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16.05.2014 | Ein große Auswahl an "sehr gut" und "gut" getesteten Mineralwässern erleichtert die Suche nach einem empfehlenswerten Produkt aus der eigenen Region. Insgesamt können wir 19-mal die Bestnote vergeben. Von den 32 "gut" bewerteten Wässern bekommen nur vier einen Punktabzug unter den Inhaltsstoffen: Die Wässer Bad Meinberger Medium, Forstetal Medium, Margon Medium und Mineau Medium haben einen leicht erhöhten Urangehalt.

Bei zwei Mineralwässern geben Mängel in der Deklaration den Ausschlag für das nur "gute" Gesamturteil: Das Heerbach Medium wirbt mit der fragwürdigen Auslobung "reich an Silizium". Das ist nach unserer Auffassung unsinnig, denn für dieses Element sind weder physiologische Funktionen beim Menschen bekannt, noch gibt es Belege für angeblich positive Wirkungen auf Haut, Haare oder Nägel. Und wer viel verspricht, sollte das auch halten. Doch beim Steigerwald Medium steht nur "viel Magnesium" drauf; die vom Labor analysierten Werte können das nicht bestätigen. Die restlichen 26 "guten" Produkte vermasseln sich die Bestnote durch ihre Angebotsform: Mineralwasser in PET-Einweg- oder PET-Cycle-Flaschen hat eine schlechtere Umweltbilanz als in Flaschen im Mehrwegsystem.



Unsere Kritik an schlechteren Produkten

In einer Reihe von Wässern stecken Pestizidmetaboliten. In drei Produkten - nämlich in dem Markgrafen Mineralwasser Medium, der Odenwald Quelle Medium und dem Schwollener Medium - überschreiten die Gehalte sogar den Orientierungswert. Die anderen Mengen liegen darunter, deuten aber ebenfalls auf Verunreinigungen hin, die aus unserer Sicht vermieden werden sollten. Eine Gefährdung für den Menschen kann aber ausgeschlossen werden, da die Gehalte weit unter den gesundheitlichen Richtwerten liegen, die das Umweltbundesamt für nichtrelevante Metaboliten in Trinkwasser aufgestellt hat.

Zwar entschied im Sommer 2013 der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, dass das Gebot "ursprüngliche Reinheit" der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung keine "absolute Abwesenheit von Schadstoffen" fordere. Damit würden Abbauprodukte von Pestiziden über dem Orientierungswert nicht das Reinheitsgebot verletzen, solange die Gesundheit nicht gefährdet sei. Doch unserer Auffassung nach haben Abbauprodukte von Pestiziden nichts in einem Produkt zu suchen, das eben etwas ganz besonderes verspricht: ursprünglich rein zu sein!

Einige Produkte sind mit Uran belastet. Uran kann Nieren und Leber schädigen, wenn es über einen längeren Zeitraum aufgenommen wird. Da für Mineralwasser kein Grenzwert existiert, orientieren wir uns an dem niedrigen Vorsorgewert für Mineralwasser, das für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet ist. Am meisten Uran fand das beauftragte Labor im Waldecker Medium.

Bor - der Problemstoff ist fortpflanzungsschädlich - fand sich in erhöhten Mengen im Merkur Medium, im Sinziger Medium und im Markgrafen Mineralwasser Medium. Einen Grenzwert für Bor in Mineralwasser gibt es allerdings nicht.

In der Nürburg Quelle Medium steckt

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Insgesamt wurden 73 natürliche Mineralwässer eingekauft, wobei sowohl die wichtigsten Eigenmarken der Discounter und Supermärkte berücksichtigt wurden als auch Produkte kleinerer regionaler Anbieter. Als Sorte wählten wir dieses Mal Mineralwasser mit wenig Kohlensäure aus. Dieses ist mit einem Anteil von gut 42 Prozent am gesamten Mineralwasserabsatz ähnlich beliebt wie kohlensäurereiches Mineralwasser. Komplettiert wurde der Einkauf durch je ein Tafel- und ein Quellwasser, weil wir wissen wollten, wie es um die Qualität dieser bundesweit erhältlichen Marken bestellt ist.

Die Inhaltsstoffe
Wie schon 2011 stand auch dieses Mal die Untersuchung auf Abbauprodukte von Pestiziden im Vordergrund. Ziel war herauszufinden, inwieweit Hersteller ihre Produkte verbessert haben - oder aber alles beim Alten ließen. Denn nicht immer lässt sich eine Quelle so einfach umstellen. Der zweite Schwerpunkt lag auf der Analyse gesundheitlich bedenklicher Inhaltsstoffe wie Uran, Arsen oder Bor. Diese Stoffe gelangen auf natürliche Weise in Mineralwasser, können aber teilweise entfernt werden.

Die Weiteren Mängel
Weil Mineralwasser in großen Mengen konsumiert wird, ist die Wiederverwertung der Flaschen in Hinblick auf die ökologischen Auswirkungen ausschlaggebend. Die Angebotsform der eingekauften Produkte berücksichtigten wir unter dem Testergebnis Weitere Mängel. Gleichzeitig hatten die Hersteller die Möglichkeit, weitere Verpackungsformen ihrer Produkte mitzuteilen, was ebenfalls in die Tabelle aufgenommen wurde. Des Weiteren ließen wir im Labor prüfen, ob Aussagen und Auslobungen zu besonders hohen Mineralstoffgehalten wirklich stimmen.

Die Bewertung
Wir bleiben dabei: Ein natürliches Mineralwasser darf sich nur dann so nennen, wenn es die Vorgaben zur ursprünglichen Reinheit erfüllt. Und wir gehen noch weiter: Auch geringere Verunreinigungen sollten nicht nachweisbar sein. Folgerichtig schneiden Wässer mit Überschreitungen des Orientierungswertes bestenfalls mit "mangelhaft" ab. Streng bewerten wir auch die Gehalte einiger problematischer Inhaltsstoffe, da Mineralwasser täglich konsumiert wird und zudem von einer ausgeprägten Markentreue auszugehen ist. Zum Punktabzug führt schließlich die Verpackung in ökologisch ungünstigen PET-Einweg-Flaschen und den nur wenig besseren PET-Cycle-Flaschen.

So haben wir getestet

Mehrweg oder Einweg? Mehrweg und PET-Cycle lassen sich meist gut an entsprechenden Symbolen erkennen. Ein eindeutiger Hinweis auf Einweg fehlt dagegen fast immer.