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20 passierte Tomatenmarken im Test

Alles im Lot mit'm Rot

ÖKO-TEST März 2009 | Kategorie: Essen und Trinken | 27.02.2009

20 passierte Tomatenmarken im Test

Natürlich sind frische Tomaten besser als Tomaten aus der Packung. Aber wenn keine Saison ist, und die roten Früchte wässrig schmecken, greifen viele zur Konserve. Und das kann man auch getrost tun. Denn alle Produkte im Test sind in Ordnung.

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Egal ob es die Margherita ist, die San Remo oder die Pizza Hawaii: "Eine ordentliche Tomatensauce ist immer die Basis für den übrigen Pizzabelag", sagt Kalra Gurmeet, Inhaber der Frankfurter Pizzeria Calabria. Rund 30 verschiedene Pizzasorten stehen hier auf der Karte, werden im Lokal serviert oder nach Hause geliefert. Aber was macht eine wirklich gute Tomatensauce aus? Regel Nummer eins: Aromatische Tomaten. Und die kommen meist aus der Dose, egal ob man beim Kellner in Neapel bestellt, beim Pizzaservice in Hamburg oder eben bei Gurmeet in Frankfurt. "Natürlich kann ich auch eine Sauce aus frischen Tomaten machen", sagt der Pizzaprofi. Mit guten Tomaten würde sie auch noch viel besser als mit Dosenware. Erwischt man aber Früchte mit wenig Aroma, schmeckt auch die Sauce nicht. "Außerdem dauert das viel länger." Der Inhalt der Dose wird einfach kurz mit dem Pürierstab zerkleinert. Fertig ist die Basis für die Tomatensauce.

Regel Nummer zwei: Die richtige Würze. Jeder Pizzabäcker hat da sein eigenes Geheimnis. Bei Gurmeet sorgt eine Mischung aus Pflanzenöl, Salz, Pfeffer, Oregano, Basilikum, Knoblauchpulver und ein klein wenig Zucker für den würzigen, vollen Tomatengeschmack. Regel Nummer drei: Viel Geduld. 30 Minuten lässt Gurmeet die Tomatensauce vor sich hin köcheln, bis sie schön dick ist. "So viel Zeit muss sein. Sonst ist die Sauce nicht gleichmäßig, sondern an manchen Stellen wässrig." Einige Hobbyköche sollen in solchen Fällen auch mal mit Mehl oder Saucenbinder nachhelfen... "Auf keinen Fall", warnt Gurmeet. "Das kann man machen - macht man aber nicht." Die Sauce bekommt sonst eine merkwürdige Konsistenz. 45 Minuten veranschlagt Gurmeet für die Zubereitung einer Pizza-Tomaten-Sauce. Auch bei Spaghetti Napoli beginnt das Rezept mit dem Öffnen einer Konserve. Allerdings sorgen hier andere Kräuter und ein wenig fein geschnittenes Gemüse für das richtige Aroma.

Tomatenkonserven sind eben unglaublich praktisch, egal ob aus der Dose, aus der Tube oder aus dem Tetra Pak. Das weiß man nicht nur in der Pizzeria, sondern auch im Privathaushalt. Rund elf Kilo der roten, haltbar gemachten Früchte verzehrt jeder Deutsche pro Jahr. Damit sind sie genauso bedeutend wie frische Tomaten.

Auch wenn eine Konserve nie alle wertvollen Pflanzenstoffe einer frischen Frucht enthält, bleibt bei der Tomate doch recht viel erhalten. Was den roten Pflanzenfarbstoff Lycopin angeht, liegen die passierten Tomaten sogar vorn. Dieser Stoff soll Herzinfarkt und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Es gibt sogar Studien, nach denen Lycopin das Risiko für Magen- und Prostatakrebs senkt. Durch das Erhitzen der Tomate bei der Herstellung von Tomatenpüree platzen die Zellen und es wird Lycopin frei, das der Körper beim Verzehr einer rohen Tomate gar nicht aufnehmen könnte.

