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Test Wassersprudler: Das taugen Sodastream & Co. in der Praxis

ÖKO-TEST Juli 2018 | Autor: Jörg Döbereiner, Kai Thomas | Kategorie: Bauen und Wohnen | 28.06.2018

Test Wassersprudler: Das taugen Sodastream & Co. in der Praxis

Wir haben acht Wassersprudler in der Praxis und auf Schadstoffe prüfen lassen: Ergebnis: Drei Geräte können wir mit "sehr gut" empfehlen, zwei sind "gut". Der Rest zeigt zu viele Mängel im Praxistest.

Das Prinzip von Wassersprudlern ist simpel: Glas- oder Kunststoffflasche mit Leitungswasser füllen. Fest in den Sprudler einsetzen oder schrauben. Knopf drücken. Schon presst das Gerät CO2 aus einem auswechselbaren Zylinder in die Flasche. Je nach Vorliebe lässt sich so die Menge dosieren.

Test Wassersprudler: Geräte von Sodastream, Kitchenaid & Co. in der Praxis und auf Schadstoffe geprüft

Vieles spricht für die Sprudler. Mit Blick auf die Umwelt haben sie gegenüber Mineralwasser beispielsweise klar die Nase vorn: "Leitungswasser ist auf jeden Fall ökologischer als Mineralwasser", sagt Laura von Vittorelli, Wasserexpertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Hauptgründe für das schlechtere Abschneiden des Mineralwassers: Die Flaschen wollen produziert, zum Kunden transportiert und entsorgt sein. Je mehr Kilometer zwischen Abfüllung und Verkauf liegen, desto schlechter für die Umwelt. Auch finanziell können sich Trinkwassersprudler lohnen. Und natürlich gilt: "Nie wieder Wasserkisten schleppen!" 

Allerdings gibt es bei Wassersprudlern auch ein paar Dinge zu beachten. So erfordern ihre Flaschen beispielsweise eine besonders gewissenhafte Reinigung. So berichteten Experten der Uni Freiburg von einer "massiven Verunreinigung der Geräte", nachdem sie in Wasser aus 60 Sprudlern teils Keimzahlen weit über dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung gefunden hatten.

Wassersprudler im Test: Wasserflaschen oft verbesserungswürdig

Wir haben acht Sprudler verschiedener Preisklassen gründlich in der Praxis und auf Schadstoffe getestet. Wie einfach lassen sich Flaschen und Geräte reinigen? Wie gut funktioniert das Einsetzen der Flaschen und der Wechsel der CO2-Zylinder? Und wie sicher sind die Flaschen unter Druck? Diesen und weiteren Fragen sind wir nachgegangen.

Das Ergebnis: Drei von acht Geräten können wir mit der Note "sehr gut" empfehlen, zwei sind "gut". Beim Rest summieren sich die Mängel in der Praxisprüfung, sodass unterm Strich nur ein "befriedigend" oder "ausreichend" steht. 

Glasflaschen lassen sich zwar gut reinigen, sie zerbrechen aber auch leicht. Für ein sicheres Besprudeln wenden Hersteller verschiedene Strategien an. Ein Anbieter legt seinem Sprudler Schutzüberzüge aus Textil bei, die man den  Glasflaschen anlegt. Leider erschwert das Stoffnetz das Einsetzen der Flasche in den Sprudler deutlich, es dreht sich mit. Außerdem enthält es halogenorganische Verbindungen. Das ist eine Gruppe von Stoffen, von denen manche allergieauslösend oder umweltschädlich sind. Andere Anbieter lösen das Problem besser: Ein Modell verschließt beispielsweise die Glasflasche während des Aufsprudelns komplett in einem Behälter. 

Um herauszufinden wie robust die Flaschen im Test sind, ließen die Prüfer sie aus einem Meter Höhe fallen. Die Glasflasche eines Modells hielt drei Stürze aus, während die eines weiteren Geräts bereits beim Fall auf die Seite zerbrach. Auch manche PET-Flasche ging kaputt.

Test Wassersprudler: Jedes zweite Gerät im Test nicht standfest

Vier Produkte stehen nicht ganz stabil. Das ist nervig für Verbraucher - und vermeidbar. Ein Gerät wackelt besonders auffällig. Auch wenn es im Alltagsgebrauch nicht umkippt, gibt das Punktabzug. 

