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16.05.2014 | Die "guten"

Ein breites Feld an "guten" Haferflockenprodukten mit immer dem gleichen Mangel: Sie alle haben einen erhöhten Gehalt an gesättigten Kohlenwasserstoffen. Wahrscheinlich stammen diese Verbindungen aus der Verpackung, in der sie verkauft werden. Allein das Basic-Produkt, ein Bio-Produkt, steckt in einer Kunststofftüte. Hier könnte der Eintrag durch eine Zwischenlagerung in Papiersäcken stammen - bevor wieder in Plastiktüten umgefüllt wurde. Oder es handelt sich um eine andere Fraktion von gesättigten Kohlenwasserstoffen, die aus Kunststoffen stammt und über die noch wenig bekannt ist. Wegen der noch zu vertretenden, vergleichsweise geringen Belastung bewerten wir all diese Produkte mit dem Gesamturteil "gut".



Unsere Kritik an schlechteren Produkten

Durch die Verwendung von Altpapier gelangt Mineralöl in Recyclingpapier. Altpapier besteht zum Beispiel aus Zeitungen und Katalogen, die mit Farben bedruckt werden, die Mineralöl enthalten. Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und stellt ein komplexes Gemisch dar, das hauptsächlich aus gesättigten und aromatischen Kohlenwasserstoffen besteht. Gesättigte Kohlenwasserstoffe (MOSH) können laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Körper gespeichert werden und zu Schädigungen der Leber und der Lymphknoten führen. Für diese Kohlenwasserstoffe hat das BfR in einer gesundheitlichen Beurteilung von Materialien und Gegenständen für den Lebensmittelkontakt Richtwerte vorgelegt. Bei aromatischen Kohlenwasserstoffen ist laut BfR nicht auszuschließen, dass sich darunter Substanzen befinden, die schon in geringsten Mengen Krebs hervorrufen können. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat daher Mitte des Jahres 2013 einen zweiten Entwurf der sogenannten "Mineralölverordnung" vorgelegt. Demnach soll ein Übergang von aromatischen Kohlenwasserstoffen auf Lebensmittel generell nicht mehr stattfinden. Solche aromatischen Kohlenwasserstoffe (MOAH) haben wir in den Produkten von Granovita, Dennree, Campo Verde und Reformkontor (Holo) nachgewiesen.

Auch wenn das Thema Mineralöl in Verpackungen schon lange im Fokus der Öffentlichkeit steht und es sich zunächst nur um einen Gesetzesentwurf handelt: Der Gesetzgeber hat sich damit beschäftigt. Die Reaktionen der Hersteller auf unsere Testergebnisse zeigen zudem, wie schwierig es ist, festzustellen, auf welchem Weg Mineralöl in Lebensmittel gelangt. So betonen zahlreiche Anbieter, sie verwendeten Verpackungen aus Frischfasern ohne Mineralöl und ohne mineralölhaltige Druckfarben. Doch auch in den großen Transportverpackungen aus Recyclingkartons, in denen die Waren ausgeliefert werden, ist Mineralöl enthalten und kann auf diesem Weg in frischfaserverpackte Lebensmittel gelangen. "Die alleinige Nutzung von Frischfaserkartons als Primärverpackung ist somit keine Lösung der Mineralölproblematik", sagt die in Pharmakologie und Toxikologie promovierte wissenschaftliche Expertin Dr. Uta Verbeek. Zumal das Mineralöl auch

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 21 Packungen Haferflocken eingekauft: Sieben stammen aus kontrolliert biologischem Anbau, die restlichen Produkte sind konventionelle Marken sowie Eigenmarken der Discounter und Supermärkte. Bei der Auswahl entschieden wir uns für zarte Haferflocken, sogenannte Kleinblattflocken. Sie werden häufiger gekauft als kernige Großblattflocken, da sie vielfältig verwendbar sind, beispielsweise zum Backen.

Die Inhaltsstoffe
Aus Papier- und Kartonverpackungen kann gesundheitsgefährdendes Mineralöl in die Nahrung gelangen. Wir haben die Haferflocken darauf untersuchen lassen. Bereits im September 2012 hat ein ÖKO-TEST das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Mehl, Brötchen und Haferflocken nachgewiesen. Das Herbizid steht unter Verdacht, zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Wir ließen die Haferflocken daher auf Glyphosat und weitere Pestizide untersuchen.

Die Bewertung
Um die Belastung von Lebensmitteln mit Mineralöl zu verhindern, hat der Gesetzgeber schärfere Richtlinien formuliert. Demnach soll ein Übergang von aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH) aus der Verpackung ins Produkt generell vermieden werden. Der Übergang gesättigter Kohlenwasserstoffe (MOSH) ist zu minimieren. ÖKO-TEST differenziert daher bei der Bewertung zwischen diesen beiden Stoffgruppen. Je höher die MOSH-Werte, desto schlechter die Note. Wurde MOAH nachgewiesen, werten wir grundsätzlich ab. Zudem führt der Einsatz von Pestiziden zur Abwertung, wenn die Werte die gesetzlich zulässige Höchstmenge um mehr als zehn Prozent ausschöpfen.

So haben wir getestet

Mineralöl gelangt aus Verpackungen in Lebensmittel und kann sogar aus den Umkartons stammen.