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Studentenfutter-Test: Häufig mit Mineralöl und Pestiziden belastet

Spezial Vegetarisch und Vegan | Autor: Katja Tölle/kai | Kategorie: Essen und Trinken | 29.11.2019

Im Studentenfutter im Test haben wir alle Produkte auf Schadstoffe überprüfen lassen.
Im Studentenfutter im Test haben wir alle Produkte auf Schadstoffe überprüfen lassen. (Foto: ÖKO-TEST )

Wir haben unseren Studentenfutter-Test für das Sonderheft "Vegetarisch & Vegan" umfangreich aktualisiert. Leider weiterhin oft mit dabei: Mineralöl und jede Menge Pestizide – in einer Mischung sogar 24 verschiedene. Mehr als die Hälfte der insgesamt 17 Studentenfutter ist aber mittlerweile empfehlenswert. 

Aktualisiert am 28.11.2019; Einkauf Testprodukte Apr/Mai 2018 & Aug 2019 | Studentenfutter gilt zwar als gesund, kann aber auch für Gewichtszunahme sorgen. Denn in dem beliebten Snack steckt eben auch jede Menge Fett und Zucker. Unstrittig enthalten Nüsse aber auch viele gesunde Fettsäuren, Vitamine und Nährstoffe. Deswegen empfehlen Ernährungsexperten, Studentenfutter zu essen – aber eben in Maßen.

Studentenfutter-Test mit den besten Nussmischungen mit Trockenfrüchten im Vergleich

Im Test: Wir wollten wissen, welche Studentenfutter wir empfehlen können und in welchen Tüten außer Vitaminen auch Pestizide, Mineralöl oder andere Schadstoffe stecken. Deswegen haben wir 17 Produkte ins Labor geschickt, mehrere ein zweites Mal.

Das Ergebnis: Rund drei Viertel der Studentenfutter im Test sind inzwischen "gut" oder sogar "sehr gut". Einige Hersteller legen offenbar in Folge unserer ersten Testveröffentlichung im November 2018 ein größeres Augenmerk auf mögliche Schadstoffe. Zwei Snacks fallen allerdings weiterhin mit "ungenügend" durch.

Unsere Kritik in Kürze: In den Studentenfuttern im Test sind oft Mineralölbestandteile nachweisbar. Zudem stecken häufig zu viel zu viele Pestizide in den Tüten – bis zu 24 verschiedene in einem einzigen Studentenfutter.

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Studentenfutter im Test: Selten ohne Pestizidreste

Studentenfutter ist gesund: Neben Fett liefern die enthaltenen Nüsse auch viele gesunde Fettsäuren, Vitamine und Nährstoffe.
Studentenfutter ist gesund: Neben Fett liefern die enthaltenen Nüsse auch viele gesunde Fettsäuren, Vitamine und Nährstoffe. (Foto: samael334/gettyimages)

Nur fünf Studentenfutter im Test sind frei von Pestizidrückständen. Heißt: In allen anderen hat das von uns beauftragte Labor mindestens ein Pestizid in den Rosinen nachgewiesen. Darunter waren in zwei Studentenfuttern auch besonders bedenkliche Pestizide, die etwa unter Krebsverdacht stehen, mutagen wirken oder bienentoxisch sind.

Den traurigen Rekord hält das Pittjes Party Nuts Studentenfutter im Test: Die Rosinen sind mit ganzen 24 verschiedenen Pestiziden in Spuren belastet. Das heißt, dass die jeweiligen Rückstände deutlich unterhalb der erlaubten Rückstandshöchstmenge liegen.

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Kritik an Höchstmenge für Pestizidrückstände

Hier setzt unsere Kritik an: Zum einen sind viele der gesetzlichen Rückstandshöchstmengen für Weintrauben extrem hoch – höher als für viele andere Obstsorten. Das liegt daran, dass Weintrauben mehr gespritzt werden. Ausschlaggebend ist also nicht die Gesundheit der Anbauer und Verbraucher, sondern die landwirtschaftliche Praxis.

Zum anderen sind die Wechselwirkungen mehrerer Pestizidrückstände bislang kaum untersucht. Es könnte sogar sein, dass ihre negativen Auswirkungen auf die Gesundheit sich gegenseitig verstärken. Es gibt aber nur Höchstmengen für einzelne Wirkstoffe, aber bisher keinen Summengrenzwert. Die Hersteller können also viele Pestizide einsetzen, so lange sie unterhalb der jeweiligen Höchstmengen bleiben.

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Mineralöl in getestetem Studentenfutter

Verunreinigungen mit Mineralölbestandteilen sind Lebensmitteln häufig ein Thema – auch bei Studentenfutter. In fast allen Studentenfuttern im Test stecken die gesättigten Kohlenwasserstoffe aus der Gruppe der MOSH, zumindest in Spuren.

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In sechs Studentenfuttern sind die Verunreinigungen so stark, dass wir abwerten. MOSH reichern sich im Körper an – das ist unerwünscht. Die Verunreinigungen können aus den Verpackungen übergehen oder bereits schon vorher, wenn die Rohware zum Beispiel bei der Ernte oder in der Produktion mit Schmierölen in Kontakt kommt.

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Studentenfutter im Test mit Geschmacksmangel

So richtig zu meckern hatten die Sensorikprüfer nur an einem Studentenfutter im Test: Die Haselnüsse in dem Pittjes Party Nuts Studentenfutter schmeckten alt. Dafür gibt es eine Note Abzug. Nicht bewertet haben wir "leichte" Abweichungen, weil diese geschmacklich einfach zu wenig ins Gewicht fallen.

