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Wassersprudler-Test: Das taugen Sodastream & Co. in der Praxis

ÖKO-TEST Jahrbuch für 2019 | Autor: Jörg Döbereiner, Kai Thomas | Kategorie: Bauen und Wohnen | 18.10.2018

Wassersprudler-Test: Wir haben acht Wasseraufbereiter in der Praxis und auf Schadstoffe überprüft.

Wer Wasser selbst sprudelt, spart lästiges Kistenschleppen und leistet einen Beitrag für die Umwelt. Wir haben acht Wassersprudler getestet. Das Ergebnis: Fünf Geräte können wir empfehlen, der Rest zeigt zu viele Mängel im Praxistest.

Aktualisiert am 18.10.2018; Einkauf Testprodukte Mär 2018 | Das Prinzip von Wassersprudlern ist simpel: Glas- oder Kunststoffflasche mit Leitungswasser füllen. Fest in den Sprudler einsetzen oder schrauben. Knopf drücken. Schon presst das Gerät CO2 aus einem auswechselbaren Zylinder in die Flasche. Je nach Vorliebe lässt sich so die Menge dosieren.

Vieles spricht für die Sprudler. Mit Blick auf die Umwelt haben sie gegenüber Mineralwasser beispielsweise klar die Nase vorn: "Leitungswasser ist auf jeden Fall ökologischer als Mineralwasser", sagt Laura von Vittorelli, Wasserexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Wassersprudler-Test: Sodastream, Kitchenaid & Co. im Vergleich

Hauptgründe für das schlechtere Abschneiden des Mineralwassers: Die Flaschen wollen produziert, zum Kunden transportiert und entsorgt sein. Je mehr Kilometer zwischen Abfüllung und Verkauf liegen, desto schlechter für die Umwelt. Auch finanziell können sich Trinkwassersprudler lohnen. Und natürlich gilt: "Nie wieder Wasserkisten schleppen!" 

Allerdings gibt es bei Wassersprudlern auch ein paar Dinge zu beachten. So erfordern ihre Flaschen beispielsweise eine besonders gewissenhafte Reinigung. So berichteten Experten der Uni Freiburg von einer "massiven Verunreinigung der Geräte", nachdem sie in Wasser aus 60 Sprudlern teils Keimzahlen weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung gefunden hatten.

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Wir haben acht Wassersprudler verschiedener Preisklassen gründlich in der Praxis und auf Schadstoffe getestet. Wie einfach lassen sich Flaschen und Geräte reinigen? Wie gut funktioniert das Einsetzen der Flaschen und der Wechsel der CO2-Zylinder? Und wie sicher sind die Flaschen unter Druck? Diesen und weiteren Fragen sind wir nachgegangen.

Fünf Wassersprudler im Test empfehlenswert 

Das Ergebnis: Drei von acht Wassersprudlern im Test können wir mit der Note "sehr gut" empfehlen, zwei sind "gut". Beim Rest summieren sich die Mängel in der Praxisprüfung, sodass unterm Strich nur ein "befriedigend" oder "ausreichend" steht. 

Was, wenn die Flasche aus einem Meter Höhe auf den Boden fällt? Wir raten aus Gründen der Sicherheit dazu, die Flasche – egal ob PET oder Glas – nach solchen Stürzen gegen eine neue auszutauschen. Auch wenn oberflächlich scheinbar alles in Ordnung ist, können kleine Schäden bei der nächsten CO2-Befüllung unter Druck zum Problem werden.

Nichtsdestotrotz ließen die Prüfer die Flaschen aus einem Meter Höhe fallen. Um herauszufinden wie robust die Flaschen im Test sind, ließen die Prüfer sie aus einem Meter Höhe fallen. Die Glasflasche eines Wassersprudlers im Test hielt drei Stürze aus, während die eines weiteren Geräts bereits beim Fall auf die Seite zerbrach. Auch manche PET-Flasche ging kaputt.

Jeder zweite Wasseraufbereiter nicht standfest

Vier Wassersprudler im Test stehen nicht ganz stabil. Das ist nervig für Verbraucher - und vermeidbar. Ein Gerät wackelt besonders auffällig. Auch wenn es im Alltagsgebrauch nicht umkippt, gibt das Punktabzug. 

Wassersprudler-Test: Wir können insgesamt fünf Geräte empfehlen.
Wassersprudler-Test: Wir können insgesamt fünf Geräte empfehlen. (Foto: fizkes/Shutterstock )

Die Wasserflaschen lassen sich zudem unterschiedlich gut in die Sprudler einsetzen. Während die Prüfexperten Bajonettverschlüsse loben, kritisieren sie Schraubverbindungen. Das Problem: Solche Geräte lassen sich auch bedienen, wenn die Flasche nicht korrekt eingedreht ist. Dann kann Wasser verspritzen. Das ist bei zwei Geräten im Test der Fall.

