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12 Isolierflaschen im Test

Kalt erwischt

ÖKO-TEST September 2015 | Kategorie: Freizeit und Technik | 28.08.2015

12 Isolierflaschen im Test

Der Name ist Programm: Isolierflaschen sollen Tee oder Kaffee möglichst lange warm halten und dabei auch dicht bleiben. Dass das nicht alle können, entlarvt unser großer Praxistest. Nur eine Flasche schneidet mit "gut" ab.

Was haben eine Isolierflasche, eine Currywurst und ein Doppelkammerteebeutel gemeinsam? Sie schafften es zusammen auf eine Briefmarke aus dem Jahr 2011 - als "Deutsche Erfindungen". Mit mehr als 100 Jahren die älteste davon: die Thermosflasche. Als Erfinder gilt Reinhold Burger, der Anfang des 20. Jahrhunderts ein Patent auf das "Gefäß mit doppelten, einen luftleeren Hohlraum einschließenden Wandungen" anmeldete. Fragmente einer Flasche der ersten Stunde aus Glas, Draht und Asbest sind heute ein Museumsstück der Sammlung Pankow, in dem Berliner Ortsteil hatte Burger seine Firma.

Den Markt beherrschen vor allem Isolierflaschen aus Edelstahl, ihnen schreibt man die größte Bruchfestigkeit zu. In der Regel werden sie in Asien produziert. Manche Flaschen gibt es aus Kunststoff, ganz wenige haben - wie das Original - einen Glaseinsatz. Das sind zumeist ältere Modelle und laut Hersteller nicht bruchfest. Bei Isolierkannen, die für den Kaffeetisch zu Hause gedacht sind, kommen hingegen die Kunststoffvarianten zum Zug, damit ist man freier in Form sowie Farbe und das Material ist leichter.

Das Material hat sich im Lauf der vergangenen 100 Jahre geändert, das Prinzip nicht: zwei Wände und dazwischen ein Vakuum. An Luft kann Wärme abgegeben werden, das Vakuum verhindert die Wärmebrücke, das Getränk im Inneren bleibt länger warm. Teilweise setzen die Hersteller zwischen die zwei Gefäße auch eine Aluminium- beziehungsweise Kupferschicht. Zudem reflektiert Edelstahl die Hitzestrahlen, bei Glaseinsätzen - vor allem in Isolierkannen - übernimmt den Job eine Beschichtung aus Silber. Und dank dieser Prinzipien schenkt die Isolierflasche Eltern an langen Nachmittagen auf dem Spielplatz rettenden Kaffee oder Wanderern auf einer Herbsttour wohlige Wärme durch heißen Tee. Den kann man gleich aus dem Becher trinken, mit dem die Isolierflaschen ausgestattet sind. Die Becher innen sind - genau wie die Verschlüsse - aus Kunststoff.

Ob die Verschlüsse dicht halten und die Isolierflaschen das leisten, was ihr Name verspricht, haben wir in der Praxis an zwölf Flaschen getestet.

Das Testergebnis

Ein Markenprodukt ist "gut". Keine Flasche überzeugt voll. Das Markenprodukt Emsa Mobility schneidet mit "gut" ab - auch wenn sie sich im Praxistest als die Flasche zeigte, die relativ leicht umkippt. Die Stabilitätsprüfung nach Norm hat sie aber wie die anderen geschafft. Sie schnitt jedoch im Test Isoliervermögen des Trinkbechers (in Tabelle: Trinkbecher Außenseite) am besten ab.

Halten nicht, was der Name verspricht. Vier Flaschen isolieren nur "ausreichend" - und kommen deshalb auch auf ihr bescheidenes Gesamtergebnis. Besonders die K-Classic Isolierflasche Edelstahl von Kaufland fällt durch zwei schlechte Ergebnisse auf - sowohl was das Warmhalten des Wassers als auch was die Außenisolation des Bechers angeht. "Heiße Finger" holt man sich an fast allen Trinkbechern im Test.

