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20 Margarinemarken im Test

ÖKO-TEST Oktober 2017
vom 28.09.2017

20 Margarinemarken im Test

Zündstoff

Seit Palmöl auf Lebensmitteln angegeben werden muss, können sich die Anbieter von Margarine nicht mehr verstecken. Wir wollten wissen, ob das umstrittene Tropenöl aus kontrolliertem Anbau stammt.

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28.09.2017 | Am Ende der Trockenzeit, jeden September und Oktober, brennen in Indonesien die Wälder. Das hat natürliche Ursachen, ist zu einem großen Teil aber menschengemacht. Palmölfarmer brennen Felder ab, um sie vom Unkraut zu befreien, andere nutzen das trockene Wetter, um Platz für neue Plantagen zu schaffen. Brennen Torfböden, dann schwelen die Feuer über Wochen und Monate weiter. In normalen Jahren setzt die Regenzeit den Bränden ein Ende. Bleibt der Regen aber aus, wie in extrem trockenen El-Nino-Jahren, dann brennt es weiter. 2015 war so ein Jahr - und es war eines der bisher schlimmsten. Die Rauchschwaden breiteten sich bis nach Malaysia und Singapur aus. Zehntausende von Menschen mussten sich aufgrund von Atemwegserkrankungen ärztlich behandeln lassen, Schulen wurden vorübergehend geschlossen.

Aber nicht nur das: Die Brandkatastrophe katapultierte Indonesien zeitweise an die Spitze der Treibhausgas-Emittenten. Jannes Stoppel, Wald- und Klimaexperte bei Greenpeace, sieht die Entwicklung mit Sorge: "Vor allem Wälder auf Torfböden müssen dringend vor weiterer Entwaldung geschützt werden."

Das Problem: Werden diese Wälder in Plantagen umgewandelt, entweichen durch Abholzung, Brandrodung und Entwässerung Unmengen an Kohlendioxid. Jannes Stoppel: "Um die Freisetzung zu minimieren, sollten Produzenten ausschließlich auf bereits genutzten Flächen anbauen und die Entwaldung stoppen."

Einen ersten Schritt in die richtige Richtung unternahm 2004 der auf Initiative des WWF gegründete Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). Der runde Tisch, dem aktuell rund 3.000 Mitglieder angehören, entwickelte einen umfangreichen Kriterienkatalog, der in Anbauländern wie Indonesien Verbesserungen angestoßen hat und dennoch von Anfang an in der Kritik stand. Einer der wichtigsten Schwachpunkte: Torfböden sind nicht von der Nutzung ausgenommen. Inkonsequent sind auch die Regelungen zum Thema Entwaldung. So verbietet der RSPO seit 2006 zwar das Roden von Primärwäldern, um die noch verbliebenen weitgehend unberührten Urwälder zu schützen, erlaubt aber die Nutzung von Sekundärwäldern und Wäldern mit einem hohen Kohlenstoffgehalt. Das geht ebenfalls zulasten der Treibhausgasbilanz. Auch hochgiftige Pestizide sind im Einzelfall erlaubt.

Zudem gibt es immer wieder Berichte, dass selbst auf zertifizierten Plantagen einiges schief läuft. Amnesty International etwa deckte 2016 systematische Menschenrechtsverletzungen auf RSPO-zertifizierten Palmölplantagen in Indonesien auf. Ein weiteres Beispiel dokumentiert ein Bericht der Umweltorganisation Eyes on the Forest in der indonesischen Provinz Riau. Dort waren illegal produzierte Ölfrüchte in die Lieferketten zertifizierter Unternehmen gelangt. Ölmühlen hatten sie aufgekauft, als sie zeitweise nicht genügend zertifizierte Früchte verarbeiten konnten.

Trotz aller Kritik am RSPO sind etliche Forderungen im Palmölsektor angekommen, sagt Daniel May vom deutschen Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP). "Das war vor fünf Jahren noch ander


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So haben wir getestet

Der Einkauf
In den Test aufgenommen haben wir 20 Margarinen und Streichfette, darunter vier Bio-Marken. Alle Produkte basieren auf gemischten Pflanzenölen. Die Fettgehalte sollten mindestens 60 Prozent betragen.

Die Inhaltsstoffe
Im Labor standen zunächst 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester im Fokus. Diese Fettschadstoffe können entstehen, wenn Öle während der Herstellung hohen Temperaturen ausgesetzt sind. Erstmals haben wir die Produkte auch einer Analyse auf Mineralöl-Kohlenwasserstoffe unterzogen. Da sich diese Kohlenwasserstoffe (MOSH/POSH) gut in Fett lösen, könnten sie sich im Laufe von Anbau und Produktion anreichern. Interessiert hat uns zudem die Fettzusammensetzung. Sie sollte den Empfehlungen von Fachgesellschaften für eine ausgewogene Mischung an gesättigten und ungesättigten Fetten nahekommen.

Palmölproduktion und Transparenz
Alle Produkte enthalten Palmöl. Aber stammt dieses tatsächlich aus einer verantwortungsvollen Produktion? Das wollten wir von den Herstellern genauer wissen und haben ihnen zu diesem Zweck einen Fragebogen zugeschickt. Die Hersteller sollten dabei die Herkunft des Öls vom Margarinewerk bis zur Ölmühle belegen können.

Die Bewertung
Die Ergebnisse der Inhaltsstoffe kommen mit 70 Prozent besonders zum Tragen. Fallen sie so schlecht aus, dass wir sie nur mit "mangelhaft" oder "ungenügend" bewerten können, kann das Gesamturteil nicht besser sein. Die Fettzusammensetzung geht mit 30 Prozent ein. Im Unterschied zum Test 2013 haben sich viele Hersteller in Sachen Nachhaltigkeit verbessert. Fehlen jedoch Nachweise oder ist auch nicht zertifiziertes Palmöl im Spiel, führt das zu weiteren Abzügen in der Gesamtnote.

So haben wir getestet

RSPO-Label: Es besagt, dass ein Produkt zertifiziertes nachhaltiges Palmöl enthält. Weil es auf den meisten Margarinen fehlt, haben wir die Hersteller befragt.

Video zum Thema

Video

ÖKO-TEST-Magazin 10/2017:

Margarine

Zündstoff.

Was hat der hohe Kohlendioxid-Ausstoß in Indonesien mit Margarine zu tun? Sehr viel. Denn das Land setzt auf Brandrodung, um Flächen für den Anbau von Palmöl zu gewinnen. Und Margarine besteht zu rund 30 Prozent aus Palmöl. ÖKO-TEST wollte wissen, wie verantwortungsvoll die Hersteller bei der Produktion von Margarine vorgehen. Außerdem wurden 20 Marken ins Labor geschickt und auf Schadstoffe wie Mineralölrückstände analysiert. Chefredakteur Jürgen Stellpflug berichtet, zu welchem Ergebnis ÖKO-TEST gekommen ist.