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237 Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test

Erst krank, dann arm

ÖKO-TEST März 2014 | Kategorie: Geld und Recht | 28.02.2014

237 Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test

Rund 179.000 Menschen werden jedes Jahr in Deutschland berufsunfähig. Wer finanziell abgesichert sein will, muss selbst vorsorgen. Doch viele Verbraucher haben gar keine Chance auf einen bezahlbaren Vertrag und 81 Prozent bekommen nicht den Schutz, den sie wünschen und brauchen. Das zeigt der ÖKO-TEST.

Statistisch gesehen wird in Deutschland jeder vierte Berufstätige im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Viele Betroffene müssen sich dann wegen schwerer Erkrankungen oder psychischer Belastungen nicht nur vorzeitig aus dem Job verabschieden. Oft genug folgt auf das gesundheitliche Desaster auch der finanzielle Absturz. Kreditraten, Miete, Unterhalt, Auto - vieles wird unbezahlbar. Der gewohnte Lebensstandard ist dahin. Denn eine Erwerbsminderungsrente vom Staat gibt es längst nicht immer, und wenn fällt sie meist kümmerlich aus.

Wer 2012 invalide wurde, erhielt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung als Mann im Schnitt gerade mal 647 Euro Erwerbsminderungsrente, Frauen müssen sich sogar mit 571 Euro begnügen - zumindest in den westlichen Bundesländern. Im Osten sind die Verhältnisse eher umgekehrt. Doch Fakt bleibt: Von diesem Bruttobetrag gehen noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie gegebenenfalls Steuern ab. Was unterm Strich als Nettorente bleibt, reicht kaum zum Leben. Zehn Prozent der Betroffenen sind daher schon heute auf Grundsicherung angewiesen, so eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. In Zukunft wird sogar fast jeder zweite Erwerbsminderungsrentner armutsgefährdet sein, wie Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, einräumt. Daran wird auch die neue Rentenreform von Arbeitsministerin Andrea Nahles nur wenig ändern. Denn die geplanten Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente bringen selbst im besten Fall nur ein Plus von 56 Euro im Monat.

Wer dem Staat nicht auf der Tasche liegen will, muss daher selbst vorsorgen. "Sonst ist die komplette finanzielle Existenz in Gefahr", warnt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher noch weit wichtiger als die private Altersvorsorge", sagt auch Géza Mark Huber vom Bund der Versicherten. Denn die private Police zahlt im Ernstfall eine monatliche Rente - zusätzlich zu den Sozialrenten vom Staat oder anderen Versorgungsbezügen. Allerdings sind private BU-Renten bislang kaum verbreitet. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft zählte Ende 2012 zwar 17,1 Millionen Verträge. Doch das bedeutet: Lediglich knapp 40 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland besitzen überhaupt einen Vertrag. Selbst wer eine Police besitzt, wiegt sich oft in trügerischer Sorglosigkeit. Denn mit durchschnittlich 400 Euro Monatsrente, so die Verbraucherzentrale NRW, ist die finanzielle Absicherung im Ernstfall viel zu gering.

Wird das Risiko, berufsunfähig zu werden und damit in finanzielle Not zu geraten, von den Verbrauchern also fahrlässig unterschätzt, wie die Versicherungsbranche immer wieder klagt? Oder hakt es beim Invalidenschutz an anderen Stellen? ÖKO-TEST wollte es genauer wissen und hat zwei Vertragsvarianten unter die Lupe genommen: Bei selbstständigen Berufsunfähigkeitsrenten (SBU) erhält der Kunde ausschließlich eine garantierte Rente.