Studentenfutter kaufen – unsere Tipps

Worauf Sie beim Kauf von Studentenfutter achten sollten:

  1. Bio-Studentenfutter im Test meist empfehlenswert: Im Test ist Studentenfutter häufig mit vielen verschiedenen Pestizidrückständen belastet. Deswegen lohnt der Griff zu Bio-Produkten.
  2. Auf eine gute Nussmischung achten: In einem guten Studentenfutter stecken möglichst viele verschiedene Nussarten und nicht nur eine Sorte. Walnüsse, Haselnüsse, Mandeln, Paranüsse, Pekannüsse, aber auch Erdnüsse und Pistazien liefern unterschiedliche Mengen an mehrfach und einfach ungesättigten Fettsäuren sowie Ballaststoffen. Sie wirken sich unter anderem günstig auf die Blutfettwerte und den Bluthochdruck aus.
  3. Auf den Nussanteil im Studentenfutter schauen: Oft ist der Anteil von Rosinen im Studentenfutter verhältnismäßig hoch und die Nussmenge eher klein.
  4. Nicht zu viel Studentenfutter essen: Nüsse sind gesund, enthalten aber auch jede Menge Kalorien. Deswegen sollten es nicht mehr als 50 Gramm pro Tag sein, also etwa eine Handvoll Studentenfutter.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin November 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Spezial Vegetarisch und Vegan im November 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Als Kick für die Klausur oder als gesunder Zwischensnack: Wer Studentenfutter kauft, will sich etwas Gutes tun. In den Tüten sollten also Nährstoffe stecken, keine Schadstoffe. Deswegen haben wir in Discountern, Super- und Bio-Märkten 17 Studentenfutter eingekauft und umfangreich prüfen lassen.

Zunächst einmal hat ein von uns beauftragtes Labor untersucht, wie viele Pestizide in den Rosinen stecken. Denn: Weintrauben sind oft stark belastet. Außerdem wollten wir wissen: Wie sieht es mit Keimen aus? Und Schimmelpilzgiften? Auch damit haben wir ein Labor beauftragt. Zudem haben wir wiegen lassen, wie hoch der Anteil an Rosinen und wie hoch der gesunder Nüsse ist – und ob die Angaben auf der Verpackung mit den Messungen übereinstimmen.

Außerdem hat ein von uns beauftragtes Labor die Packungen auf Verunreinigungen mit Mineralöl untersucht. Die können von den Verpackungen übergehen oder wenn die Nüsse und Rosinen während der Produktion mit Schmierölen in Kontakt kommen.

Unsere Bewertung beruht auf den Inhaltsstoffen: Verunreinigungen mit Mineralöl sowie fünf oder mehr Pestizide in Spuren ziehen das Gesamturteil runter. Auch besonders bienengiftige oder gesundheitsschädliche Pestizide kritisieren wir. Weitere Mängel wie zu kleine Portionsgrößen, um Fett, Zucker und Kalorien kleinzurechnen, oder falsche Deklarationen können das Gesamturteil verschlechtern.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führen zur Abwertung um vier Noten: 20 und mehr Pestizide in Spuren in den Rosinen. Zur Abwertung um drei Noten führen: 15 bis 19 Pestizide in Spuren in den Rosinen. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) 10 bis 14 Pestizide in Spuren in den Rosinen; b) mehr als 2 bis 4 mg/kg der gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/ MOSH-Analoge (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "stark erhöht"). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) fünf bis neun Pestizide in Spuren in den Rosinen; b) mehr als 0,01 mg/kg eines besonders bedenklichen Pestizids (hier: Acetamiprid und/oder Tebuconazol) in den Weintrauben (es wurde ein Trocknungsfaktor von 5 zugrundegelegt); c) mehr als 1 bis 2 mg/kg der gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/MOSH-Analoge (in der Tabelle: Mineralölbestandteile "erhöht"); d) sensorische Abweichung "Haselnüsse alt". "Leichte" sensorische Abweichungen führen nicht zur Abwertung.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: eine unrealistisch kleine Portionsangabe zur Berechnung der Nährwerte (hier: 25 oder 30 Gramm).

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, führt zu keiner Verschlechterung des Gesamturteils.

Testmethoden

Testmethoden: MOSH/MOSH-Analoge und MOAH: DIN EN 16995:2017 mod.; die Modifikation betrifft die Verseifung und eine andere Matrix.Gesamtkeimzahl: DIN EN ISO 4833-2:2014. Enterobacteriaceae: DIN EN ISO 21528-2:2017. E.coli: DIN ISO 16649-1:2009. Schimmelpilze: ISO 21527-2:2008. Salmonellen: ASU L.00.00-20:2018. Blausäure in den Mandeln: DIN EN 16160:2012 mod.; die Modifikation betrifft eine andere Matrix. Cadmium: Element¬bestimmung mittels ICP-MS nach Totalaufschluss in der Mikrowelle. Pestizide in den Rosinen: GC-MS und LC-MS/MS. Aflatoxine: DIN EN 14123:2008 mod.; die Modifikation betrifft eine andere Matrix und eine Teilautomatisierung von Aufarbeitungsschritten. Ochratoxin A: DIN EN 14123:2009 mod.; die Modifikation betrifft das verwendete Extraktionsmittel, die Anwendung auf eine andere Probenmatrix als angegeben und eine Teilautomatisierung von Aufarbeitungsschritten. Sensorik: ASU L 00.90-16:2006. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: April/Mai 2018 und August 2019.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin November 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der  Testergebnisse/Angaben zuletzt für das Spezial Vegetarisch und Vegan im November 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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