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Ratgeber: Altbau sanieren

Ratgeber Bauen 2016
vom 12.05.2016

Altbau sanieren

So jung wie noch nie

Fast 500 Jahre auf dem Buckel und trotzdem zu 100 Prozent versorgt mit erneuerbaren Energien: Mit viel Elan und innovativen Ideen wurde ein historisches Gebäude zum Nullenergiehaus saniert. Das ist Denkmalschutz mit Hightech.

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12.05.2016 | Fantasie schlägt Realität. Wer glaubt, die Energiewende würde am Kleinmut der Hauseigentümer scheitern, der sollte einen Blick nach Freiberg in Sachsen werfen. Hier, in der weitgehend unter Denkmalschutz stehenden Altstadt, verbindet sich eine jahrhundertelange Baugeschichte mit modernen Materialien und erneuerbaren Energien zu einem Musterbeispiel, was heute in Sachen Energieeffizienz und umweltfreundlicher Energieversorgung machbar ist. Auch wenn das bei den Ausgangsbedingungen kaum jemand geglaubt hätte.

Das in seinen Ursprüngen wohl aus dem Jahr 1516 stammende Haus war bis zum Jahr 2008 eine schlimme Energieschleuder. Umgerechnet mehr als 40 Liter Öl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr waren für die Beheizung nötig - bis es von Dr. Holger Neuhaus entdeckt und aus dem Kälteschlaf befreit wurde. Der Physiker und Experte für Photovoltaik war im Jahr 2003 nach Forschungsjahren aus der Weltstadt Sydney in die traditionsreiche, beschauliche Universitätsstadt Freiberg mit ihren 42.000 Einwohnern gekommen. Der Kontrast konnte nicht größer sein, und schnell hatte er sich in die Altstadthäuser der ehemaligen Bergarbeitergemeinde verliebt. Es dauerte aber noch fünf Jahre und viele Erkundungsgänge durch die historischen Gassen und Straßen, bis das Traumhaus gefunden war. "Der Zustand war schlecht, wie bei so vielen Altstadthäusern. Aber die Lage im Stadtzentrum ist prima und die Substanz war in Ordnung", erinnert sich Neuhaus an die erste Begegnung.

Auch der bis ins Jahr 1554 lückenlos belegte Stammbaum der früheren Bewohner faszinierte Holger Neuhaus. Da waren ein Bergschmied, ein Steiger, Bergleute, Büchsenmacher, zwei Generationen von Kunstgärtnern am Freiberger Hof, vier Generationen einer Tischlerfamilie. Sie alle hatten in dem zur Straße hin eher unscheinbaren Haus unterhalb eines mächtigen Torturms gewohnt. Zwar war von der ursprünglichen Renaissanceausstattung nach einem Brand von 1845 nichts übrig geblieben, aber die rund einen Meter dicken Wände aus massivem Gneis hatten das Feuer überstanden. Diese Geschichte und Geschichten ins 21. Jahrhundert hinüberzuretten, weckte den Ehrgeiz des Wissenschaftlers - und dabei gleichzeitig das alte Gemäuer vom Energiefresser zum mit Sonnenenergie versorgten Effizienzhaus zu machen.

Fenster in die Vergangenheit

Doch so traditionsbeladen die alten Wände waren, so schlecht dämmten sie. Eine Massivwand von einem Meter Dicke - das klingt zwar nach viel Stoff, ihr Schutz gegen Wärmeverlust entsprach aber nur eine

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