Berufsunfähigkeitsversicherungen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

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237 Berufsunfähigkeitsversicherungen im Test
ÖKO-TEST März 2014 Seite 138
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ÖKO-TEST März 2014 Seite 147
ÖKO-TEST März 2014 Seite 148
ÖKO-TEST März 2014 Seite 149

12 Seiten
Seite 138 - 149 im ÖKO-TEST März 2014
vom 28.02.2014
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

Zur Analyse der Qualität der untersuchten SBU- und BUZ-Tarife wurden insgesamt 28 Vertragsbedingungen analysiert und bewertet. Darüber hinaus wurde die Versicherbarkeit bis zum Rentenalter in den 21 Berufsgruppen, darunter die 20 Berufsgruppen mit der höchsten Beschäftigungszahl laut statistischem Bundesamt, untersucht. Die Gesamtnote setzt sich aus der Gesamtpunktzahl bei den Versicherungsbedingungen plus der Gesamtpunktzahl für die Versicherbarkeit bis Rentenbeginn zusammen. Maximal konnten die Versicherer bei dieser Bewertung 69,1 Punkte erzielen. Diese Höchstpunktzahl setzt sich aus maximal 62,1 Punkten bei den Versicherungsbedingungen plus maximal sieben Punkte bei der Versicherbarkeit bis Rentenbeginn zusammen.

Zur Ermittlung der Punkte für die Versicherbarkeit bis Rentenbeginn wurde zunächst ermittelt, bis zu welchem Alter die Kunden beim jeweiligen Versicherer im Durchschnitt der 21 Berufsgruppen versicherbar sind. Sofern Kunden in allen Berufsgruppen bis 67 versicherbar sind, gab es sieben Punkte. Wenn die durchschnittliche Versicherbarkeit im Schnitt unter 67 blieb, aber noch mindestens bis zum 66. Lebensjahr ging gab es sechs Punkte, lag unter 66, aber bei mindestens sie bei 65 Jahren ging gab es fünf Punkte usw.

Zur Ermittlung der Teilnote für die Versicherungsbedingungen wurden dagegen 28 Versicherungsbedingungen qualitativ bewertet. Folgende 14 Bedingungen wurden jeweils nicht nur einzeln bewertet, sondern sie mussten jedem Fall voll erfüllt sein, damit der Tarif qualitativ den Anforderungen für den Mindeststandard entspricht. Die von ÖKO-TEST für diesen Mindeststandard ausgewählten Merkmale entsprechen im Übrigen in fast allen Punkten jenem Mindeststandard für BU-Tarife, den der Arbeitskreis Beratungsprozesse in den vergangenen Jahren entwickelt hat und dessen Bedingungen als "marktüblich" angesehen werden können bzw. für die Standardprodukte der Versicherer keine Probleme bereiten sollte :1) Verkürzung des Prognosezeitraums auf sechs Monate. 2) Bei einer bereits sechs Monate bestehenden BU wird von Beginn an geleistet. 3) Bei verspäteter Meldung der BU wird rückwirkend ab BU-Beginn geleistet - und zwar unbefristet. 4) Der Versicherer verzichtet sowohl bei Erstprüfung als auch bei Nachprüfung uneingeschränkt auf sein Recht auf abstrakte Verweisung. 5) Bei einem vorübergehenden Ausscheiden aus dem Beruf wird der zuletzt in gesunden Tagen ausgeübte Beruf geprüft. Das gilt im Minimum bei einem vorübergehenden Ausscheiden von 3 Jahren. 6) Bei abhängig Beschäftigten hängt der Eintritt der BU bedingungsgemäß nicht von der Möglichkeit ab, den Arbeitsplatz umorganisieren zu können. 7) Ab Zeitpunkt der Geltendmachung von BU-Rentenansprüchen werden die Beiträge zumindest auf Antrag bis zur endgültigen Entscheidung über die Leistungspflicht gestundet. 8) Der BU-Schutz besteht lt. Bedingungen weltweit. 9) Die Mitwirkungspflicht des Versicherten beschränkt sich medizinisch auf zumutbare und medizinisch indizierte ärztliche Behandlungen und Verordnungsleistungen. 10) Der Versicherer leistet auch, wenn die BU durch innere Unruhen verursacht wurde, an denen die versicherte Person nicht auf Seiten der Unruhestifter teilgenommen hat. 11) Der Versicherer verzichtet bei unverschuldeter Anzeigepflichtverletzung auf die Anwendung von § 19 VVG (Kündigungs- und Vertragsanpassungsrecht). 12) Der Vertrag enthält keine überraschenden Leistungsausschlüsse, die über den Branchenstandard lt. GDV hinausgehen. 13) Bietet der Versicherer das Überschusssystem Bonusrente an, bietet er seinem Kunden bei Senkung der Überschussbeteiligung eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung. 14) Der Versicherer bietet Überbrückungshilfen bei Zahlungsschwierigkeiten des Versicherten an, wie vorübergehende Beitragsstundung, Beitragsfreistellung oder Reduzierung der Rentenhöhe. Die Qualität der Überbrückungshilfen wurde im Rahmen des Mindeststandards nicht bewertet, sondern nur, ob es solche Hilfen überhaupt gibt.

