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Babymatratzen-Test: Die besten Matratzen für Kinder von Ikea & Co.

Ratgeber Kinder und Familie 2019 | Autor: Christine Throl/Meike Rix/Kai Thomas | Kategorie: Kinder und Familie | 18.09.2019

Im Test haben wir von 14 Babymatratzen Sicherheit und Qualität geprüft.
Im Test haben wir von 14 Babymatratzen Sicherheit und Qualität geprüft. (Foto: ÖKO-TEST)

Kinder und Babys brauchen eine sichere Matratze. Denn sie verbringen täglich viel Zeit im Bett. Im Test fällt allerdings fast jede zweite Kindermatratze durch. Vier sind so weich, dass Babys ersticken können.

Aktualisiert am 12.9.2019; Einkauf Testprodukte Mai 2019 | Babys und Kleinkinder schlafen, strampeln und hopsen im Bett. Eine gute Kindermatratze sollte deshalb den Rücken gut abstützen, robust und natürlich schadstofffrei sein. Das wichtigste für Eltern ist aber, dass ihre Kleinen sicher auf der Babymatratze sind. Schließlich liegen sie dort viele Stunden unbeaufsichtigt. 

Babymatratzen-Test: Die besten Kindermatratzen fürs Babybett

Seit 2017 gibt es deshalb die europäische DIN-Norm EN 16890: Sie soll sicherstellen, dass Kinder im Bett nicht ersticken, sich dort einklemmen, strangulieren oder etwa Kleinteile verschlucken können. Zwar ist sie rechtlich nicht verpflichtend, doch Hersteller können mit ihr nun die Sicherheit ihrer Produkte überprüfen. Der Norm-Kugeltest prüft beispielsweise eine mögliche Erstickungsgefahr durch zu weiche Matratzen. Der Testaufbau simuliert mit einer Stahlkugel das Einsinken des Kopfes in die Matratze, wenn sich schlafende Kinder auf den Bauch drehen.

Im Test: Wir haben 14 gängige Kindermatratzen getestet. Darunter finden sich Babymatratzen von Ikea, Frankenstolz, Alvi, Paradies und Julius Zöllner, aber auch von Bio-Anbietern wie Waschbär und Allnatura. Im Fokus der Labortests: Sicherheit, Verarbeitungsqualität und Schadstoffe.

Alle Babymatratzen im Test haben die Größe 70 mal 140 Zentimeter und passen in Betten für Kinder vom Baby- bis zum Vorschulalter. Alle besitzen einen abnehmbaren und waschbaren Bezug. In den meisten steckt ein Schaumstoffkern, in einigen ein Kern aus latexiertem Kokos und/ oder Latex sowie Auflagen aus Baum- oder Schurwolle. Der Kern der Ikea-Babymatratze besteht aus einem Polyethylengeflecht und ist laut Ikea waschbar.

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Härtegrad: Weiche Matratzen gefährlich für Babys

Das Ergebnis: Knapp die Hälfte der Babymatratzen im Test weist Sicherheitmängel auf. Sie fallen mit "mangelhaft" und "ungenügend" durch. Das heißt, wir raten vom Kauf ab. Mit "sehr gut" und "gut" empfehlen können wir nur vier Matratzen. Auffällig: Zu diesen gehört auch die günstigste Kindermatratze im Test.

Bei vier Babybettmatratzen im Test besteht eine mögliche Erstickungsgefahr für Babys. Sie sind auf jeweils einer Seite zu weich. Klingt erst mal harmlos, ist es aber nicht. Ist eine Babymatratze zu weich, kann das Kind in Bauchlage mit dem Gesicht so weit einsinken, dass es keine frische Atemluft mehr bekommt. Säuglinge können auf den Sauerstoffmangel anfangs noch nicht reagieren, indem sie den Kopf anheben oder sich wieder umdrehen. Sie könnten also ersticken. 

Herzstück der DIN-Norm für Kindermatratzen ist deshalb die Frage, ob eine Babymatratze fest genug ist. Die vier Matratzen namhafter Hersteller im Test entsprechen diesen Anforderungen nicht. Die spezielle Testkugel sinkt jeweils auf mindestens einer Seite der Matratze zu tief ein. Bitter: Bei zwei dieser Matratzen ist die zu weiche Seite auch noch ausdrücklich für Babys ausgelobt. 

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Wenn die Kugel so aufliegt, dass sie den Rand der Schablone nicht berührt, ist die Babymatratze hart genug.
Wenn die Kugel so aufliegt, dass sie den Rand der Schablone nicht berührt, ist die Babymatratze hart genug. (Foto: Labor )

Babybettmatratzen: Erstickungsgefahr durch Kleinteile

Weitere Gefahrenquellen sind Kleinteile und Aufkleber, die abbrechen oder sich lösen können. Babys stecken sich vieles in den Mund. Und deswegen beziehen sich eine Reihe von Vorgaben aus der Sicherheitsnorm darauf, dass Babys durch sich lösende Teile ersticken könnten.