Keine Gaumenfreude. Die Boston Isolier-Fla


Isolierflaschen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Butlers Isolierkanne Edelstahl
  • Butlers

Isosteel Isolierflasche Edelstahl
  • Isosteel

Thermos Edelstahl-Doppelwand-Getränkeflasche
  • Thermos

K-Classic Isolierflasche Edelstahl
  • Kaufland

Emsa Mobility Isolierflasche
  • Emsa

Volym Stahlisolierflasche
  • Ikea

Boston Isolier-Flasche Mattierter Edelstahl
  • Galeria Kaufhof

Leifheit Isolierflasche Coco Edelstahl
  • Leifheit

Vivess Edelstahl Isolierflasche
  • Rewe

Steinbach Isolierflasche Halenda Edelstahl
  • Real

La Playa Thermoedelstahlflasche
  • IPV

Alfi Isotherm Perfect Edelstahl
  • Alfi

12 Isolierflaschen im Test
ÖKO-TEST September 2015 Seite 134
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ÖKO-TEST September 2015 Seite 136
ÖKO-TEST September 2015 Seite 137
ÖKO-TEST September 2015 Seite 138

5 Seiten
Seite 134 - 138 im ÖKO-TEST September 2015
vom 28.08.2015
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Isolierflaschen für unterwegs - da packt man gerne eine platzsparende Variante in den Rucksack ein. Deshalb haben unsere Einkäufer, wenn möglich, zu Flaschen mit 0,7 oder 0,75 Liter Füllvolumen gegriffen. Insgesamt kauften sie zwölf Flaschen aus Edelstahl, von der Eigenmarke bis hin zum Markenprodukt. Kostenpunkt: zwischen 6,99 und 34,95 Euro.

Die Praxisprüfung

Zehn Minuten über Kopf stehen, ohne einen Tropfen Wasser zu verlieren: Das muss eine Isolierflasche leisten, damit sie nach Norm als dicht gilt. Die Mitarbeiter des von uns beauftragten Labors protokollierten, ob sich dabei am Verschluss, am Ausguss oder Flaschenkörper "Flüssigkeitstropfen" zeigten - wie es so schön in der Norm heißt. Wasserringe und Tropfen entlarven die Übeltäter. Den Test mit siedendem Wasser ließen wir mit mindestens drei Exemplaren machen - so können wir sichergehen, dass wir nicht nur das schwarze Schaf erwischt haben. Das Allerwichtigste, das Isolierflaschen leisten sollten, sagt schon der Name: Sie müssen warmhalten. Dafür wurden die Flaschen mit gerade gekochtem Wasser gefüllt und nach sechs Stunden gemessen, wie warm das Wasser noch ist. Nur mit der reinen Normprüfung gaben wir uns aber nicht zufrieden. Die Flaschen sollten auch beweisen, was sie halb gefüllt leisten, denn dann ist es schwieriger, die Temperatur zu halten. Außerdem haben die Experten die Flaschen auf ein Hartholzbrett fallen lassen und sie einem Temperaturschock ausgesetzt, zudem schauten sie sich die Handhabung an.

Die Sensorik

Wie riecht die Flasche unbenutzt? Und verändert die Flasche den Geschmack des Inhalts? Dazu wurden die Flaschen ausgespült und mit Leitungswasser gefüllt und die Experten beurteilten dann nach 24 Stunden den Geschmack.

Die Inhaltsstoffe

Wir wollten wissen: Stecken in den Dichtungsringen der Isolierflaschen bedenkliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)? Wie steht es um Weichmacher? Und lösen sich Schwermetalle aus den Flaschen?

Die Bewertung

Hier haben wir die wichtigsten Aufgaben einer Isolierflasche berücksichtigt und die Ergebnisse dementsprechend in die Bewertung einfließen lassen. Ganz vorne weg: das Warmhalten, das in der praktischen Prüfung besonders stark gewichtet wurde. Nicht gewertet haben wir die zusätzliche Prüfung mit halb leerer Flasche. Das hätten wir nur, wenn sich die Ergebnisse stark von denen der Normprüfung unterschieden hätten. Andere Ergebnisse berücksichtigten wir teilweise auch nicht in der Bewertung. Beispielsweise wie die Handhabung der Flasche mit Handschuhen funktioniert. Auch wenn dies an kalten Wintertagen eine typische Situation ist, hantieren Verbraucher im Normalfall ohne Handschuhe mit der Flasche.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST September 2015
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Erschienen am 28.08.2015

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