Zwei getestete Wassersprudler werden ohne CO2-Zylinder geliefert. Wir ziehen keine Punkte ab, weil beide Anbieter auf ihrer Homepage darauf hinweisen. Aber natürlich relativiert das den Einkaufspreis. Die Kartuschen des einen Anbieters kosten beispielsweise 29,90 Euro - nur zehn Euro weniger als der ganze Sprudler.

Wassersprudler: Strategien für sicheres Besprudeln 

Glasflaschen lassen sich zwar gut reinigen, sie zerbrechen aber auch leicht. Für ein sicheres Besprudeln wenden Hersteller verschiedene Strategien an. Ein Anbieter legt seinem Wassersprudler Schutzüberzüge aus Textil bei, die man den Glasflaschen anlegt. Leider erschwert das Stoffnetz das Einsetzen der Flasche in den Sprudler deutlich, es dreht sich mit.

Außerdem enthält es halogenorganische Verbindungen. Das ist eine Gruppe von Stoffen, von denen manche allergieauslösend oder umweltschädlich sind. Andere Anbieter lösen das Problem besser: Ein Modell verschließt beispielsweise die Glasflasche während des Aufsprudelns komplett in einem Behälter. 

Keine Schadstoffe in Wassersprudlern im Test 

Was Schadstoffe angeht, sind die Wassersprudler im Test unauffällig. Wir ließen unter anderem die Dichtungen in den Wasserflaschen prüfen - alles picobello. Und die Geschmackstests zeigten: Die Flaschen haben keinen nennenswerten Einfluss auf Geruch und Geschmack des Wassers.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin Juli 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

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Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben acht Trinkwassersprudler eingekauft. Zwei verfügen über Glas-, der Rest über PET-Flaschen. Für den teuersten Wassersprudler haben wir 266 Euro bezahlt, für den günstigsten mit Kartusche knapp 50 Euro. Marktführer Sodastream ist mit zwei Geräten vertreten.

Die Praxisprüfung: Wir ließen die Sprudler gründlich untersuchen: Wie einfach lassen sich die Geräte bedienen und reinigen? Wie gut funktioniert das Einsetzen der Wasserflaschen und der Wechsel der CO2-Zylinder? Wo mit Druck gearbeitet wird, ist Sicherheit besonders wichtig. Das Labor hat deshalb die mitgelieferten Wasserflaschen unter einen Druck von 16 bar gesetzt, also etwa das Doppelte dessen, was beim Hausgebrauch zu erwarten ist. Außerdem checkten die Prüfer, wie stabil die Sprudler stehen, ob sie gut verarbeitet sind und ob die Ergiebigkeit der CO2-Zylinder den Angaben der Anbieter entspricht. 

Die Weiteren Mängel: Wir ließen mehrere Labore nach Schadstoffen fahnden: in den Dichtungen der Flaschen unter anderem nach problematischen Weichmachern; in den Geräten selbst nach umweltschädlichen chlorierten Verbindungen; und in einem Stoffüberzug aus Textil für eine Glasflasche auch nach problematischen Farbstoffen und umstrittenen halogenorganischen Verbindungen. Die beauftragten Laborexperten überprüften außerdem in einem Geschmackstest, ob die Flaschen das Wasser merklich beeinflussen und analysierten es auf den geschmacklich auffälligen Stoff Acetaldehyd. 

Die Bewertung: Verbraucher erwarten, dass ein Wassersprudler sich einfach bedienen lässt und zugleich gut verarbeitet und sicher ist. Die Praxisprüfung bestimmt deshalb maßgeblich das Gesamturteil.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Praxisprüfung: Das Testergebnis Praxisprüfung ergibt sich aus den Abwertungen in den drei Bereichen Ausstattung, Handhabung/Reinigung und Sicherheit/Verarbeitung. Im Bereich Ausstattung führt zur Abwertung um einen Minuspunkt: Wasserflaschen-Inhalt deutlich geringer als Deklaration (1 Liter). Im Bereich Handhabung/Reinigung führt zur Abwertung um drei Minuspunkte: Einsetzen der Wasserflasche durch Stoffüberzug deutlich erschwert. Zur Abwertung um jeweils zwei Minuspunkte führen: a) Einsetzen der Wasserflasche per Schraubverbindung; b) Gerät leckt bei schnellem, mehrfachem Sprudeln. Zur Abwertung um jeweils einen Minuspunkt führen: a) Wasserflasche nicht spülmaschinentauglich; b) wenig Platz für Finger zwischen Flasche u. Gehäuse; c) Einsetzen des CO2-Zylinders etwas kraftaufwendig u. umständlich. Im Bereich Sicherheit/Verarbeitung führt zur Abwertung um drei Minuspunkte: Gerät ist wackelig. Zur Abwertung um zwei Minuspunkte führt: Gerät ist etwas wackelig u./o. etwas rutschig. Zur Abwertung um jeweils einen Minuspunkt führen: a) Abtropfblech mit scharfem Grat und lockerem Sitz; b) spitze Ecken am Kopfteil. Die Minuspunkte aus den drei Bereichen werden addiert u. wie folgt in Noten umgerechnet: 0–1 Minuspunkte = sehr gut; 2–4 Minuspunkte = gut; 5–7 Minuspunkte = befriedigend; 8–10 Minuspunkte = ausreichend.