Fünf Matratzenhersteller halten die Vorgaben nicht ein: Da lassen sich Reißverschlussgriffe an den Bezügen abbrechen oder aufgeklebte Etiketten abknibbeln. Bei zwei von ihnen ist zudem die Füllung leicht zugänglich.

Ärgerlich sind auch die fünf Fälle, in denen die Babymatratzen größer oder kleiner sind als angegeben. Wenn sie nicht richtig ins Gestell passt, könnten sich Kinder zwischen der Matratze und dem Bett einklemmen.

Kaum Schadstoffe in Kindermatratzen im Test

2017 hatte der Schadstoff Dichlorbenzol in Schaumstoffmatratzen für Schlagzeilen gesorgt. Dieses Problem ist inzwischen behoben: Im Test haben wir bei keiner Babymatratze ein gravierendes Schadstoffproblem festgestellt.

Acht Babymatratzen bekommen lediglich je eine Note Abzug, weil das Labor umstrittene halogenorganische Verbindungen oder relativ geringe Mengen an löslichem Antimon gefunden hat.

Nur aus einer Matratze im Test lösten sich aus unserer Sicht stark erhöhte Mengen an Antimon, die wir um zwei Noten abwerten. Antimon gilt als krebsverdächtig, wenn es eingeatmet wird. 

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Dreiste Werbung bei zu weicher Babymatratze

Dreist ist die Werbung auf einer der zu weichen Babymatratzen. "Wellentäler fördern die Luftzirkulation", dichtet der Anbieter auf der Produktverpackung. Das würde für eine "Reduzierung der CO2-Rückatmung" sorgen. Die Matratze soll also so konstruiert sein, dass eine mögliche CO2-Rückatmung in Bauchlage reduziert werde. Das Unternehmen legte auf unsere Nachfrage keine Studie vor, die die Behauptung belegt.

Wir meinen: Der Hersteller spielt hier mit der Angst der Eltern vor dem Horror plötzlicher Kindstod. Und das auch noch bei einer Matratze, die tatsächlich zu weich für Babys ist.

Lesen Sie auch: Was Experten zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods für wirklich sinnvoll erachten.

Kindermatratze kaufen: Das rät ÖKO-TEST 

  • Wenn Sie eine der mangelhaften Matratzen besitzen, versuchen Sie, diese mit Hinweis auf unseren Test zurückzugeben.
  • Eine Babymatratze sollte eher hart sein. In einer weichen Matratze versinkt das Kind leichter. In Bauchlage besteht dann Erstickungsgefahr.
  • Lüften Sie Matratzen vor dem Gebrauch ein paar Tage aus und entfernen Sie alle Aufkleber und Schnüre.
  • Damit die Kleinen sich nicht einklemmen, sollten zwischen Matratze und Bettgestell nicht mehr als zwei Finger passen, also etwa drei Zentimeter. So passt die Matratze auch gut ins Babybett.
  • Legen Sie ihr Kind in Rückenlage schlafen, so bleiben die Atemwege frei.
  • Babys schlafen am besten in einem Babyschlafsack. Welche wir empfehlen, erfahren Sie in unserem Babyschlafsack-Test.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin 9/2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für den Ratgeber Kinder und Familie 2019 im September 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

12.9.2019 | Wir haben 14 gängige Kindermatratzen in der Größe 70 mal 140 Zentimeter eingekauft, die in Bettchen für Kinder vom Baby- bis zum Vorschulalter passen. Alle Matratzen haben einen abnehmbaren und waschbaren Bezug. Die meisten haben einen Schaumstoffkern, einige einen Kern aus latexiertem Kokos und/ oder Latex sowie Auflagen aus Baum- oder Schurwolle. Der Kern der Ikea-Matratze besteht aus einem Polyethylengeflecht und ist nach Angabe des Herstellers waschbar.

Wir wollten wissen: Erfüllen die Matratzen die wichtigsten Sicherheitsanforderungen der Norm DIN EN 16890 für Kindermatratzen, die es seit 2017 gibt? Obgleich rechtlich nicht bindend, können Hersteller die Sicherheit ihre Produkte anhand der Norm überprüfen. Wie ist die Verarbeitungsqualität? Halten die Schlafunterlagen voraussichtlich auch dann, wenn Kinder regelmäßig kräftig darauf hopsen?

