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Schleim für Kinder im Test: Schädliches Halbmetall Bor in allen Slime-Spielzeugen

ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik | Autor: Kai Thomas | Kategorie: Kinder und Familie | 25.10.2018

In Spielschleim steckt oft Borsäure, die unfruchtbar machen kann.
In Spielschleim steckt oft Borsäure, die unfruchtbar machen kann. (Foto: jarabee123/getty images)

In jüngster Zeit mehren sich Produktwarnungen zu Spielschleim. Zu Recht: Alle 13 von uns überprüften Slime-Spielzeuge enthalten schädliches Bor. Ein Schleim überschreitet den gesetzlichen Grenzwert - viele andere sind sehr hoch belastet.

Spielschleim (engl. Slime) ist beliebt bei Kindern und Jugendlichen. Ob fertig aus dem Laden oder selbst angerührt: In Tausenden Youtubeclips zeigen Nutzer, wie sie allerlei Zutaten zu Glibber kneten. Auch etliche Bücher und Webseiten erklären Schleimrezepte und geben Tipps zum Selbermachen.

Aktuell gerät das Spielzeug allerdings in schlechtes Licht. In diesem Jahr veröffentlichte das europäische Schnellwarnsystem Rapex bereits neun Meldungen zu Spielschleim. Im Juli warnte auch die britische Testorganisation Which? vor etlichen Produkten, weil sie nicht die EU-Sicherheitsvorgaben erfüllten. Die Schleimspielzeuge enthielten verbotene Gehalte an schädlichem Bor. Das Halbmetall stammt aus verarbeiteter Borsäure, die den Schleim schwabbelig und dehnbar macht.

Grund genug, den deutschen Markt zu überprüfen: Wir haben 13 Spielschleime für Kinder eingekauft. Darunter auch ein Schleim zum Selbstanrühren. Alle Produkte haben wir im Labor auf die Löslichkeit von schädlichem Bor untersuchen lassen.

Slime im Test: Schädliches Halbmetall in einem Spielschleim über Grenzwert

Das Ergebnis: Nur vier Produkte erhalten das Gesamturteil "befriedigend". Die restlichen Spielzeuge rasseln mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch den Test. Ein getesteter Schleim hätte aus unserer Sicht so nicht verkauft werden dürfen: Die Wabbelmasse überschreitet den gesetzlichen Grenzwert für lösliches Bor in flüssigen und haftenden Spielzeugmaterialien.

Acht weitere Schleimspielzeuge sind sehr hoch mit Bor belastet. Bei ihnen wird der Grenzwert zu mehr als 50 Prozent ausgeschöpft. Auch aus allen restlichen Produkten löste sich Bor. Wer Schleimmassen kauft, erfährt zudem oft nicht, woraus sie hergestellt sind. Denn das müssen die Hersteller nicht auf der Verpackung angeben. Lediglich auf 3 der 13 getesteten Wabbelmassen gibt es Hinweise zu problematischen Inhaltsstoffen. Mehr Details zum Testergebnis lesen Sie im ePaper.

Schleim mit Bor macht nicht unmittelbar krank. Für das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist selbst eine Überschreitung geltender Grenzwerte nicht „unmittelbar mit dem Auftreten gesundheitlicher Effekte verbunden“. Bei erheblicher Überschreitung hält aber auch das BfR eine einzelfallbezogene Risikobewertung notwendig. Wir vertreten im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes die Ansicht, dass borhaltige Artikel grundsätzlich nicht in Kinderhände gehören.

Test Spielschleim: Borsäure kann die Fortpflanzung beeinträchtigen

Denn Borsäure gehört zu den sogenannten CMR-Gefahrstoffen: Sie kann unter anderem die Fortpflanzung beeinträchtigen und das ungeborene Baby schädigen. Aus flüssigem und anhaftendem Spielzeugmaterial dürfen sich laut Gesetz deshalb nicht mehr als 300 Milligramm Bor pro Kilogramm lösen. In Kosmetika für Kinder unter drei Jahren sind Borverbindungen verboten.

Auch viele Do-it-yourself-Rezepte basieren auf borhaltigen Reinigungsmitteln wie etwa Kontaktlinsenpflegemitteln. Schleim lässt sich aber auch ohne giftige Inhaltsstoffe mit natürlichen Zutaten selber machen


Spielschleim: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Dr. Cool Funny Schleim zum Selbermachen, grün und rosa
  • Fun Trading

Flydende Slim Liquid Slime, neonpink
  • Flying Tiger

Craze Magic Slimy Neon, pink
  • Craze

Metallic XL Slime, rot
  • Toys

Ufo-Schleim Galaxy mit Alien-Figur, orange
  • Fun Trading

Noisy Slime
  • Out of the Blue

Splop Glopper, pink
  • Rösner & Rösner

Super Stretchy Puff Slime
  • Toys

Toilet Slime, orange
  • Toys

Depesche Schleim mit blauem Dino, neon-orange
  • Depesche

Sbabam Macarons Melmito Slime, rot und braun
  • Terma

Slimy Mega Elastic
  • Joker

Toi-Toys Slimy Faces, gelb
  • Toi-Toys

Schleim für Kinder im Test: Schädliches Halbmetall Bor in allen Slime-Spielzeugen

4 Seiten
Seite 122 - 125 im ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
vom 05.11.2018
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Erschienen am 05.11.2018

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