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ÖKO-TEST Juli 2011
vom

Fahrradversicherungen

Rundumschutz nur für Edelbikes

Sind spezielle Fahrradversicherungen sinnvoll oder reicht eine gute Hausratpolice? ÖKO-TEST hat beide untersucht.

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24.06.2011 | Radfahren wird in Deutschland immer beliebter. So konnte der Fahrradhandel in den vergangenen zwei Jahren seine Umsätze steigern, während andere Einzelhandelsbranchen minus machten. Insgesamt werden jährlich über vier Millionen Fahrräder verkauft und so der Gesamtbestand der 69 Millionen ständig erneuert. Fahrräder werden zudem immer hochwertiger. "Die Verbraucher wünschen sich heute aus Gewichtsgründen fast immer einen Aluminiumrahmen", so Susanne Eickelmann vom Verband des deutschen Zweiradhandels (VDZ). Zweiter Megatrend sind Fahrräder mit eingebautem Rückenwind. Diese sogenannten Pedelecs, die ihre Besitzer mit einem Elektroantrieb bei der Arbeit unterstützen, sind nicht mehr nur unter Senioren der Hit. "Wir verkaufen immer öfter an jüngere Kunden, die mit dem Pedelec zur Arbeit fahren oder einfach ihren Radius erweitern wollen", sagt Werner Leibe von Per Pedale in Frankfurt. Für die E-Bikes werden im Schnitt 2.400 Euro ausgegeben.

Auch Fahrraddiebstahl wird immer beliebter. Zwar wurden der Polizei 2010 mit 306.000 Taten fast 39.000 weniger Diebstähle gemeldet. Doch gleichzeitig sank die Aufklärungsquote. Von 100 gestohlenen Rädern verschwinden 90 auf Nimmerwiedersehen. Doch nur 40 Prozent sind nach Schätzungen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) über die Hausratversicherung abgesichert. Und das auch nicht gegen alle Gefahren. Ersetzt wird immer nur der Einbruchdiebstahl, also wenn das Rad aus der verschlossenen Garage oder dem Keller gestohlen wird. Wer einfachen Diebstahl außerhalb der Wohnung oder des Hauses absichern möchte, muss seine Hausratpolice erweitern. Vielfach gelten zudem alte Klauseln, wonach Diebstähle nur ersatzpflichtig sind, die sich zwischen 6 Uhr und 22 Uhr ereignen. Nur wenn das Fahrrad nachweislich nach 22 Uhr noch "in Gebrauch" war, etwa weil es vor einem Kino abgestellt wurde, gibt es Schutz. Auch für mutwillige Beschädigungen (Vandalismus) und oder Reparaturschäden kommt die Hausratpolice in aller Regel nicht auf.

Eine Alternative zur Hausratpolice sind spezielle Fahrradversicherungen, für die Spezialversicherer nun Werbung machen. So die Wertgarantie aus Hannover, die mit Fachhändlern zusammenarbeitet. Neuester Clou: Der Diebstahlzähler. Wenn in Deutschland ein Fahrrad geklaut wird, klingelt das Anzeigegerät. So sollen Fahrradkunden schon im Geschäft vom Kauf einer Versicherung überzeugt werden. ÖKO-TEST hat die Angebote jetzt unter die Lupe genommen.

Das Testergebnis

Der Markt ist sehr überschaubar, die Tarife sind vergleichbar: Es gibt derzeit lediglich vier Anbieter. Die Leistungen der Tarife sind ähnlich, die Gesamtpunktzahl liegt zwischen 45 und 52. Größere Unterschiede gibt es beim Preis. Er liegt für ein 1.600-Euro-Rad zwischen 152 und gut doppelt so teuren 336 Euro. Ein 4.000-Euro-Rad kostet zwischen 260 und 646 Euro, von Wertgarantie werden Räder nur bis 3.500 Euro versichert.

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