2017 hatte besonders der Schadstoff Dichlorbenzol in Schaumstoffmatratzen für Schlagzeilen gesorgt. Darauf ließen wir die Kindermatratzen im Labor untersuchen und außerdem auf weitere Problemstoffe wie giftiges Antimon und umstrittene halogenorganische Verbindungen. Produkte mit den nachwachsenden Rohstoffen Kokos und Schurwolle ließen wir zusätzlich auf Pestizidrückstände untersuchen. Insgesamt „sehr gut“ abschneiden kann nur eine Kindermatratze ohne Mangel in der Sicherheitsprüfung und in Sachen Gebrauchsund Warnhinweise.

Bewertungslegende: Kindermatratzen

Bewertung Testergebnis Praxisprüfung: Unter dem Testergebnis Praxisprüfung führt zur Abwertung um fünf Noten: zu weich, mögliche Erstickungsgefahr. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) Maße der Matratze weichen generell oder nach dem Waschen des Bezugs um mehr als +/– 1 cm von den Nennmaßen ab; b) Zipperanfasser bricht ab. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Maße der Matratze weichen vor dem Waschen des Bezugs um mehr als +/– 1 cm von den Nennmaßen ab; b) Aufkleber löst sich; c) Füllung leicht zugänglich, weil kein Werkzeug zum Öffnen des Verschlusssystems erforderlich ist bzw. keine stabile Matratzenhülle vorhanden ist; d) zwei Mängel in der Verarbeitung wie leicht welliger Reißverschluss, gelöste Naht (in der Tabelle: „leichte Mängel“); e) fehlende oder unvollständige sicherheitsrelevante Gebrauchs- und Warnhinweise [Ziffer 9.3. e), f), g) und h) der Norm DIN EN 16890:2017-08]: eine Aussage zu der höchstmöglichen Innengröße des Kinderbetts, für das die Matratze vorgesehen ist. Länge und Breite dürfen höchstens einen Zwischenraum von 30 mm zwischen der Matratze und den Seiten- und Endteilen zulassen; „Das Kinderbett nicht mehr zu benutzen, wenn einzelne Teile gebrochen, zerrissen oder beschädigt sind oder fehlen; nur die vom Hersteller empfohlenen Ersatzteile sind zu verwenden“; „WARNUNG – Niemals mehr als eine Matratze im Kinderbett benutzen“; „WARNUNG – Es ist darauf zu achten, dass das Kinderbett nicht in der Nähe von offenem Feuer oder starken Hitzequellen, z. B. elektrischen Heizstrahlern, Gasöfen usw., aufgestellt ist.“; f) fragwürdige Auslobungen.

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung um zwei Noten: mehr als 5 mg/kg Antimon im Eluat. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 1 mg/kg bis 5 mg/kg Antimon im Eluat; b) halogenorganische Verbindungen. Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führen zur Abwertung um jeweils eine Note: a) optische Aufheller in Etiketten, Reißverschlüssen und/oder im Nähgarn; b) falsche Auslobung „ohne optische Aufheller“, wenn diese im Produkt enthalten sind.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung. Ein Testergebnis Inhaltsstoffe, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das „befriedigend“ ist, verschlechtert das Testergebnis Inhaltsstoffe um eine Note.

Testmethoden

Praxistest: Gebrauchs- und Warnhinweise: DIN EN 16890:2017-08, 9.3. Maße im Neuzustand/nach dem Waschen des Bezugs: nach DIN EN 16890:2017-08, 8.1.1 und 8.5.1. Prüfung von Aufklebern: nach DIN EN 16890:2017-08, 8.2.1. Prüfung von Kleinteilen: nach DIN EN 16890:2017-08, 8.3.1. Prüfung Zugang zum Füllmaterial: bei abnehmbaren Matratzenbezügen nach DIN EN 16890:2017-08, 8.3.2. Matratzenhärte im Neuzustand/nach Prüfung der Dauerhaltbarkeit: nach DIN EN 16890:2017-08, Kugeltest nach 8.2.3 und 8.5.2. Verarbeitungsqualität: Beurteilung durch drei Experten anhand einer fünfstufigen Skala von 1 = schlechteste bis 5 = beste Beurteilung.

Inhaltsstoffe: Halogenorganische Verbindungen: Elution mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; in Bezügen. Optische Aufheller: qualitativer Nachweis (UV-Licht). Antimon im Eluat: DIN EN ISO 17294-2 (01/2017), Probenvorbereitung nach DIN EN 16711-2 (04/2014); in repräsentativen Mischproben aus Bezug/Wattierung. Dichlorbenzole: GC/MS nach Extraktion; in Matratzenkernen aus Kaltschaum, Schaumstoff und Polyethylen. Pestizide (Latexkokos, Schurwolle): GC/MS/MS. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse; in Bezügen mit Nässeschutz.

Einkauf der Testprodukte: Mai 2019.

Diesen Test haben wir erstmals im ÖKO-TEST Magazin 9/2019 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für den Ratgeber Kinder und Familie 2019 im September 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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