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Aldi-Bier im Test: So schneiden Karlskrone und Schultenbräu ab

Autor: Kai Thomas | Kategorie: Essen und Trinken | 01.06.2019

Aldi-Bier im Test: So schneiden Karlskrone und Schultenbräu ab
(Foto: ÖKO-TEST; Aldi Süd; Aldi Einkauf)

Im Bier-Test haben wir auch zwei Aldi-Dosenbiere geprüft – in einem steckt der Unkrautvernichter Glyphosat. So ist nur ein Pils des Discounters empfehlenswert. Auch die Klimabilanz der Einwegdosen bemängeln wir.

Aldi verspricht mit Schultenbräu und Karlskrone „Premium-Qualität“ zu kleinem Preis. Doch in unserem Test bewerten wir nur eins der Aldi-Pils mit „gut“. Insgesamt haben wir 43 Pilssorten geprüft: Für mehr als die Hälfe gibt's die Bestnote.

Schultenbräu und Karlskrone im Test

Karlskrone von Aldi-Süd wird etwas bitterer gebraut als Schultenbräu von Aldi-Nord. Beide Pilsdosen sind für je schlappe 29 Cent zu haben. Allerdings können wir nur das Karlskrone Premium Pilsener von Aldi Süd im Bier-Test empfehlen. Es schneidet insgesamt „gut“ ab. Einzig die für die Umwelt problematische Einwegdose bemängeln wir. Vom Schultenbräu Premium Pilsener von Aldi Nord raten wir hingegen ab. In ihm war der Unkrautvernichter Glyphosat nachweisbar. Und auch an diesem Bier stört uns die Einwegdose.

Das Glyphosat im Pils verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Die Einwegdose drückt es schließlich um eine weitere Note auf „befriedigend“. Neben dem Pils von Aldi-Nord schneiden im Test auch fünf weitere Pils nur „befriedigend“ ab.

Glyphosat im Dosenbier von Aldi Nord

Das Schultenbräu Premium Pilsner ist mit einer Glyphosatmenge belastet, die wir abwerten. Dabei handelt es sich um äußerst geringe Rückstände. Sie können das Aldi-Pils deshalb grundsätzlich trinken. Dennoch: Wir werten nennenswerte Glyphosatmengen im Test vorbeugend ab. Das ist der Fall, wenn der Gehalt umgerechnet auf die unverarbeitete Braugerste mehr als 0,01 Milligramm pro Kilogramm beträgt.

Die Krebsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation stuft Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend" ein. Ihr zufolge gibt es auch deutliche Hinweise, dass das Spritzmittel erbgutschädigend wirkt. Glyphosat verringert zudem nachweislich die Artenvielfalt in der Landwirtschaft. Es tötet praktisch alle Ackerbeikräuter, die dann Insekten und kleinen Wildtieren als Nahrungsgrundlage fehlen.

Einwegdosen schlecht fürs Klima

Aldi Süd und Aldi Nord verkaufen ihre Eigenmarken-Pils in Einwegdosen. Nach Aussagen der Deutschen Umwelthilfe belegen alle einschlägigen Studien deutlich schlechtere Klimabilanzen für Einweg im Vergleich zu Mehrweg. Das gelte ganz besonders für Einwegdosen aus Alu oder Weißblech sowie für Einwegflaschen aus Glas. Das geht besser: Mehr als 80 Prozent des Biers in Deutschland wird in Mehrwegflaschen verkauft.

So reagierte Aldi auf den Test

So reagierte Aldi Nord: Aldi Nord legte uns ein eigenes Gutachten zum Schultenbräu-Pils vor. Aldi ließ dafür die selbe Produktionscharge prüfen wie wir. Demnach weist diese Charge eine etwas höhere Bittereinheit von 24,4 als in unsere Test (21,8) auf. Das heißt: In der Eigenprüfung durch Aldi war das Bier geringfügig bitterer.

Der Test zeigt: Pils ist meist empfehlenswert. Die Bestnote „sehr gut“ gibt es für mehr als die Hälfte der Biere. Zwölf Pils sind „gut“. Am schlechtesten fallen ein Bio-Bier und fünf konventionelle Pils mit „befriedigend“ aus. Notenabzüge gibt's im Test für Glyphosat, die Schaumqualität und Einwegverpackungen. Gut ein Drittel der getesteten Biere ist mit Glyphosatrückständen belastet, die wir abwerten. 

Unser Tipp: Kaufen Sie Bier in Mehrwegflaschen. Das ist besser für die Umwelt. Achten Sie zudem auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Ein Bier, das noch lange haltbar ist, besitzt wahrscheinlich weniger geschmackliche Mängel. Ein sicherer Hinweis ist das aber nicht. Kaufen Sie Bier in einem Markt, der fachgerecht kühl und dunkel lagert. Auch das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es frisch und lecker schmeckt.

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