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96 Gute Lebensmittel im Test

Ratgeber Essen, Trinken 2014
vom 16.05.2014

Gute Lebensmittel

Lassen Sie es sich schmecken!

Richtig gut essen will eigentlich jeder. Doch was darunter verstanden wird, ist durchaus unterschiedlich. Während für die einen der Grillabend mit reichlich Fleisch ein kulinarischer Höhepunkt ist, ernähren sich die anderen mit großer Begeisterung streng vegetarisch oder vegan. Volle Teller oder ausgewählte Köstlichkeiten? Genussvoll schlemmen oder ganz bewusst auswählen? Das eine schließt das andere nicht aus.

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16.05.2014 | Gutes Essen kann gesundheitsschädlich sein, schlechtes ist es immer." Fast 40 Jahre alt ist dieses Zitat von Wolfram Siebeck, dessen spitze Feder und beißende Kritik nicht nur Restaurantbesitzer lange fürchteten. Auch die Köchin zu Hause bekam hin und wieder ihr Fett weg: "Schlecht kochen kann jeder, aber nur die deutsche Hausfrau schafft es, darauf auch noch stolz zu sein". So wird Siebeck in einem Porträt zitiert, das vor etlichen Jahren im Playboy erschien, der immerhin nicht unbedingt zu den Lieblingszeitschriften der gescholtenen Hausfrauen gehört.

Gebratene Garnelen und Lammnieren mit Honig und Balsamico hat ihm seine Frau Barbara vergangenes Jahr zum 85. Geburtstag kredenzt. Hätte sie Brokkoli serviert, wäre Siebeck wohl das Besteck aus der Hand gefallen, denn diesem Gemüse kann der Gourmet gar nichts abgewinnen. "Eher rettet ein CSU-Ministerpräsident unsere Demokratie, als dass irgendwo ein leckerer Brokkoli auf den Tisch kommt", schreibt er in seinem Blog www.wo-isst-siebeck.de. Dort zieht er auch über den neuen Ernährungstrend her, der gerade vor allem in deutschen Großstädten herrscht: Sich vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren, ist nicht nach Siebecks Geschmack. "Denn ob man extrem teure Gemüsemenüs in der Spitzengastronomie toleriert oder die bescheidenen Tofuklopse entbehrungsbereiter Hausfrauen erduldet, viel Inspiration haben beide nicht ans Essen gebracht", findet er.

Aber wer weiß, einst ereiferte sich Wolfram Siebeck auch wortreich über Foodblogger, inzwischen ist er selbst einer. Vielleicht munden ihm also eines Tages auch Tofuklopse besser als Lammnierchen. Denn Geschmäcker sind bekanntlich nicht nur verschieden, sie können sich auch verändern.

Wenn dem nicht so wäre, sähe das Angebot in Bio-Läden und Öko-Supermärkten heute anders aus. Denn für überzeugte Naturkostanhänger musste die Ernährung in den 80er-Jahren vor allem eines sein - nämlich vollwertig. Und das bedeutete eben auch: möglichst naturbelassen. Auf dem Speisezettel standen frisch geschrotetes Müsli, Vollkornbrot und -nudeln, Naturreis, Rohkost, Vorzugsmilch, frische Früchte und Kräuter sowie Nüsse. Zucker war weitestgehend tabu, ganz zu schweigen von Schokolade oder süßen Riegeln. Als Süßigkeit ging gerade einmal Trockenobst durch. Und wenn es zu besonderen Anlässen doch mal Kuchen gab, dann nur mit Honig gesüßte Stücke aus Vollkornmehl, die alles andere als leicht und luftig waren.

Ein paar Jahre später hielten Lebensmittel im Bio-Laden Einzug, die anfangs verpönt waren: Backmischungen und fertige Kartoffelprodukte, Pizzaboden und Tiefkühlkost. Auch überzeugte Ökos wollten es jetzt ein wenig leichter haben. Anfangs kritisch beäugt, waren die so genannten Convenience-Produkte bald nicht mehr aus dem Angebot wegzudenken. Und mit der einfacheren Zubereitung erschlossen sich neue Kundenkreise. Bio boomte - und auch Supermärkte wie Discounter nahmen ökologisch angebaute Lebensmittel ins Sortiment auf.

Inzwischen ist das Angebot so vielfältig wie in einem gu

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Bei unserem großen Lebensmitteltest lag der Fokus auf einzelnen, hochwertigen Produkten für den Vorratsschrank. Hinzu kamen einige Milchprodukte, Fisch oder gekühlte Suppen. Außerdem achteten wir auf große Vielfalt: Deshalb befinden sich unter den 100 getesteten Produkten neben veganen auch laktose- und glutenfreie Lebensmittel. Wegen der hohen, qualitativen Standards im Bio-Bereich sollten außerdem alle mindestens den EG-Öko-Kriterien entsprechen sowie bestmöglich fair und nachhaltig produziert worden sein.

Die Inhaltsstoffe
Die von uns beauftragten Labore testeten die Lebensmittel auf produktspezifische Parameter. Getreideprodukte wie Toastbrot, Baguette, Haferflocken oder Nudeln ließen wir beispielsweise auf Pestizide und Schimmelpilzgifte untersuchen. Ergänzt wurden diese Analysen teilweise durch mikrobiologische Untersuchungen. Weil sich Weichmacher in fetthaltigen Lebensmitteln anreichern können, ließen wir außerdem in Pesto, Ölen oder Käse nach ihnen fahnden. Produkte aus Soja, beispielsweise Tofu oder pflanzlichem Sahneersatz, untersuchten die Labore auf gentechnisch veränderte Organismen, auch wenn die verwendeten Sojabohnen als ökologisch kontrolliert deklariert waren. Neben den Schadstoffen prüften wir auch die Qualität der Produkte. Enthält der Essig den vorgeschriebenen Säuregehalt? Ist auch wirklich keine Laktose im "laktosefrei" ausgelobten Käse? Wie viel Salz ist in der Suppe? Und erfüllt der Honig alle wesentlichen Kriterien der Honigverordnung?

Die Weiteren Mängel
Vor allem die Deklarationen der Produkte standen hier im Mittelpunkt. Geprüft wurden Auslobungen und Angaben über Zutaten, aber auch Nährwertangaben nahmen wir unter die Lupe. Zudem ließen wir die Verpackungen aller Produkte auf PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen untersuchen.

Die Bewertung
Ausnahmsweise stellen wir nur diejenigen Produkte vor, die sich in den Labortests ein "sehr gut" oder mindestens "gut" verdient haben. Bis auf ein paar Einzelfälle war aber nicht viel zu beanstanden. Denn besonders im Bio-Bereich gibt es strenge Regeln, sodass in den entsprechenden Lebensmitteln kaum Schadstoffe zu finden sind.

So haben wir getestet

Toasten nach Plan: Das Toastbrot wurde zuerst geröstet und dann auf Acrylamid untersucht.