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Ratgeber Kleinkinder 2017
vom

Babyfone

Sendepause?

Babyfone produzieren zu viel Elektrosmog. Das war schon in früheren ÖKO-TESTs ein Ärgernis und daran hat sich bis heute nichts geändert. Im aktuellen Test schneiden deswegen zehn von 14 Geräten mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab. Nur eines ist empfehlenswert.

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14.09.2017 | Viele Babyfone setzen Kinder unnötig starkem Elektrosmog aus, sie senden häufig mit gepulster Funktechnologie, wie sie auch in Handys oder Schnurlostelefonen (DECT) verwendet wird. Solche Funkwellen können Studien zufolge die Hirnströme verändern. Und Handystrahlung haben Experten der WHO bereits 2011 als "möglicherweise krebserregend" eingestuft.

Das Bundesamt für Strahlenschutz rät Eltern zu Geräten mit möglichst niedriger Feldintensität und zu einem möglichst großen Abstand zwischen Gerät und Kind. Und die Vergaberichtlinien für Babyüberwachungsgeräte des Umweltzeichens "Blauer Engel" fordern, es sollten aus Vorsorgegründen "alle technischen Möglichkeiten genutzt werden", um die Exposition von Babys und Kleinkindern gegenüber elektromagnetischen Feldern so gering wie möglich zu halten.

ÖKO-TEST wollte wissen, welche Geräte aktuell empfehlenswert sind und hat 14 Produkte gründlich durchtesten lassen. Wir haben nicht nur Felder und Strahlung überprüfen lassen, sondern natürlich auch Akustik, Ausstattung und Sicherheit.

Das Testergebnis

Nichts verbessert. Aufgrund inakzeptabler Elektrosmogwerte fallen von 14 Geräten sieben mit "ungenügend" und drei mit "mangelhaft" durch. Lediglich den erneut geprüften Testsieger aus unserem vorigen Test im Jahr 2014 können wir mit "sehr gut" empfehlen. Schon damals schnitt die Hälfte der Produkte mit "ungenügend" oder "mangelhaft" ab. Dass seit Jahren so wenig gegen die Belastung der Kinder mit Elektrosmog getan wird, ist aus Verbrauchersicht inakzeptabel. Über das schlechte Gesamtbild können auch gute Ergebnisse in Akustik, Ausstattung und Technik nicht hinwegtäuschen.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 14 Babyfone eingekauft, davon fünf mit Videofunktion. Für das günstigste Produkt haben wir etwas mehr als 30 Euro bezahlt, für das teuerste 165 Euro. Auch das einzige "sehr gute" Produkt aus dem vergangenen Test 2014 haben wir nochmals getestet. Von dem einzigen "guten" Produkt des vergangenen Tests werden inzwischen nur noch Restbestände abverkauft, wir haben es nicht erneut geprüft. Auch Babyfon-Apps haben wir nicht getestet, sie gelten als unzuverlässig.

Die Strahlungsmessung
Wie stark ist der Elektrosmog, dem Babys ausgesetzt sind? Ist die Strahlung gepulst? Funkt die Reichweitenkontrolle im Sekundentakt - oder kann man sie ausstellen, wenn sie nicht gebraucht wird? Und erzeugen die Netzteile problematische elektrische Wechselfelder? Diese Fragen haben wir von einem darauf spezialisierten Labor beantworten lassen.

Das Gerät
Akustik: In welcher Qualität das Babyfon überträgt und ob es bereits auf leises Weinen reagiert, das analysierte ein Testlabor mit einem speziellen Lautsprecher, dem sogenannten "künstlichen Mund".
Technik/Sicherheit: Im Praxistest zeigte sich, durch wie viele Wände die Babyfone übertragen und über welche Reichweite sie draußen im Freien verfügen. Das Prüfinstitut testete daneben unter anderem die Betriebszeit des Empfängers im Akku- bzw. Batteriebetrieb und ob Mobiltelefone, DECT-Telefone oder Mikrowellen den Empfang stören können.
Ausstattung: Laborexperten warfen einen kritischen Blick auf die Bedienungsanleitung und bewerteten, wie gut sich das Gerät bedienen lässt. Außerdem prüften sie unter anderem, ob der Sender mit Akkus oder Batterien betrieben werden kann, was Elektrosmog reduziert.

Die Weiteren Mängel
Prüfungen auf chlorierte Verbindungen, die in der Entsorgung schädlich sind, gehören zum ÖKO-TEST-Standard. Außerdem wollten wir wissen, ob sich auf den Platinen der Produkte Hinweise auf bromierte Flammschutzmittel finden.

Die Bewertung
Am wichtigsten ist, wie sehr die Geräte die Kinder mit Elektrosmog belasten. Deshalb macht dieser Aspekt 60 Prozent der Gesamtnote aus und das Endergebnis kann auch nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung. Das restliche Praxisprüfprogramm fließt mit 30 Prozent in die Gesamtnote ein. Weitere Mängel wie Schadstoffbelastungen machen zehn Prozent aus.

So haben wir getestet

Ein spezialisiertes Labor analysierte die Elektrosmogbelastung durch die Geräte in realistischer Kinderzimmerumgebung.