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27 Mottenschutzmittel im Test

Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016

Mottenschutzmittel

Mottenmittel

Der Lieblingspulli aus Kaschmir, den man nur ganz kurz getragen und anschließend wieder in den Kleiderschrank gehängt hatte, weist hässliche Fraßstellen auf. Was ist passiert? Wahrscheinlich wurden Kleidermotten vom Geruch des getragenen Lieblingsstücks angelockt und haben sich darüber hergemacht. "Bewahren Sie nur gereinigte Wollsachen im Schrank auf", rät daher Bärbel Holl, die Vorsitzende des Vereins zur Förderung ökologischer Schädlingsbekämpfung (VFöS) ist. "Um Bekleidung, Decken und andere Dinge aus Wolle und Tierhaaren zu schützen, kann man sie zudem in Vakuumbeuteln aufbewahren." Ist aber erst einmal ein Befall mit Kleidermotten da, ist Geduld gefragt: Bei Kleider- und Pelzmotten kann eine Bekämpfung über vier Monate notwendig sein, um den Entwicklungszyklus der Motten wirksam zu unterbrechen. Damit sie wissen, zu welchen Mottenmitteln Sie bedenkenlos greifen können, haben wir 27 Produkte eingekauft und uns die Inhaltsstoffe angesehen.

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12.05.2016 | Das Testergebnis

21-mal grünes Licht: Knapp drei Viertel aller Mittel erreichen "sehr gute" und "gute" Noten. Jedoch schneiden sechs Produkte mit "mangelhaft" ab: Sie enthalten nervengiftige Pyrethroide.

Lockstoffe wirken: Klebefallen mit Sexuallockstoffen, sogenannten Pheromonen, sind völlig ungiftig. Mit ihnen lässt sich ein Befall feststellen und durch das Wegfangen der männlichen Tiere ein Befall etwas reduzieren.

Motte verdufte: Produkte auf Basis von Lavendel und Lavandinöl, Zedernholz und Zedernöl sowie Geraniol sind empfehlenswert. Ihr Duft vertreibt die gefräßigen Materialschädlinge. Empfindliche Personen könnten allerdings allergisch auf die enthaltenen Duftstoffe reagieren. Daher den Hautkontakt und das Einatmen dieser Produkte vermeiden.

Nichtgiftige Pflanzenextrakte: Neem oder Margosaextrakt hat - ebenso wie ätherische Öle - eine repellierende Wirkung auf Kleidermotten. Um eventuelle allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten empfindliche Menschen darauf achten, dass diese Produkte nicht auf die Haut geraten und eingeatmet werden.

Finger weg: Sechs Produkte mit den nervengiftigen Pyrethroiden Transfluthrin und Empenthrin bekommen vier Noten Abzug. Völlig irreführend finden wir die Bezeichnung der Nexa Lotte Duftende Mottenschutz-Säckchen. Denn das Produkt wirkt nicht mit einem harmlosen Duft, wie der Namen vermuten lässt, sondern mit einem giftigen Pyrethroidinsektzid.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
In unserer Einkaufstüte landeten Mittel gegen Schädlinge in Haus und Garten. Darunter waren Produkte gegen Lebensmittel- und Kleidermotten genauso wie gegen Stuben- und Fruchtfliegen, gegen Ameisen, Blattläuse und Schnecken. Solche Mittel fanden wir in Drogerie- und (Bio-)Supermärkten, in Bau- und Gartenmärkten sowie in Onlineshops.

Die Inhaltsstoffe
Die überwiegende Anzahl von Mitteln gegen Krabbel- und Kriechtiere im Haus und Garten enthalten problematische, sehr wirksame synthetische Wirkstoffe, die aber nicht nur für Insekten und Co. Giftig, sondern auch für die menschliche Gesundheit problematisch sind, weil sie - wie Phosphorsäureester - nervengiftig sind. Überdies können die Wirkstoffe für nützliche Tiere wie Bienen schädlich sein. Wir haben uns die Inhaltsstoffe der Mittel genau angesehen und von einem Labor eine Literaturrecherche zu ihren Nebenwirkungen auf Menschen durchführen lassen.

Wirksamkeitsprüfung
Pestizide, die etwa gegen Blattläuse und Schnecken zum Einsatz kommen, werden auf ihre Wirksamkeit geprüft, bevor sie zugelassen und in den Handel kommen. Ebenso gibt es für Biozidprodukte gegen Vorratsschädlinge, Kleidermotten und Ameisen ein Zulassungsverfahren. Im Rahmen dieses Zulassungsverfahrens wurden bislang die bioziden Wirkstoffe cis-Tricos-9-en (Lockstoff für Fliegen), d-Phenothrin, Deltamethrin, Etofenprox, Friponil, Imidacloprid, Lambda-Cyhalothrin, Margosaextrakt (Neem), Permethrin, Spinosad, Transfluthrin sowie das Pheromon Z,E-Tetradeca-9,12-dienylacetat als wirksam gegen unerwünschte Plagegeister eingestuft. Weil diese Daten vorliegen, haben wir darauf verzichtet, die Mittel auf ihre Wirksamkeit zu testen.

Die Bewertung
Synthetische Insektizide in Sprays, Spritzmitteln, Verdampfern und anderen offenen Anwendungsformen können Verbraucher kaum sachgemäß einsetzen. Und selbst bei sachgemäßem Gebrauch ist das Risiko für die Gesundheit hoch. Solche Produkte monieren wir grundsätzlich durch einen höheren Notenabzug als Insektizide in Köderdosen oder Stäbchen.

So haben wir getestet

Viele Mittel gegen Schädlinge, die für Haus und Garten im Handel sind, sind umweltgefährlich und können die Gesundheit gefährden!