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Nudeln aus Hülsenfrüchten im Test: Wie gut sind die eiweißhaltigen Pasta-Alternativen?

ÖKO-TEST Januar 2019: Titelthema Diäten | Autor: Christine Throl | Kategorie: Essen und Trinken | 27.12.2018

Nudeln aus Hülsenfrüchten im Test: Wie gut sind die eiweißhaltigen Pasta-Alternativen?
(Foto: ÖKO-TEST)

Hülsenfrüchte unkompliziert – das sind die neuen Nudeln aus Linsen, Erbsen und Co. Wir haben 19 Produkte getestet: Sechs Marken können wir als eiweißreiche Alternative zu herkömmlicher Pasta empfehlen.

Zwischen den gängigen Nudeln auf Weizenbasis tauchen in den Geschäften immer öfter Nudeln aus Hülsenfrüchten auf. Erbsen, Bohnen und Linsen sind gesund und liefern jede Menge Eiweiß. Können die neuen Nudeln mit klassischer Pasta aus Hartweizen mithalten und das angestaubte Image der Hülsenfrüchte aufpolieren?

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Low-Carb-Nudeln aus Hülsenfrüchten: Mehr Gehalt an Ballaststoffen und Eiweiß

Wegen ihrer höheren Gehalte an Ballaststoffen und Eiweiß sättigen die Hülsenfrüchtenudeln besser als normale Nudeln. Sie sind deshalb für manche Menschen möglicherweise auch etwas schwerer bekömmlich. Dagegen helfen Gewürze wie Majoran, Basilikum, Thymian, Rosmarin, Koriander oder Kreuzkümmel.

Es steckt also viel drin in den neuen Nudeln. Nur Gutes? Das haben wir im Labor überprüfen lassen: Experten haben 19 Produkte aus Hülsenfrüchten auf Schadstoffe untersucht. Wir wollten auch wissen, wie die Nudeln schmecken. Dafür haben Sensorikspezialisten die Nudeln gekocht und probiert.

Nudel-Alternativen im Test: Einige enthalten Mineralölkomponente

Das Ergebnis: Fünf Produkte können wir als „sehr gut“ empfehlen, ein Produkt ist „gut“. Zwölf Marken liegen im Mittelfeld, eine fällt durch: Die Alb-Gold Fit’n’Free-Nudeln sind stark mit Mineralölkomponenten belastet.

In gut zwei Dritteln der Nudeln kritisieren wir die Verunreinigung mit den Mineralölkomponenten MOSH/POSH, in fünf Produkten steckt zusätzlich MOAH. Das Problem: Gesättigte Kohlenwasserstoffe wie MOSH können sich im Körper anreichern, sie haben in Tierversuchen Organe wie die Leber geschädigt. POSH, die sich im Labor analytisch noch nicht von MOSH trennen lassen, verhalten sich möglicherweise ähnlich. Deshalb bewerten wir sie gleich. Die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe MOAH sind eine Gruppe von Stoffen, von denen einige krebserregend sein können. Sie haben in Lebensmitteln absolut nichts verloren.

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Vier getestete Produkte enthalten Glyphosat-Spuren

In vier Produkten stecken Spuren des besonders bedenklichen Pestizids Glyphosat. Der umstrittene Unkrautvernichter steht im Verdacht, Krebs zu erregen. In drei Bio-Produkten überschreiten die Rückstände den Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren für Bio-Ware.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

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Testverfahren

So haben wir getestet: Wir haben 19 Mal Nudeln aus Linsen, grünen Erbsen, Kichererbsen und Sojabohnen in Bio- und Supermärkten, Discountern, Reformhäusern und im Internet eingekauft. Wir wollten wissen: Enthalten die Nudeln Rückstände von Pestiziden? Sind sie mit Mineralölbestandteilen verunreinigt? Lassen sich in den Sojanudeln gentechnisch veränderte Organismen nachweisen? Die meisten Produkte sind als „glutenfrei“ gekennzeichnet. Ist die Auslobung gerechtfertigt? Sechs geschulte Experten haben die Nudeln gekocht und gegessen und Geschmack, Geruch, Mundgefühl und Optik beurteilt. Ein „sehr gutes“ Gesamturteil gibt es nur für Produkte, die nicht mit Pestiziden oder Mineralölbestandteilen belastet sind und typisch nach Linsen, Erbsen und Co. schmecken und riechen. Erhebliche Mängel in der sensorischen Qualität, sowie eine mangelhafte Verpackung verschlechtern das Gesamturteil.

Abkürzungen: MOAH = mineral oil aromatic hydrocarbons (aromatische Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl); MOSH = mineral oil saturated hydrocarbons (gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Mineralöl); POSH = polyolefin oligomeric saturated hydrocarbons (oligomere gesättigte Kohlenwasserstoffe aus Polyolefinen).

Glossar: Erläuterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie hier.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) der Nachweis von MOAH; b) ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 2 bis 4 mg/kg (in der Tabelle „stark erhöht“). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) ein Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen (MOSH/POSH) der Kettenlängen C17 bis C35 von mehr als 1 bis 2 mg/kg (in der Tabelle „erhöht“); b) Mehr als 0,01 mg/kg eines oder mehrerer besonders bedenklicher Pestizide (hier: Glyphosat).

Bewertung Testergebnis Sensorik: Zur Abwertung um drei Noten führen: deutliche sensorische Auffälligkeiten („Aussehen nicht nudeltypisch, riecht muffig, künstlich, brandig; schmeckt künstlich“). Zur Abwertung um eine Note führen: geringe sensorische Auffälligkeiten wie „riecht leicht muffig; klebrig im Mund“, „riecht leicht brandig; klebrig im Mund“ und/ oder „schmeckt leicht bitter“.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) vereinzelt lösen sich die Schweißnähte der Verpackung; b) ein oder mehrere Pestizide in Gehalten über dem Orientierungswert des Bundesverbands Naturkost Naturwaren (BNN) für Pestizide, wenn es sich um Bio-Ware handelt. Zur Abwertung um eine Note führt: eher zu kurze Kochzeit angegeben.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Sensorik oder ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um jeweils eine Note.

Testmethoden

Mineralölbestandteile (MOSH/POSH, MOAH): Methode: DIN EN 16995:2017 mod. Die Modifikation betrifft die Verseifung und eine andere Matrix. Gluten: enzymatisch. Der Glutengealt wird aus dem analysierten Gliadingehalt berechnet. Pestizide: Pestizidscreening mit GC-MS; Glyphosat, Glufosinat und Ampa mittels LC-MS/MS. Gentechnisch veränderte DNA (falls Soja deklariert): mittels qualitativer Real-time PCR. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse. Sensorik: einfache, beschreibende Prüfung nach DIN 10964. Zubereitung der Proben laut Angaben auf der Verpackung mit jeweils 100 g rohen Nudeln in 1,5 l Wasser mit 1 TL Salz.

Einkauf der Testprodukte: September 2018. Die Anbieter finden Sie hier.

Der Test und seine Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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