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: halogenorganische Verbindungen. Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Praxisprüfung. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, hat keinen Einfluss auf das Gesamturteil.

Testmethoden 

Testmethoden Inhaltsstoffe/Weitere Mängel (je nach Zusammensetzung des getesteten Produkts): PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse. Acetaldehyd: Leitungswasser aufsprudeln und 24 Stunden in der mitgelieferten Wasserflasche stehen lassen; GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung.Phthalate, Ersatzweichmacher, phosphororganische Verbindungen, sonstige Verbindungen: GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung; analysiert wurde jeweils die Dichtung im Deckel der Flasche. MAK-Amine: DIN EN 14362-1: 2017-05, DIN EN 14362-3: 2017-05; bei Feststellung aromatischer Amine bei der GC-MS-Analyse wird das Analysenergebnis (entsprechend der Norm) durch ein zweites Verfahren (HPLC/DAD oder TLC) abgesichert; analysiert wurde ein textiler Schutzüberzug. Dispersionsfarbstoffe: Extraktion, HPLC-DAD; analysiert wurde ein textiler Schutzüberzug. Halogenorganische Verbindungen: Probe wird mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur eluiert; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle; Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom; microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; analysiert wurde ein textiler Schutzüberzug. Elemente: Elution mittels saurer Schweißlösung; ICP-MS; analysiert wurde ein textiler Schutzüberzug. Nickel: Eine mit Leitungswasser gefüllte Flasche wird über 30 Minuten im Gerät mit Kontakt zum Einfüllrohr gelassen; Elementbestimmung mittels ICP-MS; untersucht wurde ein Gerät mit Metallspitze am Einfüllröhrchen.

Sensorik: Nach Migration mit Wasser gemäß DIN 10955:2004 in einer paarweisen Vergleichsprüfung von sechs Prüfern hinsichtlich Geruchs- und Geschmackseindruck: Reinigung der Flasche nach Gebrauchsanleitung, Befüllen, Aufsprudeln, 24 Stunden stehen lassen, Entleeren, Spülen mit Leitungswasser, erneutes Befüllen, 24 Stunden stehen lassen bei Raumtemperatur. Anonymisierung des sich in den Flaschen befindlichen Wassers, Verkostung im Vergleich zum Leitungswasser (Blindwert). Bewertungsschlüssel der Aromaintensität aus dem Median von 6 Prüfern: 0 = nicht wahrnehmbar; 1 = gerade wahrnehmbar/nicht einzuordnen; 2 = schwaches Aroma; 3 = deutliches Aroma; 4 = starkes Aroma.

Testmethoden Praxisprüfung: Ergiebigkeit: Mitgelieferte CO2-Zylinder wurden evakuiert und der CO2-Inhalt ermittelt; mittels Geschmackstest durch drei Prüfer wurden folgende CO2-Konzentrationen für karbonisiertes Wasser festgelegt: CO2-Konzentration "Medium": 5 g/l; CO2-Konzentration "Sprudel": 7 g/l; als Referenz dienten die verbreiteten Marken "Gerolsteiner Naturell/Medium/Sprudel" und "Vilsa Naturelle/Medium/Classic"; aus der CO2-Konzentration und der gemessenen Füllung der CO2-Zylinder wurde die theoretisch aufsprudelbare Wassermenge bestimmt. Bedienungsanleitung, Handhabung, Sicherheit und Robustheit: Überprüfung durch zwei Laborexperten.

Druckbelastung: Über den Flaschenverschluss wird ein Druckschlauch adaptiert. Mittels Kompressor wird der Druck in der Flasche kontinuierlich bis auf 16 bar erhöht. Standsicherheit: Messung des Neigungswinkels, bei dem das Gerät verrutscht beziehungsweise kippt; ohne und mit gefüllter Wasserflasche. Fallprüfung: drei Stürze aus einem Meter Höhe (je ein Sturz auf Flaschenboden, -deckel, -seite) mit einer bis zur Füllmarke befüllten Flasche.

Einkauf der Testprodukte: März 2018 

Diesen Test haben wir zuletzt im ÖKO-TEST Magazin Juli 2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch 2019, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden. 

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