In die Gesamtbewertung floss auch eine Teilerfüllung der Mindestkriterien mit ein. Allerdings konnte ein Anbieter, der den Mindeststandard nicht komplett erfüllt, auch bei ansonsten guten Leistungen nicht besser als mit Rang drei abschneiden.

Im Einzelnen wurden folgende Bedingungen bewertet: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Prüfung von Beruf und Lebensstellung. Bei Berufsunfähigkeit verzichtet der Versicherer darauf, den Kunden auf einen anderen Beruf zu verweisen, der seinen Fähigkeiten und seiner Lebensstellung entspricht. Das sollte sowohl für die Erst- als auch für Nachprüfungen gelten. Einige Versicherer verzichten darauf nur, wenn der Kunde bereits ein bestimmtes Alter erreicht hat (z. B. ab 55). Das reicht für die Erfüllung des Mindeststandards nicht, wird aber immerhin noch positiver bewertet, als wenn der Versicherer generell nicht auf abstrakte Verweisung verzichtet. Einige Anbieter verzichten zwar auf abstrakte Verweisung, beziehen bei der Prüfung der BU aber auch Vorberufe ein, wenn der Versicherte innerhalb der letzten 12 oder 24 Monaten seinen Job gewechselt hat. Meist soll die entsprechende Klausel den Versicherer davor schützen, dass der Kunde in einen Beruf wechselt, bei dem er seine Chancen auf BU-Rente erhöht. Doch nicht immer wird das so eindeutig formuliert. Deshalb gab es bei solchen Klauseln einen kleinen Abzug. Für den Fall, dass der Versicherte nach Eintritt der BU freiwillig einen anderen Beruf aufnimmt, ist - neben der Frage, ob dieser Beruf seinen Fähigkeiten und der gleichen Lebensstellung (soziales Ansehen, Einkommen) wie der frühere Beruf entspricht - auch das Einkommen wichtig. Deshalb wurde geprüft, ob der Begriff "Lebensstellung" und die dabei tolerierbaren Einkommenseinbußen" klar definiert sind.

Stundungsrecht und Überbrückungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten. Die Absicherung der Berufsunfähigkeit sollte möglichst noch in jungen, gesunden Jahren, spätestens bei Eintritt in den Beruf erfolgen, der Vertrag bis Rentenbeginn Schutz bieten. Dementsprechend ist es für den Kunden wichtig, wenn er bei etwaigen Zahlungsschwierigkeiten oder finanziellen Engpässen im weiteren Verlauf seines Lebens bzw. bei Elternzeit und/ oder in Zeiten von Arbeitslosigkeit die Chance hat, zumindest vorübergehend eine Zahlpause einzulegen. Bewertet wurde daher, ob und wie lange eine solche Zahlpause ohne Verlust des Versicherungsschutzes und ohne erneute Gesundheitsprüfung bei Wiederaufnahme des Vertrags möglich ist.

Ebenso wichtig ist allerdings auch, dass ein in jungen Jahren abgeschlossener Vertrag bei steigendem Einkommen, Gründung einer Familie und sonstigen Ereignissen (Eigenheimerwerb, Einstieg in die Selbständigkeit u.v.m.) sowie nach Abschluss von Studium und/oder Berufsausbildung und Einstieg in den Beruf ohne erneute Gesundheitsprüfung den wachsenden Absicherungsbedürfnissen angepasst werden kann. Hier gab es zusätzliche Punkte für: Beitragsdynamik ohne Gesundheitsprüfung, Möglichkeit zur Vereinbarung eine garantierten Rentendynamik, Nachversicherungsgarantie ohne Anlass, Nachversicherungsgarantie bei Heirat, Geburt eines Kindes..., Nachversicherungsgarantie bei Berufseinstieg nach Abschluss von Studium und/oder Ausbildung, Nachversicherungsgarantie bei sonstigen Anlässen.