Wir wollten wissen, wie es um die Qualität von passierten Tomaten steht. In Supermärkten, Bio-Läden und Discountern haben wir 20 Produkte eingekauft. In von uns beauftragten Laboren wurden sie unter anderem auf verderbnisfördernde Keime sowie auf ihren Lycopingehalt untersucht.

Das Testergebnis

Passierte Tomaten können Sie weiterhin ohne Bedenken verwenden: Alle Produkte schneiden mit "gut" oder "sehr gut" ab - ganz gleich ob Markenprodukt, Discounterware oder Bio-Produkt.

Alle Tomaten bestehen zum größten Teil aus Wasser. Trotzdem gibt es gehaltvollere und weniger gehaltvolle Sorten. Unser Labor hat bestimmt, was übrig bleibt, wenn alles Wasser verdampft ist. Den höchsten Trockenmassegehalt haben die Tomaten von Knorr, den niedrigsten hat das Produkt von Alnatura. Je geringer der Trockenmassegehalt, desto dünner wirkt in der Regel auch das Produkt. Über den Geschmack sagt der Trockenmassegehalt allein aber noch nichts aus.

Beim Lycopingehalt gibt es bei den getesteten Produkten deutliche Unterschiede: Die Oro di Parma-Tomaten sowie die Produkte von Rapunzel und Alnatura liegen im unteren Bereich des Testfelds. Fast doppelt so viel Lycopin steckt in den Valfrutta Passierte Tomaten und den Edeka Bancetto Tomaten passiert. Das heißt aber noch lange nicht, dass Bio-Tomaten schlechter sind. Vielmehr hängt es sowohl beim Lycopingehalt als auch bei der Trockenmasse von der Sorte, vom Wetter und vom Erntezeitpunkt ab, was in einer Frucht steckt. Große Hersteller, die Tomaten aus verschiedenen Regionen beziehen, können dadurch Qualitätsschwankungen leichter ausgleichen. Trotzdem finden wir, dass Tomaten möglichst viel Lycopin enthalten sollten, weil dies ein Stoff ist, der den Wert des Produktes ausmacht. Deshalb werten wir einen niedrigen Lycopingehalt ab.

In keinem Produkt steckten bedenkliche Mengen an verderbnisfördernden Keimen wie Hefen oder Milchsäurebakterien. Allerdings konnte unser Labor in allen Produkten den Stoff Ergosterol nachweisen. Dieses Stoffwechselprodukt von Pilzen deutet darauf hin, dass bei der Produktion überreife oder schimmelige Tomaten mitverarbeitet wurden. Die Mengen sind aber so gering, dass keine Bedenken bestehen. Auch in der Branche werden Produkte mit einem solch niedrigen Ergosterol-Gehalt als "einwandfrei" eingestuft.

Alle Bio-Hersteller haben ihre passierten Tomaten in Flaschen abgefüllt. Dagegen hätten wir an sich auch nichts einzuwenden, wenn nicht in der Deckeldichtung PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe stecken würden. Denn die belasten bei der Herstellung und Entsorgung die Umwelt. Deshalb werten wir unter Weitere Mängel ab.

So reagierten die Hersteller

Naturata war erstaunt über den Fund von PVC/PVDC/chlorierten Kunststoffen im Deckel des Produktes Naturata Passata, passierte Tomaten, Demeter. Der Hersteller erklärte, man werde beim Hersteller der Deckel darauf drängen, dass künftig PVC-freie Deckel verwendet werden. Alnatura wies darauf hin, dass vergleichbare Deckel ohne PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe nach eigenem Wissen derzeit nicht erhältlich seien.

Der Hersteller des Produktes Pomito passierte Tomaten war erstaunt über den von unserem beauftragten Labor analysierten Trockenmassegehalt von 8,1 Prozent. Dieser müsse eigentlich höher liegen. Der Hersteller schickte uns auf Nachfrage einen Produktionsbericht, der - gemessen mit einer vergleichbaren Methode - Werte zwischen 8,0 und 8,5 Prozent Trockenmasse zeigte, und somit unsere Untersuchung bestätigt.

