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15 Stilltees im Test

Still und leise

ÖKO-TEST November 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 27.10.2016

15 Stilltees im Test

Damit es mit dem Stillen richtig klappt, sollten sich die Mütter ausreichend entspannen und genügend Flüssigkeit zu sich nehmen. Viele greifen dabei auf sogenannte Stilltees zurück. Aber sind diese Kräutertees wirklich zu empfehlen? Unser Test zeigt: Die Unterschiede sind deutlich.

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Gründe, angespannt zu sein, gibt es für stillende Mütter genug. Die Milch will nicht genug fließen, die Brustwarzen sind ganz wund und schmerzen, der Schlafmangel raubt den letzten Nerv, der Säugling schreit vor Hunger. Ein Kreislauf: Je unentspannter die Frau ist, weil es nicht mit dem Stillen klappt, desto weniger stellt sich der Erfolg ein. Also doch wieder zurück zur Entspannung. Aber wie?

Aleyd von Gartzen, Beauftragte für Stillen und Ernährung im Hebammenverband, will den Müttern Mut machen, an ihrer Fähigkeit zu stillen nicht zu zweifeln. Ein instinktives Körpergefühl werde den Frauen während der Schwangerschaft durch zahlreiche Termine und Untersuchungen häufig etwas abtrainiert. "Mütter müssen wieder lernen, auf sich zu hören und sich auch zu vertrauen. Alles andere macht der Körper schon." Das kann eine Weile dauern. Das Wochenbett ist die Zeit dafür, in der die Mutter, aber auch der Vater, in ihre neue Rolle hineinwachsen können. Und das Wochenbett ist nicht etwa ein Zeitraum von einer Woche. Traditionell werden der Mutter dafür 40 Tage eingeräumt. In Deutschland sind die ersten acht Wochen nach der Entbindung durch den gesetzlichen Mutterschutz abgedeckt. "Die Mutter soll es sich in dieser Zeit einfach gut gehen lassen", rät Aleyd von Gartzen. Wichtig sei es auch, sich von einer Hebamme betreuen zu lassen, die jederzeit als kompetente Beraterin zur Verfügung steht, wenn es mit dem Stillen Probleme gibt. Durch kleine Veränderungen bei der Anlegeposition, der Stillfrequenz und Ruhepausen ließen sich diese häufig beheben. Denn dass die Muttermilch das Beste für das Baby ist, was es in den ersten Monaten bekommen kann, ist hinreichend belegt. Aber auch die Vorteile für die stillende Mutter werden immer näher beleuchtet. Und die Palette ist lang.

Am besten belegt ist die Wirkung des Stillens auf das Brustkrebsrisiko der Mutter. Es gilt: je länger, desto besser. Dabei zählt nicht nur, wie lange das erste Kind gestillt wurde. Addiert wird auch die Zeit, die mögliche Geschwisterkinder Muttermilch bekamen. Kommt eine Frau dann insgesamt auf über zwölf Monate, ist das Risiko, Brustkrebs zu entwickeln, bereits um 26 Prozent verringert. Das hat eine Gruppe von Wissenschaftlern ermittelt, die mehr als 100 Studien zu diesem Zusammenhang ausgewertet hat. Auch das Eierstockkrebsrisiko sinke demnach um mehr als ein Drittel. Im Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung sind zwölf Möglichkeiten aufgeführt, die dabei helfen sollen, nicht an Krebs zu erkranken. Neben den Empfehlungen nicht zu rauchen und ein gesundes Körpergewicht zu erhalten, wird für Frauen auch das Stillen aufgeführt.

Aktuell werden mehrere Studien veröffentlicht, die das Stillen mit einem Schutz vor Diabetes mellitus in Verbindung bringen. Besonders bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes sind diese Ergebnisse interessant. Obwohl sich der Blutzuckerspiegel nach der Entbindung zunächst wieder normalisiert, erkrankt jede zweite Betroffene innerhalb der nächsten zehn Jahre an Diabetes


Stilltees: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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ÖKO-TEST November 2016 Seite 88

7 Seiten
Seite 82 - 88 im ÖKO-TEST November 2016
vom 27.10.2016
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Anlaufstellen für Stilltees sind vor allem Apotheken und Drogeriemärkte; 13 von 15 ausgewählten Stilltees waren dort erhältlich. Die anderen beiden haben wir online bestellt. Da gerade Mütter ein hohes Gesundheitsempfinden haben, greifen sie vermehrt zu Bio-Produkten. So sind auch fast alle Produkte im Test aus ökologischem Anbau. Die beiden konventionellen Tees enthalten den Tee lose verpackt. Alle anderen sind in Teebeuteln vorportioniert.

Die Inhaltsstoffe

Kräutertees können erheblich mit sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden belastet sein. Diese gelten als leberschädigend und krebserregend. Da sie plazentagängig sind und in die Muttermilch übergehen können, ist eine mögliche Belastung in Tees, die für stillende Mütter empfohlen werden, besonders alarmierend. Daneben haben wir die Tees natürlich auch auf Pestizide und Nitrat untersuchen lassen.

Weitere Mängel

Wichtig ist, was drin ist. Stimmt, aber eben auch, was draufsteht. Deshalb haben wir die Stilltees auch danach bewertet, ob alle wichtigen Angaben zur Zubereitung auf der Packung zu finden sind. Als weiteren Mangel werten wir auch, wenn die Tüten, die die einzelnen Teebeutel einschließen, umweltbelastende PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen enthalten.

Die Bewertung

Schon allein wegen ihrer stark erhöhten Pyrrolizidingehalte erhalten sechs Tees die Note "mangelhaft". Alle sechs überschreiten den vom BfR empfohlenen Tagestoleranzwert, wenn man davon ausgeht, dass mindestens vier Tassen Tee am Tag getrunken werden. Kommen dann noch erhöhte Pestizidwerte hinzu, wie bei H&S Bio Stilltee für Mütter und Medesign Stilltee, lautet das Gesamturteil "ungenügend".

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Erschienen am 27.10.2016

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