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38 Lebensmittel-Portionsgrößen im Test

Gesundgeschummelt

ÖKO-TEST September 2017 | Kategorie: Essen und Trinken | 31.08.2017

38 Lebensmittel-Portionsgrößen im Test

Haben Sie schon einmal versucht, 0,47 Croissants zu essen? Oder waren Sie jemals nach einem Hackbällchen satt? Portionsangaben haben mit realen Essgewohnheiten oft wenig gemein. Wir haben 33 Portionsgrößen angeschaut: Sie sind unrealistisch klein, nicht praktikabel oder ergeben schlicht keinen Sinn.

Video

ÖKO-TEST September 2017:

Portionsgrößen

"30 Gramm Chips sind eine Portion? Ich muss so lachen, dass mir sogleich drei Portionen Chips aus dem Mund fallen." Spruchbilder mit Aussagen wie diesen laufen gut in den sozialen Medien. Da werden sie gelikt, geteilt, kommentiert und verlinkt. Einfach, weil sie lustig sind und sich dahinter ein wahrer Kern verbirgt. Denn Angaben zu Portionsgrößen auf Lebensmitteln stimmen häufig nicht mit den tatsächlichen Essgewohnheiten überein.

So hat auch eine bundesweite Befragung der Verbraucherzentralen ergeben, dass meist mehr als doppelt so viel Müsli oder Chips verzehrt werden wie auf der Verpackung als Portionsgröße empfohlen wird. Um den Kaloriengehalt von Chips zu entzaubern, ist tatsächlich schon ein erster Schritt getan: Seit Ende des vergangenen Jahres müssen Hersteller in Tabellenform die "Big 7", also den Brennwert und die Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz bezogen auf 100 Gramm oder Milliliter angeben.

Ärgerlich bleibt: Von den Herstellern eigens festgelegte Portionsgrößen sind weiterhin erlaubt. Das führt dann dazu, dass Hersteller prominent auf der Vorderseite der Verpackung schreiben, wie niedrig doch der Energie-, Fett- und Zuckergehalt ihres Produktes ist. Der Haken: Die Angaben beziehen sich auf die frei gewählte Portionsgröße, und die ist oftmals unrealistisch klein. Für den Verbraucher ist so kaum einzuschätzen, wie kalorienhaltig das Lebensmittel wirklich ist.

Eine Lösung, die dem Konsumenten eine schnelle Einschätzung des Nährstoffgehalts eines Lebensmittels bietet, gibt es schon: die Lebensmittel-Ampel. In Großbritannien ist das Konzept seit mehr als zehn Jahren umgesetzt. Auch ÖKO-TEST befürwortet diese Kennzeichnung. An den Farben Grün, Gelb und Rot erkennen Verbraucher, ob sie das jeweilige Produkt reichlich, in Maßen oder eher selten verzehren sollten. Rot steht dort für verarbeitete Lebensmittel mit einem Fettgehalt von mehr als 17,5 Gramm oder einem Zuckergehalt von mehr als 22,5 Gramm pro 100 Gramm. Das EU-Parlament und die Bundesregierung lehnen die Ampel jedoch nach wie vor ab und geben damit dem Druck der Lebensmittellobby nach.

Doch es wird trotzdem bunt. So haben sechs Lebensmittelhersteller, darunter Nestlé und Coca-Cola, die Ampel als ein gutes Marketinginstrument für ihre Zwecke entdeckt und angekündigt, künftig die Ampelfarben für den Fett-, Zucker-, Salz- und Kaloriengehalt abbilden zu wollen - allerdings nicht bezogen auf eine Vergleichsgröße von 100 Gramm oder 100 Milliliter. Sondern auf eben die beschriebene, frei definierte Portionsgröße. Effekt siehe oben.