Bewertet wurde auch, ob der Versicherer auch bei BU durch Reaktorunfälle, wie in Fukushima, zahlen würde - oder ob dies ausgeschlossen ist, was bei einem Verzug ins Ausland zu beachten ist, ob dann im Leistungsfall Untersuchungen im Inland vorgeschrieben sind, ob der Versicherer dabei die Reise- und Unterbringungskosten trägt oder ob Arztberichte aus dem Ausland ausreichen, der Versicherte im Leistungsfall unabhängig von der regelmäßigen Nachprüfung durch den Versicherer jede Verbesserung seines Gesundheitszustandes sofort und unverzüglich melden muss oder ob der Versicherer darauf verzichtet - was letztlich kundenfreundlicher ist.

Maximal konnten die Versicherer bei der Bewertung dieser Bedingungen 62,1 Punkte erzielen und zwar: maximal 6,1 Punkte für die volle Erfüllung der Kriterien "Prognosezeitraum", "Leistungsbeginn", "Leistung bei verspäteter Meldung", maximal sechs Punkte für die volle Erfüllung des Kriteriums "Verzicht auf abstrakte Verweisung", maximal zwei Punkte "Verzicht auf Umorganisation", maximal sechs Punkte für die BU-Definition "zuletzt ausgeübter Beruf", "Lebensstellung", "Zuletzt ausgeübter Beruf bei vorübergehendem Ausscheiden", maximal zwei Punkte, wenn der Versicherer den unbefristeten Erhalt der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente als Leistungskriterium für die BU anerkennt, maximal zwei Punkte für den Geltungsbereich, maximal vier Punkte für die Beitrags- und Rentendynamik, maximal 6,5 Punkte für die verschiedenen Möglichkeit zur Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung, maximal zwei Punkte für die Nachversicherungsgarantie beim Bonussystem (sofern der Versicherer diese Überschussart nicht anbietet, wurde die maximale Punktzahl dennoch automatisch vergeben, um jede Benachteiligung auszuschließen); sofern die BU-Rente bei speziellen Schülertarifen nur bis zur ursprünglich vereinbarten Rentenhöhe aufgestockt werden konnte, gab es einen Punkt, maximal zwei Punkte für die Beitragsstundung bei Leistungsprüfung, maximal 3,5 Punkte für Überbrückungsmöglichkeiten bei Zahlungsschwierigkeiten, maximal zwei Punkte für die Arztanordnungsklausel, maximal zwei Punkte für den Verzicht auf Untersuchungen im Inland, maximal zwei Punkte für den Verzicht auf unverzügliche Meldung von gesundheitlichen Verbesserungen, maximal zwei Punkte für die Leistungspflicht, wenn die BU nicht nur Folge von Krankheit oder Körperverletzung, sondern auch eine Folge von (nicht altersgemäßem ) Kräfteverfall sein kann, maximal zwei Punkte für Leistungspflicht auch bei inneren Unruhen, maximal zwei Punkte für Leistungspflicht auch bei Kriegsereignissen im Ausland, an denen der Versicherte nicht aktiv beteiligt war, maximal zwei Punkte für Leistungspflicht auch bei Reaktorunfällen und sonstigen nuklearen Katastrophen, maximal zwei Punkte für den Verzicht auf Kündigung nach §19 VVG, maximal zwei Punkte für den dezidierten Hinweis auf § 21 VVG (Folgen der Verletzung der vertraglichen Anzeigepflicht des Versicherten), maximal zwei Punkte für den Verzicht auf unübliche Klauseln, insbesondere den Ausschluss psychischer Erkrankungen.