Die Wasserflaschen lassen sich zudem unterschiedlich gut in die Sprudler einsetzen. Während die Prüfexperten Bajonettverschlüsse loben, kritisieren sie Schraubverbindungen. Das Problem: Solche Geräte lassen sich auch bedienen, wenn die Flasche nicht korrekt eingedreht ist. Dann kann Wasser verspritzen. Das ist bei zwei Geräten im Test der Fall.

Zwei getestete Produkte werden ohne CO2-Zylinder geliefert. Wir ziehen keine Punkte ab, weil beide Anbieter auf ihrer Homepage darauf hinweisen. Aber natürlich relativiert das den Einkaufspreis. Die Kartuschen des einen Anbieters kosten beispielsweise 29,90 Euro - nur zehn Euro weniger als der ganze Sprudler.

Wassersprudler im Test unauffällig in puncto Schadstoffe

Was Schadstoffe angeht, sind die Sprudler im Test unauffällig. Wir ließen unter anderem die Dichtungen in den Wasserflaschen prüfen - alles picobello. Und die Geschmackstests zeigten: Die Flaschen haben keinen nennenswerten Einfluss auf Geruch und Geschmack des Wassers.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.


Wassersprudler: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Soda Trend Classic Wassersprudler-Set
  • DS Food

Kitchen Aid Artisan Trinkwassersprudler, Liebesapfel Rot
  • Kitchen Aid

Sodastream Crystal, titan
  • Sodastream

Sodastream Easy, weiß
  • Sodastream

Levivo Trinkwassersprudler, schwarz
  • Summary

Rosenstein & Söhne Eleganter Wassersprudler WS-110.Soda
  • Pearl

Aarke Sparkling Water Maker, Polished steel
  • Aarke

My Sodapop Sharon Trinkwassersprudler Premium-Pack
  • BL Balanced Lifestyle

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ÖKO-TEST Juli 2018 Seite 44
ÖKO-TEST Juli 2018 Seite 45

10 Seiten
Seite 36 - 45 im ÖKO-TEST Juli 2018
vom 28.06.2018
Abrufpreis: 2,50 €

Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben acht Trinkwassersprudler eingekauft. Zwei verfügen über Glas-, der Rest über PET-Flaschen. Für den teuersten Wassersprudler haben wir 266 Euro bezahlt, für den günstigsten mit Kartusche knapp 50 Euro. Marktführer Sodastream ist mit zwei Geräten vertreten.

Die Praxisprüfung: Wir ließen die Sprudler gründlich untersuchen: Wie einfach lassen sich die Geräte bedienen und reinigen? Wie gut funktioniert das Einsetzen der Wasserflaschen und der Wechsel der CO2-Zylinder? Wo mit Druck gearbeitet wird, ist Sicherheit besonders wichtig. Das Labor hat deshalb die mitgelieferten Wasserflaschen unter einen Druck von 16 bar gesetzt, also etwa das Doppelte dessen, was beim Hausgebrauch zu erwarten ist. Außerdem checkten die Prüfer, wie stabil die Sprudler stehen, ob sie gut verarbeitet sind und ob die Ergiebigkeit der CO2-Zylinder den Angaben der Anbieter entspricht. 

Die Weiteren Mängel: Wir ließen mehrere Labore nach Schadstoffen fahnden: in den Dichtungen der Flaschen unter anderem nach problematischen Weichmachern; in den Geräten selbst nach umweltschädlichen chlorierten Verbindungen; und in einem Stoffüberzug aus Textil für eine Glasflasche auch nach problematischen Farbstoffen und umstrittenen halogenorganischen Verbindungen. Die beauftragten Laborexperten überprüften außerdem in einem Geschmackstest, ob die Flaschen das Wasser merklich beeinflussen und analysierten es auf den geschmacklich auffälligen Stoff Acetaldehyd. 

Die Bewertung: Verbraucher erwarten, dass ein Wassersprudler sich einfach bedienen lässt und zugleich gut verarbeitet und sicher ist. Die Praxisprüfung bestimmt deshalb maßgeblich das Gesamturteil.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Erschienen am 28.06.2018

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