Wir haben daher einmal genauer auf das Klein- und Großgedruckte auf den Lebensmittelverpackungen geschaut und wissen eigentlich nicht, ob wir über die Dreistigkeit der Hersteller lachen oder verzweifeln sollen. 33 Beispiele:

Das Testergebnis

... offenbart Kurioses. Alle Hersteller der 33 Produkte und Produktpaare versuchen mit verschiedenen Tricks, die Kaloriengehalte kleinzurechnen. Sei es mit unr


Portionsgrößen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Böklunder Cocktailwürstchen
  • Böklunder

Haribo Anaconda Riesenschlangen
  • Haribo

Wagner Die Backfrische Salami Pizza
  • Nestlé

Garden Gourmet Vegetarische Gemüsebällchen
  • Tivall

Nimm 2 Lachgummi Minis
  • Storck

Haribo Die Schlümpfe
  • Haribo

Kellogg's Unicorn Froot Loops
  • Kellogg

Dr. Oetker Paradiescreme Stracciatella, Cremepulver
  • Dr. Oetker

Milka Mini Muffins zum Backen
  • Mondelez

Kraft Tomaten Ketchup
  • Mondelez

Dr. Oetker Vitalis Schokomüsli klassisch
  • Dr. Oetker

Real Quality Haltbare Milch 1,5 % Fett
  • Real

Bebivita Kinder-Früchtetee
  • Bebivita

Penny Schoko Drink aus fettarmer Milch
  • Penny

Dr. Oetker Cremepulver Lemon Cheesecake / Paradiescreme
  • Dr. Oetker

KitKat Multipack Chunky White / Chunky Milk & Cocoa
  • Nestlé

Mondamin Pfannkuchen Teig-Mix
  • Unilever

Ültje Erdnüsse geröstet und gesalzen
  • Ültje

Wagner Big Pizza Texas / Die Backfrische Salami Pizza
  • Nestlé

Quorn Vegetarische Schwedische Hackbällchen
  • Quorn

Hopster Hopfenlimo
  • Kondrauer Mineral- und Heilbrunnen

Pringles Original Normalpackung / Kleinpackung
  • Kellogg

Taste of Asia Frühlingsrollen
  • Penny

Danone Fruchtzwerge
  • Danone

Nimm 2 Lachgummi / Nimm 2 Lachgummi Minis
  • Storck

Reinert Bärchen-Streich
  • Reinert

KitKat Chunky White
  • Nestlé

Funny-Frisch Chipsfrisch ungarisch
  • Intersnack

Nutella
  • Ferrero

Pringles Original, Kleinpackung
  • Kellogg

Ja! Frikadellen-Bällchen küchenfertig
  • Rewe

Rama Pflanzencreme Culinesse
  • Unilever

Havre Flarn Hafertaler
  • Continental Bakeries

Dragu's Abenteuer Drachenstarke Fleischwurst
  • Zur Mühlen Gruppe

7 Days Double x 4 Croissant
  • Chipita

Haribo Saft Goldbären Mini
  • Haribo

Maggi Magic Asia Gebratene Nudeln Huhn
  • Maggi

Taste of Asia China Style Gebratene Nudeln, Entengeschmack
  • Penny

38 Lebensmittel-Portionsgrößen im Test
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ÖKO-TEST September 2017 Seite 36
ÖKO-TEST September 2017 Seite 37
ÖKO-TEST September 2017 Seite 38
ÖKO-TEST September 2017 Seite 39
ÖKO-TEST September 2017 Seite 40
ÖKO-TEST September 2017 Seite 41

10 Seiten
Seite 32 - 41 im ÖKO-TEST September 2017
vom 31.08.2017
Abrufpreis: 2,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Ein Drittel Schokoriegel? Eine halbe Pizza? 4,7 Hackbällchen? Portionsangaben von Herstellern sind häufig nicht nur unrealistisch klein, sondern auch unpraktikabel. Unser Einkäufer hat sich auf die Suche nach Kuriosem gemacht und wurde schnell fündig. Vor allem Süßes und Fettiges landete dabei im Einkaufswagen. Denn hier versuchen die Hersteller ihre Produkte mit abwegigen Portionsgrößen gesundzutricksen.

Die Deklaration

Tagesreferenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen auf einem offensichtlichen Kinderprodukt angegeben? Portionsgrößen, die schon rein rechnerisch nicht aufgehen? Wir haben die Angaben der Hersteller genau geprüft.

Die Bewertung

Wir haben die Produkte nicht ins Labor geschickt, so können wir keine Angaben machen, wie es mit der Schadstoffbelastung der Produkte bestellt ist. Daher haben wir kein Gesamturteil vergeben. Denn in diesem Test ging es uns allein darum, die Deklarationsmaschen der Anbieter aufzudecken. Einen Überblick darüber haben wir in der Zeile "So tricksen die Hersteller" zusammengefasst.

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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST September 2017
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Erschienen am 31.08.2017

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