Daneben wurden die Preise in fünf verschiedenen Musterfällen ermittelt und geprüft. Die Ergebnisse wurden aber nur separat bewertet und flossen nicht in die Gesamtnote ein. Folgende Musterfälle wurden zur Ermittlung der Beiträge abgefragt: Musterfall 1: Schülerin, 16 Jahre alt, Frau, gewünschte BU-Rente: 750 Euro; Versicherungs- und Leistungsendalter: 67. Lebensjahr (51 Jahre Vertragsdauer). Musterfall 2: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität (Akademikerin), 29 Jahre alt, Frau, gewünschte BU-Rente: 1.000 Euro, Versicherungs- und Leistungsendalter: 67. Lebensjahr (38 Jahre Vertragsdauer). Musterfall 3: Unternehmensberater, angestellt, Akademiker, 42 Jahre alt, Mann, gewünschte BU-Rente: 2.000 Euro; Versicherungs- und Leistungsendalter: 67. Lebensjahr (25 Jahre Vertragsdauer). Musterfall 4: Apotheker, angestellt, Akademiker, 36 Jahre alt, Mann, gewünschte BU-Rente: 1.500 Euro, Versicherungs- und Leistungsendalter: 67. Lebensjahr (31 Jahre Vertragsdauer). Musterfall 5: Krankenpfleger, angestellt, 31 Jahre alt, Mann, gewünschte BU-Rente: 1.500 Euro, Versicherungs- und Leistungsendalter: 67. Lebensjahr (36 Jahre Vertragsdauer). Musterfall 6: Assistenzarzt, angestellt im Krankenhaus, 31 Jahre alt, Mann, gewünschte BU-Rente: 1.500 Euro, Versicherungs- und Leistungsendalter: 67. Lebensjahr (36 Jahre Vertragsdauer)

Untersucht wurden zwei Tarifvarianten: a) Selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherungen (SBU) mit klassischen Überschusssystemen ("Sofortrabatt" oder "Bonusrente"); b) Kombinationen aus einer Risiko-Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung (BUZ). Die Risikolebensversicherung ist hier jeweils nur als Trägertarif zu sehen. Deshalb wird für die Risiko-LV jeweils die minimalste Todesfallleistung zugrunde gelegt, die für die jeweilige Kombination beim Versicherer möglich ist. Als Überschusssystem sind wiederum "Sofortrabatt" oder "Bonusrente" zulässig.

Für alle Tarife wurden jeweils folgende Vorgaben unterstellt: Vertragsbeginn ist jeweils der 01.03.2014, Versicherungs- und Leistungsendalter soll jeweils das 67. Lebensjahr des Musterkunden sein; Die Beiträge werden monatlich gezahlt; die Überschüsse aus dem Tarif können als Sofortrabatt mit den Beiträgen verrechnet werden; sofern der Versicherer diese Überschussverwendung nicht anbietet, wird auch die Bonusrente akzeptiert, sofern die vorgegebene (gewünschte) BU-Rente garantiert ist. Eine niedrigere Rente, die nur auf Basis der aktuellen Überschussdeklaration die gewünschte BU-Rente erreicht, wurde nicht akzeptiert; die Musterkunden sind gesund und weisen keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen auf, die zur Ablehnung, Ausschlüssen oder Beitragserhöhungen führen würden.

Sämtliche Vertragsdaten, Preise, versicherbaren Endalter und Vertragsbedingungen wurden zunächst verdeckt am Markt erhoben, überprüft und analysiert und den Anbietern anschließend zur Verifizierung zurückgespielt. Für die Untersuchung der Annahmepolitik wurden zudem über den Versicherungsmakler Helge Kühl Risikovoranfragen für fünf Modellfälle( Musterfall 1 bis 5 - jeweils mit leichten Vorerkrankungen) gestellt. In allen Modellfällen handelt es sich um reale Kunden, die der anonymisierten Weiterverwendung ihrer Daten, insbesondere ihrer Gesundheits- und Berufsdaten zugestimmt hatten. Die Antworten der Anbieter zu den anonymen Risikovoranfragen gelten ausschließlich für den jeweiligen Modellfall. Wird auch nur ein einziger Punkt bei den Gesundheitsfragen anders beantwortet, kann die Annahmeentscheidung schon wieder anders aussehen. Die abschließende Auswahl der Kriterien, die Bewertung der Inhalte und das abschließende Ranking der Tarife wurden allein durch ÖKO-TEST vorgenommen.

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