos

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Natural H2 Lasur, Terra
Natural (Naturwarenladen)

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Naturhaus Holzlasur, eiche transparent
Naturhaus

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Obi Tür- und Fensterlasur, Teak
Obi

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PNZ Holzlasur, Eiche
PNZ-Produkte

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Bondex Express Holz-Lasur, Eiche Hell 795
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Remmers Compact-Lasur PU, palisander
Remmers

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Toom 2in1 Holzlasur, eiche
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Toom 2in1 Holzlasur, eiche

Renovo Fenster- & Türenlasur, eiche 1410
Zeus/Hagebau

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19 Holzlasuren für innen und außen im Test
Ratgeber Bauen 2016 Seite 154
Ratgeber Bauen 2016 Seite 155
Ratgeber Bauen 2016 Seite 156
Ratgeber Bauen 2016 Seite 157
Ratgeber Bauen 2016 Seite 158
Ratgeber Bauen 2016 Seite 159

6 Seiten
Seite 154 - 159 im Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016
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So haben wir getestet

Der Einkauf
In Baumärkten und Fachgeschäften haben wir 19 Holzlasuren im Farbton Eiche oder Ähnlichem eingekauft, die für innen und außen ausgelobt sind. Wenn möglich, haben wir uns für eine wasserbasierte Variante entschieden. Von drei Naturfarbenherstellern waren jedoch nur Rezepturen mit Lösemitteln zu entdecken.

Die Inhaltsstoffe
Wasserbasierte Rezepturen müssen in der Regel mit einem Konservierungsmittel haltbar gemacht werden. Wir ließen die Produkte deshalb auf bedenkliche und umstrittene Stoffe wie Formaldehyd/-abspalter, Isothiazolinone und Zinkpyrithion untersuchen, aber auch auf Schwermetalle, um zum Beispiel den bedenklichen Kobaltsalzen auf die Spur zu kommen, die als Trocknungsbeschleuniger eingesetzt werden. In lösemittelhaltigen Lasuren war bisher das krebsverdächtige Hautverhinderungsmittel Butanonoxim gang und gäbe. Wir prüften, ob es immer noch eingesetzt wird, aber vor allem auch, welche Stoffe in welcher Menge möglicherweise ausgasen können.

Die Deklaration
Eine gute Verbraucherinformation liegt uns sehr am Herzen. Dazu gehört für ÖKO-TEST eine möglichst ausführliche Angabe der Inhaltsstoffe, auch wenn das gesetzlich nicht gefordert ist. Wie Der Blaue Engel legen wir aber besonders auf die Nennung der Konservierungsmittel Wert, mit einer vernünftigen Hotline für Allergiker. Doch auch der Gesetzgeber verlangt für etliche der eingesetzten Inhaltsstoffe ab bestimmten Konzentrationen Warnhinweise. Häufig geht es um mögliche allergische Reaktionen.

Die Bewertung
Holzlasuren, die auch im Innenraum verwendet werden, sollen möglichst wenige gesundheitlich bedenkliche Stoffe enthalten. Deshalb wird das Testergebnis Inhaltsstoffe mit 70 Prozent stärker gewichtet als das Testergebnis Deklaration. Eine gute Verbraucherinformation ist jedoch wichtig, deshalb kann eine gute Deklaration das Gesamturteil durchaus verbessern. Das gilt jedoch nicht für Rezepturen, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe eine schlechte Note erhalten.

So haben wir getestet

Wasserbasierte Lasuren sind für den Verbraucher meist deutlich zu erkennen, lösemittelhaltige dagegen kaum. Da muss der Laie schon die Inhaltsstoffangabe durchforsten, ob das Wort "Wasser" vorkommt, und auf die angegebenen VOC-Gehalte achten, die deutlich höher als bei den wasserbasierten Produkten sind.

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