Mehrere Hersteller erklärten, die von uns verwendete Methode sei zur Bestimmung des Trockenmassegehalts bei Tomaten nicht üblich. Sie wiesen auf eine andere Methode hin, die aber im Vergleich zu der von uns angewandten Methode nicht zu nennenswerten Abweichungen führt.

Mehr Geschmack erwünscht

Die Gewächshaustomate kennt man leider viel zu gut als wässrige und geschmacklose rote Kugel. Doch die Nachfrage nach geschmacksintensiveren Sorten wächst. Dies hat auch der Nahrungsmittelkonzern Unilever (bekannt durch Marken wie Knorr oder Bertolli) erkannt. Jetzt sucht er zusammen mit der Saatgut-Sparte des Bayer-Konzerns nach neuen Sorten, die mehr Geschmack haben und zudem gesünder sind. Die Bayer-Tochter Nunhems hatte zuletzt schon eine Tomate entwickelt, die beim Zerschneiden kaum Saft verliert, und so vor allem für Salate und Sandwiches geeignet ist.

Untreues Gemüse

Als "treulose Tomate" bezeichnet man einen Freund, der sich wochenlang nicht meldet oder einen anderweitig im Stich lässt. Doch woher kommt die Redewendung? Hierzu gibt es zwei Theorien. Die erste besagt, dass der Tomatenanbau bis weit ins 19. Jahrhundert in Mitteleuropa eine unsichere Sache war. Auf eine reiche Ernte konnte man sich nie verlassen. Die andere Theorie besagt, dass das Sprichwort auf den Ersten Weltkrieg zurückgeht: Die Italiener, schon damals bekannt für den Tomatenanbau, hatten zunächst zu Deutschland gehalten, dann aber die Seiten gewechselt. Fortan wurden sie als unverlässliche Partner verschmäht.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Basic Passata, passierte Tomaten
Basic Passata, passierte Tomaten
Basic
sehr gut
Beste Ernte Passierte Tomaten
Beste Ernte Passierte Tomaten
Netto Marken-Discount
sehr gut
Edeka Bancetto Tomaten passiert
Edeka Bancetto Tomaten passiert
Edeka
sehr gut
Fioccini Passierte Tomaten
Fioccini Passierte Tomaten
Penny
sehr gut
Gartenkrone Tomaten passiert
Gartenkrone Tomaten passiert
Aldi Süd
sehr gut
Ja! Passierte Tomaten
Ja! Passierte Tomaten
Rewe
sehr gut
K-Classic Passierte Tomaten
K-Classic Passierte Tomaten
Kaufland
sehr gut
King's Crown Passierte Tomaten
King's Crown Passierte Tomaten
Aldi Nord
sehr gut
Knorr Tomato al Gusto Passierte Tomaten
Knorr Tomato al Gusto Passierte Tomaten
Unilever
sehr gut
La Capannina Passierte Tomaten
La Capannina Passierte Tomaten
Plus
sehr gut
Naturata Passata, passierte Tomaten, Demeter
Naturata Passata, passierte Tomaten, Demeter
Naturata (Naturwarenladen)
sehr gut
Nostia Passierte Tomaten
Nostia Passierte Tomaten
Lidl
sehr gut
Play Passierte Tomaten
Play Passierte Tomaten
Conserve Italia
sehr gut
Pomito Passierte Tomaten
Pomito Passierte Tomaten
Boschi Food & Beverage
sehr gut
Rio Bravo Passierte Tomaten
Rio Bravo Passierte Tomaten
Handelsmarken
sehr gut
Tip Tomaten passiert
Tip Tomaten passiert
Real
sehr gut
Valfrutta Passierte Tomaten
Valfrutta Passierte Tomaten
Conserve Italia
sehr gut
Alnatura Passata, passierte Tomaten
Alnatura Passata, passierte Tomaten
Alnatura
gut
Oro di Parma Tomaten passiert
Oro di Parma Tomaten passiert
Hengstenberg
gut
Rapunzel Passata, feine passierte Tomaten
Rapunzel Passata, feine passierte Tomaten
Rapunzel (Naturwarenladen)
gut

Testverfahren