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Ratgeber: Unruhige Babys

Spezial Schwangerschaft
vom 20.11.2015

Ratgeber: Unruhige Babys

Zum Schreien

Babys weinen hin und wieder, das ist normal. Doch wenn ein Kind ohne ersichtlichen Grund unaufhörlich und untröstlich schreit, geraten Eltern schnell an ihre Grenzen. Eine Schreiambulanz ist dann oft Hilfe in großer Not.

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20.11.2015 | Hat es Hunger, ist es müde, tut ihm etwas weh - oder ist schlicht die Windel voll? Wenn Babys weinen, reagieren Mutter und Vater meist unverzüglich, um herauszufinden, was ihrem kleinen Liebling fehlt, und können ihn meistens schnell beruhigen. Doch wenn das Neugeborene Tag für Tag stundenlang ununterbrochen schreit, sind Eltern mit ihrem Latein und ihrer Kraft bald am Ende: erschöpft, schlaflos, fix und fertig. Denn nichts zerrt mehr an den Nerven als ein untröstlich weinendes Baby.

Das hat auch Marie B.* mit ihrem Sohn Timo erlebt. Sie berichtet von den nervenaufreibenden Versuchen, ihr Kind zu beruhigen. Stillen, wiegen, trösten - alles blieb erfolglos. Diverse Tricks wie das Radio anzuschalten, hätten immer nur kurz geholfen - für einen Moment war der Säugling irritiert und verstummte - doch nur, um anschließend umso lauter zu schreien. In solchen Augenblicken, erinnert sich Marie, habe sie sich absolut hilflos und innerlich total leer gefühlt. Und irgendwann stieg Wut in ihr hoch. "Dann habe ich Timo manchmal sogar angeschrien: ‚Ich mach' doch alles, jetzt beruhige dich gefälligst mal!'"

So ratlos wie Eltern von unruhigen, schreienden Kindern sind, so wenig weiß die Wissenschaft über die Ursachen. Früher nahmen Ärzte an, dass Bauchschmerzen, sogenannte Dreimonatskoliken, verantwortlich für das Schreien sind. Doch die Bauchkrämpfe sind meist nicht der Grund dafür. Dass Schreikinder oft einen harten, aufgeblähten Bauch haben, könnte daran liegen, dass durch das viele Weinen ständig Luft in den Bauchraum gepumpt wird. Wissenschaftler vermuten heute eher, dass die Neuankömmlinge viele neue Eindrücke und Reize verarbeiten und erst ihren Rhythmus finden müssen, sich nicht entspannen und in den Schlaf finden können und daher schreien.

Auch nach den Erfahrungen des Familienberaters Frank Otte sind die berüchtigten Blähungen, unter denen viele Kinder in den ersten Monaten leiden, selten die Ursache des Dauerschreiens. "In vielen Fällen ist es ein unheilvoller Kreislauf, in dem verunsicherte Eltern und das Baby gefangen sind und der dann das exzessive Schreien auslöst." Schreit das Baby stundenlang, reagieren viele Eltern verzweifelt und angespannt. "Die Kinder spüren das und können deshalb nicht zur Ruhe kommen", erklärt Otte.

Wichtig ist, dass Eltern exzessives Schreien nicht zu lange ertragen - etwa aus Scham oder der Angst, von ihrem Umfeld als unfähig angesehen zu werden, mit ihrem Kind zurechtzukommen. Besser: Hilfe holen, bevor die Probleme chronisch werden. Das kann etwa eine Schreiambulanz wie die des Familienzentrums in Offenbach bei Frankfurt sein (www.familienhalt.info). Dort pflegt Frank Otte zusammen mit den Eltern den sogenannten Babytalk. Er nimmt das Füßchen des Babys, streichelt es und spricht mit sanfter Stimme zu ihm. "Das ist eine der Möglichkeiten, um den Bindungsbedürfnissen von Babys gerecht zu werden."

Wichtig ist Frank Otte dabei vor allem, den einfühlsamen Dialog mit dem Baby zu stärken. Das heißt, Eltern versuchen,


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